Medios Aktie: Kursrutsch trotz Kaufvotum
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Gewinnwarnung reicht meist für einen Kursrutsch. Bei Medios kam am Mittwoch noch etwas hinzu: Ein Analyst der Privatbank Berenberg erklärte die Verluste ausgerechnet zur Kaufgelegenheit — und hielt an seiner "Buy"-Einstufung fest.
Der Spezialpharma-Anbieter hatte am Dienstagabend seine Ebitda-Prognose für 2026 gesenkt. Statt 94 bis 102 Millionen Euro rechnet der Vorstand nun nur noch mit 88 bis 92 Millionen Euro. Die Aktie reagierte am Mittwochmorgen mit Verlusten von zeitweise elf Prozent und rutschte auf den tiefsten Stand seit April 2025. Zuletzt notierte das Papier noch rund sieben Prozent im Minus bei 11,40 Euro — größter Verlierer im SDAX. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit mehr als ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt.
Cannabis-Reform trifft Margen
Hauptgrund für die Kappung ist das vom Bundestag beschlossene Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Es schließt die Erstattung von Cannabisblüten künftig aus und schränkt die Erstattung cannabishaltiger Zubereitungen deutlich ein. Hinzu kommt anhaltender Preisdruck im Segment Arzneimittelversorgung sowie ein leicht schwächeres Auslandsgeschäft. Ein Analyst der Deutschen Bank verwies darauf, dass der Mittelwert der neuen Ebitda-Spanne rund acht Prozent unter der bisherigen Konsensschätzung liege — die Probleme lägen bei Preisen, Produktpalette und Margen, nicht bei der Nachfrage.
Beim Umsatz zeigt sich Medios dagegen zuversichtlicher: Die Erlösprognose für 2026 wandert von 2,0 bis 2,12 Milliarden auf 2,1 bis 2,16 Milliarden Euro nach oben. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz von 992 Millionen auf 1,08 Milliarden Euro, während das Ebitda von 46,3 auf 44 Millionen Euro sank.
Der Vorstand reagiert mit schärferem Sparkurs. Die bereits eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen sollen forciert werden, zudem will sich das Unternehmen stärker auf profitabel wachsende Geschäftsfelder konzentrieren. Berenberg senkte sein Kursziel im Zuge der Neuigkeiten von 26 auf 25 Euro, verwies aber auf die Sparmaßnahmen und die aktuelle Bewertung als Stütze für die langfristige Einschätzung.
Für die kommenden Monate dürfte entscheidend sein, wie schnell sich die angekündigten Effizienzprogramme in den Zahlen niederschlagen — und ob der Umsatzausblick die schwächere Ergebnismarge kompensieren kann.
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