'Liste der Schande': Lettland veröffentlicht Russlands Handelspartner
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDarauf befinden sich die Namen von rund 170 lettischen Firmen, die Waren in die beiden NachbarlĂ€nder exportieren oder aus diesen importieren. Die auf der Internetseite der Behörde des baltischen EU- und Nato-Landes hinterlegte Ăbersicht soll kĂŒnftig einmal im Monat aktualisiert werden, hieĂ es in der Mitteilung.
Bei den aufgelisteten Firmen handelt es sich nicht um Unternehmen, die gegen internationale Sanktionen verstoĂen, sondern um solche, die weiterhin in Bereichen tĂ€tig sind, die nicht den HandelsbeschrĂ€nkungen unterliegen. Dazu zĂ€hlen etwa Hersteller von Lebensmitteln oder Medikamenten. Zusammen mit der Liste veröffentlichte das Statistikamt auch ein weiteres Dokument, in dem die Unternehmen die GrĂŒnde fĂŒr ihre fortgesetzten GeschĂ€ftsbeziehungen mit Russland und Belarus erlĂ€utern können.
GesetzesÀnderung als Grundlage
Die Veröffentlichung des von manchen lettischen Medien auch als "Liste der Schande" bezeichneten Verzeichnisses geht auf eine GesetzesĂ€nderung zurĂŒck, die das Statistikamt zur Aufbereitung und Offenlegung der zuvor nicht öffentlich zugĂ€nglichen Daten der Steuerbehörde verpflichtet. Dies soll es der Ăffentlichkeit, Kooperationspartnern und den Firmen ermöglichen, selbst zu erkennen, welche Unternehmen mit Russland und Belarus handeln und ihre Zusammenarbeit entsprechend zu bewerten.
Lettland grenzt im Osten an Russland und dessen VerbĂŒndeten Belarus. Die Regierung in Riga gehört zu den engsten Partnern der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. Seit Kriegsbeginn hat Lettland mehrere nationale EinfuhrbeschrĂ€nkungen fĂŒr Waren aus Russland und Belarus beschlossen. Etliche lettische Firmen haben zudem selbst den Handel mit beiden LĂ€ndern aufgegeben, unterbrochen oder eingeschrĂ€nkt.
