Kupfermarkt: 400.000 Tonnen Überschuss im ersten Quartal
26.05.2026 - 07:10:03 | boerse-global.deDer Kupfermarkt hat ein Mengenproblem. Im ersten Quartal 2026 produzierte die Welt fast 400.000 Tonnen raffiniertes Kupfer mehr als verbraucht wurden. Ein Plus von 135.000 Tonnen im Vorjahr – die Ausweitung ist massiv.
Kupfer notiert aktuell bei rund 13.500 US-Dollar pro Tonne. Ein Plus von zwölf Prozent seit Jahresbeginn, aber 3,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI liegt mit 48,8 Punkten neutral. Kein Wunder: Angebot und Nachfrage klaffen auseinander.
Angebot: Minen drosseln, Raffinerien laufen heiß
Die Minenproduktion stagnierte im ersten Quartal. In Indonesien brach die Konzentratförderung in der Grasberg-Mine um 42 Prozent ein. Auch die Demokratische Republik Kongo verzeichnete minus 36 Prozent, getrieben durch Störungen in der Kamoa-Mine. Chile verlor 5,8 Prozent.
Andere Regionen kompensierten die Ausfälle. Die Mongolei steigerte die Produktion um 36 Prozent, getrieben durch das Untertageprojekt Oyu Tolgoi. Peru legte um 3,3 Prozent zu.
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Die Raffinerieproduktion stieg dagegen um 4,5 Prozent. China (+8,8 Prozent) und Indien (+25 Prozent) trieben den Ausstoß. Das Ergebnis: ein massiver Überschuss an verarbeitetem Kupfer.
Nachfrage: China schwächelt
Die chinesische Industrieproduktion wuchs im April nur noch um 4,1 Prozent – nach 5,7 Prozent im März. Das bremst die Nachfrage nach Kupferkathoden und -drähten spürbar.
Hinzu kommen hohe Energiepreise. Rohöl der Sorte Brent notiert über 110 US-Dollar pro Barrel. Die Kombination aus Inflation und starkem Dollar drückt zusätzlich auf die Industriemetallpreise. Die Lagerbestände an der Shanghai Futures Exchange sind hoch.
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Ausblick: Kurzfristig trüb, langfristig stabil
Analysten sehen einen klaren Kontrast: kurzfristig drückt das physische Überangebot, langfristig bleiben die Treiber intakt. Elektrifizierung, KI-Rechenzentren und Netzausbau stützen die Erwartungen.
Vorerst dominiert das Überangebot. Sollte die chinesische Konjunktur nicht anziehen, drohen weitere Verluste. Langfristige Anleger setzen dagegen auf die strukturelle Nachfrage – ein Widerspruch, der den Kupfermarkt bis auf Weiteres prägen wird.
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