Medtronic Aktie: 550 Millionen für Scientia Vascular
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Hohe Inflation und leere Wartezimmer setzen Medtronic unter Druck. Wenn Patienten ihre Operationen aus Kostengründen aufschieben, spürt der Medizintechnik-Riese das sofort in der Bilanz. Aktuelle Marktdaten deuten darauf hin, dass dieser Trend die Nachfrage nach medizintechnischen Geräten spürbar bremst.
Analysten senken den Daumen
Die Investmentbank TD Cowen reagierte prompt auf die getrübten Aussichten. Die Experten kürzten ihr Kursziel für das Papier deutlich von 119 auf 100 US-Dollar. Zwar bleibt die Einstufung auf „Buy“, doch die Begründung wiegt schwer: Gegenwind im Geschäft mit Herzklappen (TAVR) belastet die Stimmung.
Dieser Bereich steuert etwa 5,5 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Schwächen in diesem Segment dämpfen das organische Wachstum und schüren Sorgen vor einer langsameren Expansion im Geschäftsjahr 2027. Parallel dazu blicken Marktbeobachter vorsichtiger auf die operative Umsetzung der Konzernstrategie.
Hoffnung ruht auf neuen Technologien
Einen wichtigen Gegenpol bildet die Sparte für kardiale Ablationen. Hier rechnet TD Cowen für das Geschäftsjahr 2027 mit einem massiven Wachstum von rund 40 Prozent. Hohe Marktanteilsgewinne sollen diesen Bereich zum wichtigsten Wachstumsmotor machen.
Medtronic treibt zudem die Konsolidierung voran. Mitte Juni schloss der Konzern die Übernahme von Scientia Vascular für 550 Millionen US-Dollar ab. Die Integration spezialisierter Katheter und Führungsdrähte soll die Marktposition in der Neurovaskular-Chirurgie festigen. Das Management erwartet, dass dieser Zukauf ab 2028 positive Beiträge zum bereinigten Gewinn liefert.
Das Papier legte am Mittwoch um 1,29 Prozent auf 70,46 Euro zu. Damit stabilisierte sich der Kurs nach dem deutlichen Rücksetzer vom Vortag. Dennoch notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch immer rund 14 Prozent im Minus.
Der Fokus richtet sich nun auf die kommenden Quartale. Medtronic muss beweisen, dass der starke Cashflow ausreicht, um die hohe Schuldenlast zu bedienen und gleichzeitig die Forschung voranzutreiben. Das Erreichen der Wachstumsziele für 2027 wird maßgeblich davon abhängen, ob die Erfolge in der Ablations-Sparte die Schwäche im Herzklappen-Segment übertreffen.
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