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Lang & Schwarz Aktie: 12,49-Prozent-Sturz auf 14,92 Euro

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Wegfall des Großkunden Trade Republic stürzt die Lang & Schwarz Aktie in eine tiefe Krise mit massiven Kursverlusten.

Lang & Schwarz Aktie: Talfahrt nach Trade Republic Verlust
Abstrakte Darstellung fallender Finanzmärkte und Volatilität mit dunkler, stimmungsvoller Beleuchtung und abfallenden Linien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Minus 12,49 Prozent an einem einzigen Tag. Für Lang & Schwarz reißt die Talfahrt nicht ab, und der Grund liegt weit zurück: der Bruch mit Trade Republic. Die Aktie fällt auf 14,92 Euro, nach einem Schlusskurs von 17,05 Euro am Vortag.

Extrem überverkauft, aber ohne Boden

Die Kennzahlen zeigen echte Marktangst. Der RSI-Wert liegt bei 9,7 — ein Niveau, das eine massiv überverkaufte Aktie kennzeichnet. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage beträgt fast 69 Prozent.

Binnen einer Woche verlor der Titel 18,47 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 47,46 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 29,70 Euro trennen die Aktie inzwischen fast 50 Prozent, zum aktuellen 52-Wochen-Tief von 14,35 Euro fehlen nur noch rund vier Prozent.

Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen das Ausmaß. Gegenüber dem 50-Tage-Schnitt liegt der Kurs 43,55 Prozent im Minus, gegenüber dem 200-Tage-Schnitt knapp 37 Prozent.

Der Auslöser: Trade Republic zieht sich zurück

Seit dem 1. Juli 2026 verbietet die EU das sogenannte „Payment for Order Flow". Genau davon profitierte Lang & Schwarz jahrelang. Das Unternehmen wickelte den Großteil des Aktienhandels für Trade Republic ab — dieser Kanal bricht nun weg.

Der Neobroker bindet künftig 30 Handelsplätze ein, darunter Xetra und Nasdaq. Eine automatische Bestpreis-Ausführung entscheidet jetzt über die Order-Zuteilung. Die exklusive Bindung an Lang & Schwarz endet damit.

Das Management reagierte bereits Anfang Juli. Es passte die Jahresprognose an und rechnet für 2026 nun mit einem moderaten Rückgang des Handelsergebnisses. Das Niveau soll aber weiterhin über dem Jahr 2024 liegen.

Operativ zeigt sich das Geschäft trotzdem robust. Im zweiten Quartal stieg das Ergebnis aus der Handelstätigkeit auf 32 Millionen Euro, nach 25 Millionen Euro im Vorjahr.

Vom Rekordjahr zum Kurssturz

Der Kontrast zur jüngeren Firmengeschichte fällt deutlich aus. Zwischen 2023 und 2025 stieg der Umsatz um 145 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen erreichte im Rekordjahr 2025 rund 334,3 Milliarden Euro.

Dieser Erfolg hing eng an einem einzigen Partner. Seit dem Start von Trade Republic landete praktisch jede Kundenorder bei den Düsseldorfern. Genau diese Abhängigkeit macht den aktuellen Bruch so schmerzhaft.

Neues Handelsmodell als Antwort

Als Gegenmaßnahme arbeitet Lang & Schwarz an einem neuen Ansatz. Der Vorstand plant ein Multi-Market-Maker-Modell mit mehreren Wertpapierdienstleistern. Die Tochter Lang & Schwarz TradeCenter soll dabei selbst als Market Maker auftreten.

Ziel ist zusätzliche Liquidität für das bestehende Handelsangebot. Konkrete Partner oder einen Zeitplan nennt das Unternehmen bislang nicht. Die Umsetzung hängt zudem von vertraglichen Einigungen und möglichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen ab.

Am 21. August veröffentlicht Lang & Schwarz den Halbjahresbericht. Erst dieser Bericht zeigt, wie stark der Wegfall von Trade Republic die Zahlen tatsächlich trifft. Bis dahin bleibt die Aktie ohne neue Impulse zum Handelsmodell anfällig für weitere Rückschläge — auch wenn der extrem überverkaufte RSI-Wert kurzfristige Gegenbewegungen nicht ausschließt.

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