Lindt, Sprüngli

Lindt & Sprüngli Aktie: Berufung zu Giandujotto

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 10:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Lindt & Sprüngli kämpft gegen EU-Herkunftsschutz und eröffnet ersten Flagship-Store in Shanghai. Fallende Kakaopreise entlasten die Margen.

Lindt & Sprüngli: Rechtsstreit um Herkunftssiegel und China-Expansion
Abstrakte, atmosphärische Szene, die die Süßwarenindustrie darstellt, mit Fokus auf Luxus und Handwerkskunst. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Lindt & Sprüngli kämpft an zwei Fronten. In Europa wehrt sich der Konzern gegen strengere Herkunftssiegel für Traditionsprodukte. In China sucht das Management neues Wachstum. Die Aktie notiert zum Wochenstart stabil bei 10.050,00 Euro.

Streit um den Giandujotto

Der Konzern legte offiziell Berufung gegen den geografischen Herkunftsschutz für „Giandujotto di Torino“ ein. Die Europäische Kommission prüft nun den Fall. Es geht um Markenrechte und die Rezeptur der Turiner Spezialität.

Lindt erhielt eine Übergangsfrist von 15 Jahren für mögliche Produktanpassungen. Eine endgültige Entscheidung der Kommission fällt voraussichtlich in sechs bis zwölf Monaten. Der Rechtsstreit zeigt das Ziel des Managements: Es will bestehende Markenrechte gegen regionale Kennzeichnungsvorschriften verteidigen.

Wachstumsmarkt China

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Expansion in Asien voran. In Shanghai eröffnete Anfang Juli der erste Flagship Store des Konzerns. CEO Michal Spiller setzt langfristig auf den chinesischen Markt.

Beobachter werten diesen Schritt als Versuch, die Markenpräsenz in der Metropole zu stärken. Das ist strategisch wichtig. In Europa und Nordamerika schwächelt die Konsumlaune. Das Chinageschäft soll daher als stabileres Standbein dienen.

Entspannung bei den Kakaokosten

Positive Signale kommen von der Rohstoffseite. Die Preise für Kakao fielen von ihrem Rekordhoch bei 12.000 US-Dollar auf zuletzt etwa 4.600 US-Dollar. Diese Entwicklung verschafft dem Konzern im zweiten Halbjahr 2026 mehr Spielraum bei den Margen.

Zuvor hob Lindt die Preise um fast 16 Prozent an. Damit reagierte das Management auf die hohen Kosten. Der Wettbewerber Barry Callebaut meldete zuletzt ein Absatzplus von 5,7 Prozent. Die Nachfrage der Konsumenten kehrt offenbar langsam zurück.

Blick auf die Berichtssaison

Seit Jahresbeginn verlor die Aktie knapp 20 Prozent an Wert. Mit einer Marktkapitalisierung von 23,12 Milliarden Euro bleibt der Konzern ein Schwergewicht im Schweizer Leitindex SMI. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 14.490 Euro beträgt aktuell rund 30 Prozent.

Im Fokus steht nun die anlaufende Berichtssaison der europäischen Blue Chips. Diese Zahlen werden zeigen, ob die Absatzvolumina nach den massiven Preisanpassungen wieder nachhaltig steigen.

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