Marinomed Biotech Aktie: Analysten ziehen Kursziel zurĂŒck
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 11:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Kursziel von 51,00 Euro, ein Kaufen-Rating â und plötzlich beides auf Eis. Die Analysten von GBC haben ihre EinschĂ€tzung zu Marinomed Biotech komplett ausgesetzt, nachdem das Unternehmen erneut in ein Sanierungsverfahren gerutscht ist. Der Grund: Der Pharmapartner Unither Pharmaceuticals lĂ€sst sich mit den vereinbarten Zahlungen Zeit â und die Zeit wird fĂŒr Marinomed knapp.
Geplatzte Millionen aus dem Carragelose-Deal
Das Landesgericht Korneuburg eröffnete am 23. Juli das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, als Insolvenzverwalterin wurde Ulla Reisch bestellt. Auslöser war der Abbruch der GesprĂ€che mit Unither ĂŒber die sogenannten Earn-out-Zahlungen aus dem im Februar 2025 abgeschlossenen Verkauf des Carragelose-GeschĂ€fts. Der Deal sah neben einem bereits geflossenen Fixbetrag von 5 Millionen Euro potenzielle Zusatzzahlungen von bis zu 15 Millionen Euro vor â Geld, das eigentlich den im November 2024 genehmigten Sanierungsplan absichern sollte.
Mit dem Ausbleiben dieser Mittel kippte die positive Fortbestehensprognose. Die Verbindlichkeeiten summieren sich inklusive wiederauflebender Forderungen aus dem ersten Sanierungsverfahren auf rund 27,90 Millionen Euro. Besonders schwer wiegt dabei die Forderung der EuropĂ€ischen Investitionsbank: Da von der ursprĂŒnglich vereinbarten RĂŒckstehensvereinbarung erst 10 Prozent bedient wurden, leben zwei Drittel des EIB-Anspruchs wieder auf â knapp 16 Millionen Euro.
Neue Quote, neue Fristen
Marinomed schlĂ€gt den GlĂ€ubigern nun eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent vor, dem gesetzlichen Minimum. Die Anmeldefrist fĂŒr Forderungen lĂ€uft bis zum 10. September 2026, die Berichts- und PrĂŒfungstagsatzung ist fĂŒr den 24. September angesetzt. Ăber den Sanierungsplan selbst soll voraussichtlich am 29. Oktober verhandelt werden.
Die im April 2026 abgeschlossene Kapitalerhöhung ĂŒber 2,23 Millionen Euro brutto konnte die FinanzierungslĂŒcke offenbar nur kurzzeitig schlieĂen. ZusĂ€tzlich hat die Raiffeisen Bank International den Market-Making-Vertrag mit sofortiger Wirkung beendet â der Handel bleibt zwar möglich, dĂŒrfte aber mit spĂŒrbar geringerer LiquiditĂ€t und gröĂeren Geld-Brief-Spannen einhergehen. Der ursprĂŒnglich fĂŒr den 16. September geplante Halbjahresbericht wurde verschoben.
GBC betont, dass die Marinosolv-Technologie und das Solv4U-GeschĂ€ft operativ weiter werthaltig bleiben. Eine Neubewertung von Rating und Kursziel wollen die Analysten erst vornehmen, sobald Klarheit ĂŒber die Unither-AnsprĂŒche, die Zustimmung der GlĂ€ubiger und die kĂŒnftige Finanzierungsstruktur besteht. Bis dahin bleibt fĂŒr AktionĂ€re offen, in welchem Umfang VerwĂ€sserungen oder weitere KapitalmaĂnahmen auf sie zukommen könnten.
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