MAHLE, Sozialpaket

MAHLE: Sozialpaket vereinbart, Werk schließt trotzdem

31.05.2026 - 17:41:49 | boerse-global.de

IG Metall und Mahle einigen sich auf Abfindungen und Transfergesellschaft. Die geplante Schließung des Standorts Neustadt bleibt davon unberührt.

Minijob-Reform 2026: Neue Regeln für Arbeitgeber und Beschäftigte - Foto: über boerse-global.de
Minijob-Reform 2026: Neue Regeln für Arbeitgeber und Beschäftigte - Foto: über boerse-global.de

Der unbefristete Streik im niederbayerischen Neustadt an der Donau geht seinem Ende entgegen — zumindest formal. IG Metall und der Stuttgarter Autozulieferer Mahle haben sich auf ein Sozialpaket für die betroffenen Beschäftigten geeinigt. Die Werksschließung selbst ist damit nicht vom Tisch.

Einigung mit Bedingungen

Das ausgehandelte Paket staffelt Abfindungen nach Alter, Betriebszugehörigkeit und persönlichen Umständen — Beschäftigte mit Kindern oder Schwerbehinderung erhalten Zusatzzahlungen. Außerdem wurden ein Härtefall-Fonds und eine Transfergesellschaft vereinbart. Ob die Mitglieder das Ergebnis akzeptieren, entscheidet eine Urabstimmung, die für Montag geplant ist. Für die Annahme reicht eine Zustimmung von 25 Prozent.

Der Streik läuft bis zur Abstimmung weiter. Mahle selbst hat sich zum Verhandlungsergebnis bislang nicht geäußert.

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Verlagerung oder Schließung?

Die Fronten zwischen Unternehmen und Gewerkschaft bleiben verhärtet. Mahle begründet die für das erste Halbjahr 2027 geplante Schließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, schwacher Autokonjunktur und wachsendem Preisdruck durch asiatische Wettbewerber. Die IG Metall sieht das anders: Sie wirft dem Unternehmen vor, einen profitablen Standort zugunsten einer Verlagerung in die Slowakei aufzugeben.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nutzte die Einigung als Plattform für grundsätzliche Kritik. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland sei ein „Offenbarungseid für die Bundespolitik der letzten Jahrzehnte" — die Rahmenbedingungen in Deutschland seien schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig. Kein Wunder, dass solche Aussagen die politische Debatte um den Industriestandort weiter befeuern.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium will weiter prüfen, welche Nutzungsperspektiven für den Standort verbleiben. Ob sich konkrete Alternativen finden lassen, hängt maßgeblich vom Ausgang der Urabstimmung und einer möglichen Reaktion von Mahle auf politischen Druck ab — beides entscheidet sich noch diese Woche.

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