Lenzing Aktie: 300 Millionen Kapitalerhöhung geplant
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 16:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lenzing schrumpft sich gesund. Der österreichische Faserhersteller schließt mehrere Standorte und bittet seine Aktionäre um frisches Geld. Die Börse quittiert den harten Umbau mit einem massiven Ausverkauf.
Das Unternehmen gibt zwei bedeutende Werke auf. Die Produktion in Heiligenkreuz endet voraussichtlich bis Ende 2026. Das Werk im britischen Grimsby soll ein Jahr später folgen. Parallel dazu treibt das Management den Verkauf des indonesischen Standorts voran.
Der Kahlschlag belastet die Bilanz massiv. Wertminderungen drücken das Ergebnis 2026 mit bis zu 150 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für den Stellenabbau von rund 40 Millionen Euro. Das Ziel: Die Kosten müssen dauerhaft sinken.
Ohne neues Kapital lässt sich dieser Umbau nicht finanzieren. Eine Kapitalerhöhung soll 300 Millionen Euro in die Kassen spülen. Die Großaktionäre B&C und Suzano unterstützen das Vorhaben bereits.
CEO Georg Kasperkovitz richtet den Konzern neu aus. Er setzt künftig voll auf das Geschäft mit Vliesstoffen für Medizin und Hygiene. Der heutige Kurssturz auf 20,50 Euro drückt den RSI auf 27,3 — die Aktie gilt damit als technisch überverkauft.
Im August 2026 fällt die Entscheidung. Dann stimmen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Geldspritze ab. Zeitgleich veröffentlicht Lenzing seinen Halbjahresbericht mit weiteren Details zur Umsetzung.
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