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Medios schockt mit Gewinnwarnung

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 10:53 Uhr | dpa.de

Das Spezialpharma-Unternehmen Medios DE000A1MMCC8 kappt nach einem durchwachsenen Halbjahr seine Gewinnerwartungen für 2026.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte 88 bis 92 Millionen Euro erreichen, teilte Medios überraschend am Dienstagabend mit. Bisher war der Vorstand von 94 bis 102 Millionen Euro ausgegangen. Ein Grund für die Kappung sind Kürzungen rund um medizinisches Cannabis bei den gesetzlichen Krankenkassen. An der Börse wurden die Neuigkeiten am Mittwoch mit einem Kursrutsch quittiert.

Zeitweise ging es für die Medios-Aktie am Morgen um rund elf Prozent abwärts. Zuletzt lag sie am Vormittag noch mit rund sieben Prozent im Minus bei 11,40 Euro und war weiterhin größter Verlierer im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386. Im Vergleich zum Jahreswechsel hat das Medios-Papier mehr als ein Fünftel eingebüßt.

Branchenexperte Michael Heider von der Privatbank Berenberg sieht die derzeitigen Kurse allerdings als Kaufgelegenheit. Er senkte zwar sein Kursziel von 26 auf 25 Euro, behielt seine Einstufung "Buy" jedoch bei. So hielten die regulatorischen Herausforderungen bei Medios an, doch die Sparmaßnahmen des Unternehmens und die Bewertung der Aktien stützten seine positive Einschätzung zur langfristigen Entwicklung der Papiere, schrieb er.

Während die Medios-Spitze ihre Gewinnprognose kappte, wurde sie mit Blick auf die Umsatzentwicklung in diesem Jahr optimistischer. So soll der Erlös jetzt 2,1 bis 2,16 Milliarden Euro erreichen, nachdem der Vorstand bisher 2,0 bis 2,12 Milliarden Euro im Auge hatte. Experten hatten zuletzt mit 2,1 Milliarden Euro gerechnet.

Im ersten Halbjahr legte der Umsatz des Unternehmens im Jahresvergleich von 992 Millionen auf knapp 1,1 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn (Ebitda) sank hingegen auf 44 Millionen Euro, nach 46,3 Millionen im Vorjahr.

Medios erklärte die gesenkte Gewinnprognose mit einem anhaltenden Preisdruck im Segment Arzneimittelversorgung sowie mit dem vom Bundestag beschlossenen Beitragssatzstabilisierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Dieses schließe die Erstattung von Cannabisblüten in Zukunft aus und schränke die Erstattung cannabishaltiger Zubereitungen deutlich ein. Hinzu komme ein etwas schwächeres Auslandsgeschäft.

Der Vorstand will im Unternehmen deshalb noch stärker den Rotstift ansetzen: Er forciere nun die schon eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung, hieß es weiter. Zugleich seien die neuesten Entwicklungen Anlass, "uns strategisch auf Geschäftsfelder zu fokussieren, in denen wir profitabel wachsen können", sagte Medios-Chef Thomas Meier laut Mitteilung.

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