Leonardo Aktie: 12 M-346F-Jets für Indonesien ab 2030
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Rüstungskonzern Leonardo hat auf der Farnborough International Airshow bedeutende geschäftliche Erfolge erzielt. Im Zentrum steht ein umfangreicher Vertrag mit dem indonesischen Verteidigungsministerium über die Lieferung von 12 Kampfflugzeugen des Typs M-346F Block 20. Diese Vereinbarung festigt die Position des Unternehmens auf dem asiatischen Markt und markiert einen technologischen Meilenstein, da Indonesien der erste Betreiber dieser modernisierten Variante in der Region wird.
Marktdurchbruch in Asien mit dem M-346
Die nun bestellten Maschinen sollen ab dem Jahr 2030 an die indonesische Luftwaffe (TNI AU) ausgeliefert werden. Technisch zeichnet sich die Block 20-Variante durch die Integration eines AESA-Radars, moderne Link-16-Kommunikationssysteme und elektronische Kampfführungssysteme aus. Laut Medienberichten wird Indonesien die Jets primär für die Pilotenausbildung nutzen, wobei sie die bereits vorhandene Flotte von 22 T-50i-Trainern ergänzen.
Parallel zum Flugzeugkauf hat Indonesien eine Absichtserklärung (Letter of Intent) für den Erwerb von AW149-Hubschraubern unterzeichnet. Diese Mehrzweckhubschrauber sind für die indonesische Marine vorgesehen und unterstreichen die wachsende strategische Partnerschaft zwischen Jakarta und dem italienischen Konzern. Der Vertrag für die M-346-Jets umfasst neben der Hardware auch technische Unterstützung, Wartung und umfassende Trainingsprogramme für das Personal.
Strategische Allianzen auf der Farnborough Airshow
In Großbritannien treibt Leonardo-CEO Lorenzo Mariani die Ambitionen des Konzerns im Wettbewerb um den neuen Jet-Trainer der Royal Air Force voran. Mariani sucht aktiv nach britischen Industriepartnern, um die Anforderungen der UK-Regierung an lokale Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu erfüllen. Der M-346 tritt hierbei gegen starke internationale Konkurrenz an, darunter das Konsortium aus Boeing, BAE Systems und Saab mit dem T-7 sowie Lockheed Martin mit dem T-50.
Zudem vertieft Leonardo die Zusammenarbeit mit führenden US-Akteuren. Mit Lockheed Martin wird derzeit die Einrichtung eines Wartungs- und Instandsetzungszentrums (MRO) für das Transportflugzeug C-130J in Italien geprüft. Dieses Zentrum soll die Regionen Europa, den Nahen Osten und Nordafrika abdecken. Im Bereich der unbemannten Systeme wurde Leonardo von Boeing als Partner für das MQ-28 Ghost Bat-Programm ausgewählt, wobei die Italiener das Skyward IRST-System (Infrared Search and Track) beisteuern werden.
Fokus auf Produktion und Technologieführerschaft
Ein weiteres zentrales Thema der Messe ist das Global Combat Air Program (GCAP). CEO Mariani betonte die Notwendigkeit nationaler Endmontagelinien in jedem Partnerland, sofern die Stückzahlen dies rechtfertigen. Angesichts Berichten über ein mögliches Interesse Deutschlands an einem Beitritt zum GCAP nach einem potenziellen Ende des FCAS-Projekts zeigte sich Mariani offen für neue Partner bis Ende 2026. Deutschland könnte einen Bedarf von bis zu 150 Flugzeugen haben, was die wirtschaftliche Basis des Programms erheblich verbreitern würde.
Die strategische Ausrichtung von Leonardo zielt laut Mariani auf eine deutliche Produktionssteigerung und die Erschließung neuer Marktanteile ab. Dabei stehen Technologien wie künstliche Intelligenz, Drohnen und integrierte Luftverteidigungssysteme im Vordergrund. Passend dazu präsentierte das Unternehmen in Farnborough eine neue Cloud-Plattform für Cybersicherheit, die speziell für den Schutz digitaler Verteidigungsinfrastrukturen entwickelt wurde.
An der Börse spiegelte sich die operative Dynamik zuletzt in einer stabilen Tendenz wider. Der Schlusskurs am gestrigen Donnerstag lag bei 51,86 €, womit die Aktie knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 51,17 € notierte. Bis zum Erreichen des 52-Wochen-Hochs von 66,24 €, das im März 2026 markiert wurde, verbleibt jedoch noch ein Abstand von 21,71 %. Die Anleger honorieren derzeit die solide Auftragslage und die erfolgreiche Positionierung in internationalen Großprojekten.
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