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Leonardo Aktie: 4,6-Milliarden-Auftrag über Edgewing

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 07:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Leonardo sichert sich Milliardenauftrag für neue Kampfjet-Generation, während der Aktienkurs weiterhin unter Druck bleibt. Analysten sehen Potenzial.

Leonardo Aktie: Milliarden-Deal für Kampfjet trotz Kursflaute
Abstrakte Darstellung des Luft- und Raumfahrtsektors mit futuristischen Lichteffekten, die einen grossen Finanzauftrag symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Leonardo hat einen Großauftrag an Land gezogen. Der Aktienkurs zeigt davon fast nichts. Diese Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursverlauf wirft Fragen auf.

Das Gemeinschaftsunternehmen Edgewing, an dem Leonardo mit 33,3 Prozent beteiligt ist, erhält einen Auftrag über 4,6 Milliarden Pfund. Partner sind BAE Systems und das japanische Unternehmen JAIEC. Der Vertrag stammt von der GCAP-Agentur und betrifft die nächste Kampfjet-Generation im Rahmen des Global Combat Air Programme.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die Aktie schloss am Dienstag bei 50,75 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,89 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 3,19 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt Leonardo knapp im Minus, auf Zwölfmonatssicht dagegen fast sieben Prozent im Plus.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 65,50 Euro aus dem März trennen die Aktie mittlerweile über 22 Prozent. Zum Tief von 43,53 Euro im November besteht dagegen noch ein Polster von rund 16 Prozent. Der RSI von 48 zeigt: Weder überkauft noch überverkauft, der Markt ist unentschlossen.

Genau in diese Phase der Unsicherheit platzierte Jefferies am 10. Juli ein klares Signal. Die Bank stufte Leonardo auf "Buy" hoch und kürte den Titel zum neuen Top-Pick im europäischen Rüstungs- und Luftfahrtsektor. Die Begründung: ein robustes Verteidigungsportfolio und eine starke strategische Position.

Auftragsbücher platzen aus allen Nähten

Die operativen Zahlen liefern reichlich Argumente für Optimisten. Im ersten Quartal stiegen die Aufträge um 31 Prozent auf über 9 Milliarden Euro. Der Gesamtauftragsbestand kletterte auf etwa 56,8 Milliarden Euro.

Auch beim Umsatz geht es voran. Die Erlöse legten um 7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt sogar um 10 Prozent. Das operative Ergebnis (EBITA) sprang um 33 Prozent auf 281 Millionen Euro, die Marge kletterte um 120 Basispunkte auf 6,3 Prozent.

Rückenwind kommt von der Politik. Höhere Verteidigungsausgaben in NATO und EU, darunter das Programm Readiness 2030, dürften die Nachfrage in Bereichen wie Luftverteidigung, Elektronik, Drohnen und Überwachungssystemen auf Jahre absichern.

Der Kurs notiert derzeit rund 1,2 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp 5 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Die annualisierte Volatilität von über 41 Prozent zeigt: Bei Leonardo bleibt es turbulent, trotz solider Fundamentaldaten.

Am 30. Juli legt Leonardo seine Halbjahreszahlen vor. Dann zeigt sich, ob der Edgewing-Auftrag und die starken Q1-Werte auch operativ ihren Niederschlag finden – und ob der Markt die Lücke zwischen Kurs und Geschäftsverlauf schließt.

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