Low-Code-Markt, Milliarden

Low-Code-Markt wächst rasant auf 44,5 Milliarden Euro

16.04.2026 - 16:21:26 | boerse-global.de

Der Markt für Low-Code- und No-Code-Plattformen wächst rasant und wird zunehmend von KI und autonomen Agenten geprägt, die komplexe Geschäftsanwendungen ermöglichen.

Low-Code-Markt wächst rasant auf 44,5 Milliarden Euro - Foto: über boerse-global.de
Low-Code-Markt wächst rasant auf 44,5 Milliarden Euro - Foto: über boerse-global.de

Das prognostiziert eine aktuelle Analyse von Gartner. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von rund 19 Prozent. Getrieben wird dieser Boom von einem grundlegenden Wandel, wie Start-ups und Unternehmen ihre digitale Infrastruktur aufbauen. Schätzungsweise 75 Prozent aller neuen Anwendungen entstehen heute auf solchen Plattformen – 2021 waren es erst 40 Prozent. Der Bericht beschreibt einen klaren Trend: weg von einfachen visuellen Baukästen, hin zu komplexen, KI-gesteuerten Systemen, die professionelle Geschäftsanforderungen erfüllen können.

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Vom Prototyp zur Produktion: KI wird zum Kern der Plattformen

Die Branche verabschiedet sich von der Ära der „glänzenden Prototypen“. Stattdessen setzt sie auf produktionsreife Software. Ein Vorreiter dieser Entwicklung ist die Plattform Softr. Sie hat sich Ende März 2026 zu einer „KI-nativen“ Plattform gewandelt. Ihr neuer AI Co-Builder soll es fachlichen Anwendern ermöglichen, komplexe Betriebssoftware in natürlicher Sprache zu beschreiben. Das System übersetzt diese Angaben dann in integrierte Datenbanken, Benutzeroberflächen und Geschäftslogik.

Damit adressiert Softr ein zentrales Problem früherer KI-Tools: KI-generierter Code aus Sprachbefehlen war für Nicht-Entwickler oft kaum zu warten. Die neue Generation von Tools priorisiert daher lauffähige Software, die mit Live-Daten arbeitet und strukturierte Governance unterstützt. Dieser Wandel spiegelt einen größeren Trend wider: Laut Branchenbeobachtern sitzen mittlerweile 80 Prozent derjenigen, die Technologie-Kompetenzen aufbauen, außerhalb traditioneller IT-Abteilungen.

Web-Erlebnis statt Website: Die Ära der personalisierten Plattformen

Marktführer distanzieren sich zunehmend vom Begriff „Website-Builder“. Stattdessen setzen sie auf die Kategorie Website Experience Platform (WXP). Den Anfang machte Webflow nach der Übernahme des KI-Personalisierungsspezialisten Intellimize im Frühjahr 2024. In Updates bis Anfang 2026 integrierte Webflow diese Fähigkeiten in die Suite Webflow Optimize.

Die Plattform nutzt nun maschinelles Lernen für multivariate Tests und Echtzeit-Personalisierung. Marketing-Teams in Start-ups können so dynamische Inhalte und Angebote basierend auf dem individuellen Nutzerverhalten anzeigen – ohne Programmierkenntnisse. Analysten beobachten, dass diese Integration anspruchsvolle A/B-Tests massiv vereinfacht hat. Die KI lernt aus jeder Interaktion und verfeinert ihre Vorhersagen. Das Ziel ist eine vereinheitlichte Umgebung, in der visuelles Design, Content-Management und Performance-Optimierung unter einem KI-gesteuerten Dach zusammenlaufen.

Design-Präzision und der mobile Durchbruch

Während einige Plattformen auf Geschäftslogik setzen, konzentrieren sich andere auf hochwertiges Design und mobile Zugänglichkeit. Im Mai 2025 stellte Framer KI-gestützte Features wie Wireframer und Workshop vor. Wireframer agiert als intelligenter Layout-Assistent, der Seitenstrukturen aus Textbefehlen generiert. Workshop fungiert als Coding-Assistent für individuelle Komponenten. Anfang April 2026 folgte die Auto Translate-Funktion, die Inhalte automatisch in mehrere Sprachen synchronisiert – eine enorme Erleichterung für global agierende Start-ups.

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Gleichzeitig hat die Nachfrage nach nativen Mobil-Apps die No-Code-Landschaft verändert. Im Juni 2025 brachte die Plattform Bubble ihren Native-Mobile-App-Builder in die öffentliche Beta. Nutzer können seither iOS- und Android-Apps im selben Projektumfeld wie ihre Webanwendungen erstellen und veröffentlichen. Bis zum Herbst 2025 führte Bubble eine neue Preisstruktur speziell für diese mobilen Fähigkeiten ein. Berichten zufolge verlangen fast 40 Prozent der Kunden aus Freelance- und Start-up-Sektoren native Mobile-Funktionalität bereits bei der Erstentwicklung.

Die treibende Kraft: Der Aufstieg der „Agentic AI“

Der aktuell Stand der No-Code-Tools wird maßgeblich vom Aufkommen der „Agentic AI“ beeinflusst. Gartner identifizierte sie 2025 als einen der wichtigsten strategischen Technologietrends. Im Gegensatz zu traditionellen KI-Assistenten, die nur Text oder Bilder generieren, sind agentische Systeme zielgerichtet und treffen autonome Entscheidungen, um komplexe Arbeitsabläufe abzuschließen. Gartner prognostiziert, dass bis 2028 mindestens 15 Prozent der täglichen Arbeitsentscheidungen autonom durch solche Agenten getroffen werden.

Für Start-ups bedeutet das: No-Code-Tools sind nicht mehr nur visuelle Oberflächen, sondern werden zu „Automatisierungsgeweben“, in denen Daten und KI-Inferenz zusammenlaufen. Die rasante Verbreitung dieser autonomen Agenten weckt jedoch Governance-Bedenken. Während citizen developer Hunderte interner Automatisierungen einsetzen, warnen Experten vor einer potenziellen „Vertrauenslücke“. Statistiken zeigen: Obwohl 84 Prozent der Entwickler KI-Assistenten nutzen, ist das Vertrauen in deren Output nicht universell. Viele Unternehmen bevorzugen daher Low-Code-Plattformen mit geprüften Komponenten gegenüber reinem KI-generierten Code.

Ausblick: Die Standardisierung der digitalen Belegschaft

Bis zum Ende des Jahrzehnts wird die Grenze zwischen professioneller Programmierung und No-Code-Konfiguration weiter verschwimmen. Gartner-Prognosen deuten an, dass bis 2029 weltweit 80 Prozent der geschäftskritischen Anwendungen auf Low-Code- und No-Code-Plattformen laufen werden. 2024 lag dieser Anteil bei nur 15 Prozent.

Während Plattformen wie Softr, Webflow und Bubble agentische KI integrieren, wird die Rolle des „Business Technologist“ in den meisten Start-ups zum Standard. Der Fokus verschiebt sich vom bloßen Erstellen einer Website zum Management einer zielgerichteten digitalen Belegschaft. Für Gründer liegt die primäre Herausforderung künftig weniger im „Wie baue ich es?“, sondern im „Wie verwalte ich es?“. Denn diese autonomen Systemen übernehmen immer mehr Verantwortung für Nutzererfahrung und Backend-Logik. Weiterhin hohe Investitionen in KI-Governance-Plattformen werden nötig sein, um die ethischen und operativen Risiken in dieser Hochgeschwindigkeits-Entwicklungsumgebung zu managen.

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