Mercedes-Benz, Aktie

Mercedes-Benz Aktie: Dividende auf 3,50 Euro gekürzt

Veröffentlicht: 21.06.2026 um 14:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz kämpft mit Kursverlusten und fordert schlankere Prozesse. Dividende und Cashflow rücken in den Fokus der Anleger.

Mercedes-Benz Aktie: Interne Krise und Kursverfall belasten
Nahaufnahme eines Mercedes-Benz Emblems, das eine sinkende Börsenkurve widerspiegelt, vor dem Hintergrund eines Finanzviertels. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Knapp über dem Jahrestief, fast 27 Prozent im Minus seit Januar — die Mercedes-Benz Aktie steckt tief in der Krise. Intern reagiert der Konzern mit einem Appell zur Entbürokratisierung. Ob das reicht, ist fraglich.

Seeger fordert schlankere Strukturen

Personal- und IT-Vorständin Britta Seeger hat am Wochenende Klartext geredet. Laut Medienberichten vom 20. Juni kritisierte sie, dass Mercedes-Benz bei Entscheidungen zu langsam agiere. Ihr Ziel: schlankere Prozesse, produktivere Belegschaft, mehr Tempo.

Der Appell kommt nicht zufällig. Die gesamte deutsche Autoindustrie steht unter Druck. Volkswagen plant radikale Stellenstreichungen. BMW musste jüngst eine Gewinnwarnung ausgeben — wegen schwacher Absätze in China und höherer Logistikkosten. Mercedes setzt vorerst auf interne Optimierung statt harte Einschnitte.

Dividende gekürzt, Cashflow unter Beobachtung

Für das laufende Geschäftsjahr zahlt Mercedes-Benz 3,50 Euro je Aktie — nach 5,30 Euro zuvor. Das ist ein deutlicher Schnitt. BMW und Volkswagen haben ihre Ausschüttungen ebenfalls reduziert. Der Trend ist eindeutig.

Beim Free Cashflow rechnet Mercedes für 2026 mit rund 3,5 Milliarden Euro. BMW hat seine Prognose im gleichen Zeitraum von 4,5 auf 2,5 Milliarden Euro gesenkt — ein Vergleich, der Mercedes noch relativ solide aussehen lässt.

Charttechnik sendet Warnsignale

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Am Freitag schloss die Aktie bei 45,09 Euro — gerade einmal 2,5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 43,99 Euro, das erst am 18. Juni markiert wurde. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt minus 18 Prozent. Der Abwärtstrend ist intakt.

Der RSI liegt bei 32,5 — technisch überverkauft, aber kein automatisches Kaufsignal. Solange der Kurs weit unter allen gleitenden Durchschnitten notiert, bleibt der Druck bestehen.

Hält die Unterstützung bei rund 44 Euro nicht, fehlt ein technischer Boden. Das nächste konkrete Datum, das Klarheit bringen könnte: die Halbjahreszahlen, die zeigen werden, ob der Cashflow-Plan für 2026 noch steht.

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