Mercedes-Benz, Aktie

Mercedes-Benz Aktie: Sonderzahlung erst 2027

Veröffentlicht: 27.06.2026 um 16:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz verschiebt Sonderzahlung und plant lÀngere Arbeitszeiten. Der Aktienkurs notiert nahe dem Jahrestief, belastet durch hohe Kosten und schwache China-Nachfrage.

Mercedes-Benz Aktie: Sparmaßnahmen drĂŒcken Kurs nahe Jahrestief
Abstrakte, atmosphĂ€rische Szene der Automobilindustrie, die Vorfreude und langfristige Planung darstellt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Sonderzahlung verschoben, GesprĂ€che ĂŒber unbezahlte Mehrarbeit, Kurs nahe am Jahrestief — Mercedes-Benz macht mit einer Sparoffensive ernst. Die Meldung trifft die Aktie in einem bereits schwachen Moment.

Tariflicher Transformationsbaustein kommt erst 2027

Den Anfang macht eine konkrete Maßnahme: Der Konzern verschiebt den sogenannten „Transformationsbaustein" — eine jĂ€hrliche Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent des individuellen Monatsentgelts — vom Juli dieses Jahres auf 2027. Das geht aus einem Schreiben an die Belegschaft hervor.

Parallel will das Management mit dem Betriebsrat ĂŒber lĂ€ngere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich verhandeln. Betroffen wĂ€ren Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung und Produktion. Mercedes-Benz begrĂŒndet den Schritt mit strukturell nicht wettbewerbsfĂ€higen Arbeitskosten am deutschen Standort.

Kursbild ist bereits angeschlagen

Die Aktie schloss am Freitag bei 43,27 Euro — das sind gerade einmal 0,62 Prozent ĂŒber dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 29,2 und signalisiert eine ĂŒberverkaufte Lage. Technische Erholung und fundamentale Belastung stehen sich damit direkt gegenĂŒber.

Dass der Markt nervös reagiert, hat GrĂŒnde. Im ersten Quartal 2026 erzielte Mercedes-Benz Cars eine bereinigte Umsatzrendite von nur 4,1 Prozent. Der Absatz lag bei rund 419.000 Fahrzeugen; ZuwĂ€chse in Europa und den USA konnten RĂŒckgĂ€nge in China nur teilweise ausgleichen. Der Konzernumsatz belief sich auf 31,6 Milliarden Euro, das EBIT auf 1,9 Milliarden Euro.

China bleibt der Knackpunkt

China ist das zentrale Problemfeld. Der Wettbewerb dort ist intensiv, die Nachfrage verhalten. Das Top-End-Segment hielt sich zwar besser als der Gesamtabsatz — ein schwacher Trost fĂŒr ein Unternehmen, das auf Premiummargen angewiesen ist.

FĂŒr das Gesamtjahr 2026 hĂ€lt Mercedes-Benz an seiner Prognose fest: Umsatz auf Vorjahresniveau, EBIT deutlich ĂŒber Vorjahr, Free Cash Flow des IndustriegeschĂ€fts leicht darunter. Ob diese Ziele angesichts des Kostendrucks und der China-SchwĂ€che erreichbar sind, wird der Markt beim Pre-Close Call am 14. Juli und beim vollstĂ€ndigen Q2-Bericht am 28. Juli 2026 neu einschĂ€tzen.

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