Kretschmer droht mit Nein bei Rente im Bundesrat
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 11:08 Uhr | dpa.deDer CDU-Politiker kĂŒndigte dies fĂŒr den Fall an, dass die Koalition ihre PlĂ€ne wie geplant umsetzen will. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Kretschmer: "Ohne VerĂ€nderungen werden wir bei der Renten- und der Pflegereform im Bundesrat nicht zustimmen können. Und wenn andere LĂ€nder auch nicht zustimmen, dann gibt es diese Renten- und Pflegereform nicht."
Am Donnerstag hatten Kretschmer und die zwei Ost-MinisterprĂ€sidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (ThĂŒringen) sich bereits offen gegen einen umstrittenen Baustein der geplanten schwarz-roten Rentenreform gestellt. Dabei geht es um eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.
Kretschmer hatte bereits darauf hingewiesen, dass die drei LĂ€nder zusammen zwölf Stimmen im Bundesrat haben. Damit könnten Sachsen, ThĂŒringen und Sachsen-Anhalt ein Gesetz in der LĂ€nderkammer allerdings nicht allein aufhalten. Dort gibt es insgesamt 69 Stimmen, die Mehrheit betrĂ€gt 35 Stimmen. Aber auch andere kritisierten die geplante Abschaffung der Rente fĂŒr besonders langjĂ€hrig Versicherte, etwa Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke oder Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (beide SPD). Alle fĂŒnf ostdeutschen LĂ€nder zusammen kommen aber auch nur auf 19 Stimmen im Bundesrat.
"Wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr den Osten"
In dem Interview kritisierte Kretschmer, er sehe grundsĂ€tzlich "wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr den Osten in der aktuellen Bundesregierung". Das spiegele sich auch bei den anstehenden groĂen Reformvorhaben wie Gesundheit, Rente und Pflege wider. "In Sachsen liegen die Durchschnittsrenten bei 1.300 bis 1.500 Euro. Der Eigenanteil fĂŒr einen Pflegeplatz liegt bei mehr als 3000 Euro. Hier kĂ€mpfen wir fĂŒr die Menschen im Osten, die eben andere Erwerbsbiografien haben."
Merz und Bas sind anderer Meinung
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei der Vorstellung der 33 Empfehlungen der von der Regierung eingesetzten Rentenkommission im Juni gesagt: "Alle Elemente dieses Reformpakets mĂŒssen jetzt zĂŒgig umgesetzt werden." Man könne es sich nicht erlauben, einzelne MaĂnahmen herauszunehmen oder abzulehnen. Alles greife ineinander und balanciere sich gegenseitig aus. "Sie bilden ein Gesamtkonzept, das nur in seiner Gesamtheit funktioniert." Sozialministerin BĂ€rbel Bas (SPD) hatte von einem "Gesamtkunstwerk" gesprochen.
Zu den VorschlÀgen zÀhlen im Kern eine langsame Erhöhung des Renteneintrittsalters und eine langfristige Stabilisierung der Renten durch den Aufbau einer eigenen SÀule in der Rentenversicherung, bei dem Geld an den Aktien- und KapitalmÀrkten angelegt werden soll.
