Leonardo Aktie: Shortseller ziehen sich mit 44,5 Prozent zurück
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 03:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während der Kurs von Leonardo seit Wochen nachgibt, ziehen sich Shortseller in großem Stil zurück. Bei den unbesicherten ADRs des Rüstungskonzerns (FINMY) fiel die Zahl der Leerverkaufspositionen im vergangenen Monat um 44,5 Prozent. Das ist ein deutliches Signal — und es passt nicht recht zum Kursverlauf der vergangenen Woche.
Leonardo schloss am Donnerstag bei 49,45 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,08 Prozent zu Buche, der Titel notiert damit 7,50 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 53,45 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 43,4 und signalisiert damit weder Überverkauft- noch Überkauft-Zustand.
Analysten bleiben trotz Schwäche konstruktiv
Der Kursrückgang der vergangenen Tage hat den Analystenkonsens nicht erschüttert. Wall-Street-Häuser stufen Leonardo weiterhin mehrheitlich als "Moderate Buy" ein. Jefferies und Citigroup haben ihre Ausblicke in den vergangenen 48 Stunden sogar angehoben.
Die Zuversicht speist sich aus dem Auftragsbuch. Leonardo startete mit kräftigem Rückenwind ins Jahr 2026: Die Bestellungen im ersten Quartal kletterten um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf über 9 Milliarden Euro. Der Gesamtauftragsbestand liegt inzwischen bei rund 56,8 Milliarden Euro. Das entspricht mehr als zwei Jahren Umsatz und liefert dem Industrieprogramm "Readiness 2030" eine solide Basis.
Saudi-Arabien als Schlüsselthema der Woche
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht derzeit eine mögliche Partnerschaft mit dem saudischen Staatsfonds PIF. Mitte Juli berichteten mehrere Quellen, die Verhandlungen über eine gemeinsame globale Aerostructures-Einheit seien weitgehend abgeschlossen.
Für Leonardo wäre das eine spürbare Entlastung. Die Aerostructures-Sparte kämpft seit Längerem mit strukturellen Problemen, ausgelöst durch die Produktionsverlangsamung in der zivilen Luftfahrt. Der Deal könnte den Bau einer Fertigungsstätte für zivile Luftfahrt in Saudi-Arabien umfassen. Zusätzlich könnte er den Weg für eine saudische Beteiligung am Kampfjet-Programm der nächsten Generation ebnen, das Leonardo gemeinsam mit britischen und japanischen Partnern entwickelt.
Verteidigungsausgaben und "Project Bromo" als Rückenwind
Über die bilaterale Partnerschaft hinaus profitiert Leonardo von der breiteren Aufrüstung in Europa. Der Konzern gilt als führender Anbieter in den Wachstumsmärkten für Drohnenabwehr und Nachtsichtgeräte. Beide Segmente sollen bis 2033 mit einer jährlichen Rate von über 8 Prozent wachsen.
Langfristig richtet sich der Blick vieler Investoren auf "Project Bromo". Dahinter steckt der geplante Zusammenschluss der Raumfahrtaktivitäten von Airbus, Thales und Leonardo mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Euro. Das Ziel: ein europäischer Champion, der es mit vertikal integrierten globalen Konzernen aufnehmen kann. Für Leonardo bedeutet das einen Rollenwechsel — vom Zulieferer zum Mitinhaber eines großen Raumfahrtkonglomerats mit einem geplanten Anteil von 32,5 Prozent.
Am 30. Juli legt Leonardo seine Halbjahreszahlen vor. Es ist das erste vollständige Quartal, in dem das Iveco-Defence-Geschäft konsolidiert wird. Der Bericht dürfte zeigen, wie sich die Marge entwickelt und wie weit die Verhandlungen mit dem PIF tatsächlich gediehen sind.
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