Meta Aktie: Kapex auf 125 bis 145 Milliarden angehoben
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 09:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Meta Platforms wandelt sich vom Social-Media-Riesen zum KI-Infrastruktur- und Cloud-Anbieter. Die Aktie legt gerade eine ihrer stĂ€rksten Wochen seit ĂŒber zwei Jahren hin. Gleichzeitig wĂ€chst unter Analysten die Sorge, wie teuer dieser Umbau wird.
Am Montag schloss die Aktie bei 577,30 Euro. Das entspricht einem Plus von 7,07 Prozent binnen einer Woche und 12,80 Prozent im Monatsvergleich. Zum Rekordhoch von 677,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen dennoch noch 14,83 Prozent.
UBS senkt Kursziel trotz Kaufempfehlung
Am 13. Juli 2026 kĂŒrzte UBS ihr Kursziel fĂŒr Meta von 865 auf 766 Dollar. Die Einstufung "Buy" behĂ€lt die Bank aber bei. Grund fĂŒr die Korrektur sind die massiven InvestitionsplĂ€ne des Konzerns.
Meta hat seine Kapex-Prognose fĂŒr 2026 auf eine Spanne von 125 bis 145 Milliarden Dollar angehoben. Im Jahr 2025 gab der Konzern noch 72,2 Milliarden Dollar aus. Diese Verdopplung der Investitionssumme lĂ€sst einen Teil der Wall Street vorsichtiger werden, wenn es um die kurzfristige RentabilitĂ€t dieser Ausgaben geht.
Andere HÀuser bleiben deutlich optimistischer. Rosenblatt hÀlt an einem Kursziel von 1.015 Dollar fest. TD Cowen und Guggenheim sehen beide 800 Dollar als fairen Wert. Im Konsens ergibt sich daraus ein "Moderate Buy" mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 835,90 Dollar.
Cloud-Sparte und eigener KI-Chip treiben die Rally
Auslöser der jĂŒngsten Kursbewegung war der offizielle Start von "Meta Compute". Die neue Cloud-Einheit vermietet ĂŒberschĂŒssige KI-RechenkapazitĂ€t an Dritte und tritt damit direkt gegen Amazon Web Services und Microsoft Azure an.
Zentral fĂŒr diese Strategie ist Metas eigene Chip-Entwicklung. Der Konzern bestĂ€tigte, dass die Produktion des hauseigenen KI-Chips "Iris" im September 2026 beginnt. Entwickelt wurde er gemeinsam mit Broadcom und TSMC, als Teil der MTIA-Chipfamilie. Ziel ist es, die AbhĂ€ngigkeit von Nvidia und AMD zu verringern.
Meta plant offenbar, bis 2027 alle sechs Monate eine neue Chip-Generation nachzuschieben. Die KapazitÀt soll dabei schrittweise auf 14 Gigawatt wachsen.
Vier US-Bundesstaaten fordern Rekordstrafe
Der technologische Umbau kommt bei wachstumsorientierten Investoren gut an. Parallel dazu drohen dem Konzern aber erhebliche juristische Risiken. Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey fordern in einem fĂŒr August 2026 in Oakland angesetzten Verfahren eine Strafe von bis zu 1,4 Billionen Dollar.
Die Klage wirft Meta vor, seine Plattformen gezielt suchterzeugend fĂŒr junge Nutzer gestaltet zu haben. Der Konzern nennt die geforderte Summe "beispiellos" und weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck.
In Irland geht Meta zudem juristisch gegen Untersuchungen der Medienaufsicht CoimisiĂșn na MeĂĄn vor. Diese nimmt die Empfehlungsalgorithmen der Plattform ins Visier.
Blick auf die Quartalszahlen
Am 29. Juli 2026 legt Meta seine Zahlen fĂŒr das zweite Quartal vor. Der Konzern rechnet mit einem Umsatz zwischen 58 und 61 Milliarden Dollar. Anleger werden besonders auf die operative Marge achten, die im ersten Quartal bei 41 Prozent lag.
Mit einer Marktkapitalisierung von 1.488,20 Milliarden Euro zĂ€hlt Meta weiterhin zu den gröĂten Werten der Wall Street. Der RSI von 64,9 und ein Abstand von 11,30 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt deuten darauf hin, dass die Aktie nach dem starken Lauf zunĂ€chst eine Verschnaufpause einlegen könnte. Ob die Zahlen am 29. Juli genug Substanz liefern, um die hohen Kapex-Ausgaben zu rechtfertigen, dĂŒrfte dann die nĂ€chste Kursrichtung bestimmen.
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