Krupp-Stiftung: 'Gutes Zeitfenster' fĂŒr VerselbststĂ€ndigung von Thyssen-Stahl
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 11:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Ich habe den Eindruck, dass es aktuell ein gutes Zeitfenster fĂŒr einen solchen Schritt gibt", sagte Stiftungschefin Ursula Gather in einem Interview der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).
Der Sanierungstarifvertrag greife und mit dem Verkauf von HKM sei das Unternehmen einen groĂen Schritt vorangekommen, so Gather. Auch erfahre die europĂ€ische Stahlbranche mehr Schutz durch EU-Zölle und bei der Direktreduktionsanlage in Duisburg gebe es Fortschritte. "Diese Dynamik sollte genutzt werden", so Gather.
Die Krupp-Stiftung hĂ€lt 21 Prozent der Thyssenkrupp-Aktien und ist damit gröĂte Anteilseignerin des Konzerns. Die Thyssenkrupp AG wird derzeit in eine Finanzholding umgebaut. Die bisherigen Sparten sollen schrittweise verselbststĂ€ndigt werden.
Thyssenkrupp hĂ€lt bei Stahl auch Minderheitsbeteiligung fĂŒr möglich
Die Marinesparte TKMS DE000TKMS001 brachte Thyssenkrupp bereits im vergangenen Herbst an die Börse. Die Werkstoffsparte TK Accelis soll noch in diesem Jahr folgen. WĂ€hrend die Konzernmutter im Grundsatz MehrheitseigentĂŒmerin bleiben will, hĂ€lt sie in der Stahlsparte auch eine Minderheitsbeteiligung fĂŒr möglich. Die ĂŒbrigen Sparten sind Autoteile und grĂŒne Technologien.
Eine Staatsbeteiligung an der Stahlsparte, die Deutschlands gröĂter Stahlhersteller ist, hĂ€lt Gather fĂŒr unnötig. "Ich glaube nicht, dass der Staat - ob Land oder Bund - ein besserer EigentĂŒmer ist." Es bestehe der Plan, die VerselbststĂ€ndigung aus eigener Kraft zu schaffen, so Gather. "Und ich glaube, dass dies möglich ist." Auf die Frage, ob die Stiftung auch an der Stahlsparte beteiligt bleiben möchte, antwortete Gather: "Wenn wir - wie bei TKMS und Accelis - auch an einem verselbststĂ€ndigten Stahlkonzern beteiligt sind, freut uns das."
Ende Juni waren in der Stahlsparte rund 25.080 Menschen beschĂ€ftigt, knapp 860 weniger als ein Jahr zuvor. Am 8. Dezember legt der Konzern seinen GeschĂ€ftsbericht fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025/26, vor, das am 30. September endete.
