Fuchs peilt nach Stagnation 2026 ZuwÀchse an - Aktie gibt leicht nach
20.03.2026 - 14:24:37 | dpa.de(neu: Aussagen aus der Pressekonferenz, Hintergrund zum VCI, Aktienkurs)
MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Schmierstoffhersteller Fuchs DE000A3E5D64 hat 2025 trotz des schwachen Marktumfelds und der unberechenbaren US-Zollpolitik in etwa so viel verdient wie im Vorjahr. Die im Sommer gekappten Ziele fĂŒr 2025 erreichten die Mannheimer. "Auch 2026 werde aufgrund der aktuellen Konflikte ein herausforderndes Jahr", sagte Finanzchefin Esma Saglik am Freitag. "Es ist schwer abzuschĂ€tzen, wohin die Reise 2026 gehen wird." ZunĂ€chst einmal sei das Unternehmen aber gut ins Jahr gestartet, sagte Unternehmenschef Stefan Fuchs. FĂŒr 2026 peilt das Unternehmen ZuwĂ€chse bei Umsatz und operativem Ergebnis an.
Erst jĂŒngst warnte der Verband der Chemischen Industrie in Deutschland vor Störungen in den Lieferketten wegen des Iran-Kriegs. Grund sei die Blockade der StraĂe von Hormus, die nicht nur die Ăl- und Gasversorgung betreffe. Es bestehe die Sorge ernster, zunehmender VersorgungsengpĂ€sse bei Rohstoffen - zum Beispiel bei Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel, mahnte der Verband. Es gebe erste Hinweise auf Störungen bei Lieferketten. Je lĂ€nger der Krieg dauere, desto heftiger seien die Folgen.
Konzernlenker Fuchs sagte diesbezĂŒglich: "Momentan sehen wir noch keine kritischen Themen." Das GeschĂ€ftsmodell des Unternehmens sei widerstandsfĂ€hig, Schmierstoffe seien ein Gebrauchsgegenstand. Der Fokus liege derzeit darauf, die VerfĂŒgbarkeit von Rohstoffen fĂŒr bestehende Kunden sicherzustellen. Fuchs habe mehr als 100 Basisöle und mehrere tausend Chemikalien. Sollte es zu EngpĂ€ssen kommen, dann könne das Unternehmen auch "ein paar Paletten ĂŒber Luftfracht einfliegen", fĂŒgte der Manager hinzu.
An der Börse kam vor allem der Ausblick nicht so gut an. Die Vorzugsaktie fiel im frĂŒhen Handel zeitweise um mehr als drei Prozent und gehörte damit zu den wenigen Verlierern im MDax DE0008467416, den Index fĂŒr mittelgroĂe Werte. Zuletzt verringerte sich der Abschlag auf rund ein Prozent. FĂŒr Analystin Angelina Glazova von der US-Bank JPMorgan hat der Schmierstoffhersteller zwar im vergangenen Quartal die Erwartungen solide ĂŒbertroffen, doch die Ziele enttĂ€uschten. Die KonsensschĂ€tzungen könnten im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken.
Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz nur leicht um ein Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um eine Million auf 435 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem leichten ErgebnisrĂŒckgang gerechnet.
WĂ€hrend das Unternehmen vor allem in der Region Asien-Pazifik operativ deutlich mehr verdiente, ging das Ergebnis in Nord- und SĂŒdamerika um fast ein FĂŒnftel zurĂŒck. Fuchs fĂŒhrte dies unter anderem auf Anlaufkosten im NeukundengeschĂ€ft in Nordamerika zurĂŒck. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) konnte das Unternehmen das Ergebnis vor allem dank Deutschland und Nordeuropa leicht verbessern.
Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 306 Millionen Euro, ein Plus von einem Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs Cent auf 1,23 Euro steigen.
Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer mit einer Besserung. Der Umsatz soll auf 3,7 Milliarden Euro steigen und der operative Gewinn (Ebit) sich auf 450 Millionen Euro erhöhen. Zu letzterem soll auch ein weiterhin striktes Kostenmanagement beitragen, sagte Konzernlenker Fuchs. Insgesamt geht das Unternehmen von keiner deutlichen Aufhellung des ökonomischen Marktumfelds aus. Die Ziele liegen im GroĂen und Ganzen im Rahmen der Analystenerwartungen.
FĂŒr den Mannheimer Schmierstoffhersteller, der knapp 6.900 Mitarbeiter beschĂ€ftigt, ist vor allem die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie wichtig. Fuchs macht rund 30 Prozent des Umsatzes mit diesen Bereichen. Der Umbruch vom Verbrennungsmotor hin zum Elektromotor fĂŒhrt deshalb auch bei Fuchs zu VerĂ€nderungen. Daneben hat der Konzern auch Kunden aus Bereichen wie Maschinenbau, Metallverarbeitung, Bergbau, Luft- und Raumfahrt sowie Land- und Forstwirtschaft.
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