Mercedes-Benz, NextGenH2

Mercedes-Benz NextGenH2 startet in Kleinserie

Veröffentlicht am: 30.01.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz Trucks beginnt Kleinserienproduktion von 100 Brennstoffzellen-Lkw mit Flüssigwasserstoff für den Fernverkehr. Die Massenproduktion ist für Anfang der 2030er Jahre geplant.

Mercedes-Benz NextGenH2 startet in Kleinserie Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Mercedes-Benz NextGenH2 startet in Kleinserie Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Daimler Truck bringt seinen Brennstoffzellen-Lkw in den Praxistest. Ab Ende 2026 rollen 100 Vorserien-Fahrzeuge zu ausgewählten Kunden.

Leinfelden-Echterdingen – Der Schritt von der Vision zur Wirklichkeit: Mercedes-Benz Trucks startet die Kleinserienproduktion seines Wasserstoff-Lkw NextGenH2. Ab Ende 2026 sollen die ersten 100 Einheiten vom Werk in Wörth aus zu Logistikunternehmen geliefert werden. Damit beginnt die entscheidende Erprobungsphase für die Brennstoffzellentechnik im schweren Fernverkehr – ein Meilenstein für die Abkehr vom Diesel.

Flüssigwasserstoff für 1.000 Kilometer Reichweite

Das Herzstück des NextGenH2 ist sein Flüssigwasserstoff-System (sLH2). Zwei Tanks fassen bis zu 85 kg des tiefgekühlten Treibstoffs. Das ermöglicht eine Reichweite von über 1.000 Kilometern – vergleichbar mit einem Diesel-Lkw. Betankt ist der Truck in nur 10 bis 15 Minuten wieder einsatzbereit.

Der Antriebsstrang kombiniert eine 300-kW-Brennstoffzelle von cellcentric, einem Joint Venture mit Volvo, mit einer 101-kWh-Pufferbatterie. Für Kosteneffizienz und Zuverlässigkeit setzt Daimler auf bewährte Bauteile des batterieelektrischen eActros 600, darunter die e-Achse und die Fahrerkabine.

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Strategischer Feldversuch vor der Großserie

Die 100 Fahrzeuge sind kein bloßes Pilotprojekt. Sie sollen in echten Logistikbetrieben beweisen, dass die Technik alltagstauglich ist. Erste Tests mit Prototypen laufen bereits seit 2024 bei Großkunden wie Amazon, Air Products und DHL.

Doch der Weg zur Großserie wird länger als einst geplant. Statt 2027 peilt Daimler Truck nun den Start der Massenproduktion in den frühen 2030er Jahren an. Der Grund: Der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Tankstellennetzes in Europa kommt nur schleppend voran.

Infrastruktur als entscheidende Hürde

Ohne Tankstellen keine Trucks – diese Abhängigkeit betont das Unternehmen nachdrücklich. Die Entwicklung des NextGenH2 wird zwar mit 226 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln gefördert. Doch für den Markterfolg brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung von Industrie und Politik.

Als positives Signal wertet Daimler die verlängerte mautfreie Nutzung für emissionsfreie Lkw in Deutschland. Sie gibt Speditionen Planungssicherheit. Doch die eigentliche Aufgabe bleibt: Bis zum Serienstart muss ein verlässliches Netz für Flüssigwasserstoff entstehen. Die Zeit drängt, wenn die Klimaziele im Verkehr erreicht werden sollen.

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