Kongsberg: 142 TT&C-Systeme im Orbit
23.05.2026 - 15:38:32 | boerse-global.deKongsberg Gruppen setzt einen markanten Punkt in seiner Raumfahrt- und Überwachungssparte. Der norwegische Konzern hat inzwischen mehr als 200 Telemetry, Tracking & Command-Einheiten unter Vertrag. 142 dieser Systeme sind bereits im Orbit im Einsatz.
Das ist mehr als ein technischer Meilenstein. Die TT&C-Subsysteme sind zentrale Bausteine für Satellitenkommunikation, weil sie Gesundheit, Position und Datenübertragung der Satelliten steuern. Für Kongsberg stärkt das die Rolle als Zulieferer im globalen Satellitenmarkt.
Fokus auf Verteidigung und Weltraum
Der Schritt passt zum Umbau des Konzerns. Nach der Abspaltung von Kongsberg Maritime im April tritt Kongsberg Gruppen nun klarer als Spezialist für Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Hochtechnologie auf. Genau diese Zuspitzung soll das Geschäftsmodell schlanker und margenstärker machen.
Parallel dazu profitiert die Space-&-Surveillance-Sparte von der Nachfrage nach satellitengestützter Kommunikation und taktischen Weltraumsystemen. Das Management sieht darin einen der wichtigsten Wachstumstreiber für die kommenden Jahre.
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Zahlen, die Anleger beobachten
An der Oslo Børs schloss die Aktie am Freitag bei 311,50 norwegischen Kronen. Im Mai bewegte sie sich bislang in einer engen Spanne zwischen 305 und 318 Kronen. Das spricht für eine gewisse Beruhigung nach einer Phase mit mehr Bewegung im Markt.
Auch auf Analystenseite hat sich das Bild nach der Aufspaltung verändert. Nordea hob die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ an und setzte das Kursziel auf 384 Kronen. Die Bank verweist damit auf die stärkere Positionierung im Verteidigungsgeschäft ohne das kapitalintensive maritime Standbein.
Operatives Wachstum bleibt der Treiber
Im ersten Quartal 2026 zeigte sich die neue Struktur bereits im Zahlenwerk. Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 9,2 Milliarden Kronen, getragen vor allem von einem 45-prozentigen Wachstum im Bereich Defense Systems. Beim Ergebnis je Aktie verfehlte das Unternehmen mit 1,81 Kronen die Markterwartung von 10,05 Kronen allerdings deutlich.
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Der Auftragseingang und die Pipeline bleiben dennoch beeindruckend. Der Auftragsbestand liegt bei einem Rekord von 152 Milliarden Kronen, rund 27 Milliarden davon sollen noch im restlichen Jahr ausgeliefert werden. Dazu kommt ein Großauftrag über 16 Milliarden Kronen aus Polen für Anti-Drohnen-Technik.
Im Juni folgt der Capital Markets Day, im Juli die Zahlen zum zweiten Quartal. Dann wird sich zeigen, ob Kongsberg den Umbau in ein reineres Verteidigungs- und Technologiespiel nicht nur strategisch, sondern auch operativ weiter untermauern kann.
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