Metaplanet, Aktie

Metaplanet Aktie: 2.823 Bitcoin für 222 Millionen Dollar

04.07.2026 - 01:31:40 | boerse-global.de

Metaplanet setzt auf Bitcoin-Käufe unter den Durchschnittskosten, während die Aktie sich von einem Tief erholt. Das Optionsgeschäft bricht ein.

Metaplanet kauft Bitcoin trotz Branchenflaute und Kursverlusten
Metaplanet - Abstrakte, atmosphärische Szene, die den digitalen Asset-Sektor darstellt. Ein Gefühl von erheblichem digitalem Vermögensaufbau und strategischer Finanzpositionierung mit einer Stimmung von Wachstum und erheblichen Investitionen in einer Hightech-Umgebung. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Metaplanet kauft wieder Bitcoin, während der große Rivale pausiert. Diese Divergenz treibt die Aktie des japanischen Bitcoin-Schatzhauses am Freitag um 6,31 Prozent auf 1,22 Euro nach oben. Erst drei Tage zuvor hatte das Papier bei 1,04 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.

Der Rebound ist beachtlich, die Ausgangslage bleibt fragil. Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer 45,28 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar 86,91 Prozent. Vom Rekordhoch bei 9,42 Euro aus dem Juli 2025 trennen das Papier fast 87 Prozentpunkte.

Bitcoin-Käufe nach dreimonatiger Pause

Im zweiten Quartal kaufte Metaplanet 2.823 Bitcoin für rund 222 Millionen Dollar. Damit wächst der Gesamtbestand auf 43.000 BTC im Wert von etwa 2,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2025 hatte das Unternehmen noch 17.473 BTC auf einen Schlag zugekauft — die aktuelle Order ist die kleinste seit einem Jahr.

Bemerkenswert ist die Finanzierung. Metaplanet deckte den Großteil des Kaufs über Schulden und Einnahmen aus Bitcoin-Optionen, nicht über neue Aktien. Das ist eine Abkehr vom bisherigen Muster — und passiert genau in dem Moment, in dem die Bewertungsaufschläge für Treasury-Aktien branchenweit verschwinden.

Ein Detail sticht hervor: Der aktuelle Einstiegspreis lag bei 12,7 Millionen Yen pro Bitcoin. Das liegt spürbar unter dem historischen Durchschnitt von 15,3 Millionen Yen über den gesamten Bestand. Käufe unterhalb der eigenen Kostenbasis gehören zu den wenigen Wegen, wie ein Unternehmen seine langfristige Bitcoin-Bilanz verbessern kann, ohne auf steigende Kurse zu warten.

Optionsgeschäft bricht deutlich ein

Neben dem Bitcoin-Kauf meldete Metaplanet einen scharfen Rückgang im eigenen Optionsgeschäft. Die Einheit "Bitcoin Income Generation" verkauft Optionen gegen den Kryptobestand des Unternehmens. Im zweiten Quartal erzielte sie operative Erlöse von 1,747 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 11 Millionen Dollar.

Das ist ein Rückgang von rund 41 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Rekordwert im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 sind es sogar fast 59 Prozent weniger. Für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2026 summiert sich der Umsatz der Sparte auf 4,717 Milliarden Yen.

Auf Zwölfmonatssicht zeigt sich allerdings noch Wachstum: Die Erlöse stiegen auf 11.396,4 Millionen Yen, nach 10.779,7 Millionen Yen im Vorquartal. Das Management schreibt die Schwäche im Einzelquartal den Marktbedingungen zu, nicht einem strukturellen Problem. Als Signal des Vertrauens beließ der Vorstand die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr unverändert.

Weiter Weg zum 210.000-BTC-Ziel

Trotz der Wiederaufnahme der Käufe bleibt Metaplanet weit hinter seinen eigenen Ambitionen zurück. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2027 insgesamt 210.000 Bitcoin zu halten. Nach eigenen Angaben fehlen dafür noch rund 170.000 Bitcoin — der aktuelle Bestand deckt somit weniger als ein Viertel der Strecke ab.

Die Marktlage macht den Zeitpunkt des Kaufs zusätzlich bemerkenswert. Nur wenige Tage zuvor hatte Michael Saylors Strategy seinen üblichen wöchentlichen Bitcoin-Kauf ausgesetzt und stattdessen ein neues Kapitalkonzept vorgestellt, das Dividenden stützen und Barreserven ausbauen soll. Der größte Firmenkäufer der Branche pausiert also gerade — Metaplanet kauft weiter. Auch beim Nasdaq-gelisteten K Wave Media zeigt sich der Gegentrend: Das Unternehmen meldete diese Woche bei der SEC den kompletten Ausstieg aus seinem Bitcoin-Bestand, verkaufte alle 88 BTC und tilgte damit sechs Millionen Dollar Schulden.

Metaplanet baut parallel weitere Geschäftsfelder aus. Das Unternehmen verfolgt Pläne für Japans erstes börsennotiertes Perpetual-Preferred-Share-Produkt und arbeitet an Systemen für regelmäßige Dividendenausschüttungen. Vorzugsaktien, zusätzliche Kapitalaufnahmen und mögliche Aktienrückkäufe hatte das Management bereits zuvor als Instrumente der Kapitalallokation rund um die Bitcoin-Strategie genannt.

Tokio bestätigt die Erholung

Die in Tokio gelistete Aktie reagierte bereits am Donnerstag positiv auf die Zahlen und legte um 3,5 Prozent auf 207 Yen zu. Die Frankfurter Notierung zieht diese Bewegung nun nach.

Der Kurs bleibt dennoch klar unter seinen gleitenden Durchschnitten: Sowohl die 50-Tage-Linie bei 1,49 Euro als auch die 200-Tage-Linie bei 2,24 Euro liegen noch deutlich über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 44 zeigt, dass trotz der jüngsten Rally noch keine überkaufte Lage entstanden ist. Die Kluft zwischen wachsendem Bitcoin-Bestand und schwacher Kursbewertung bleibt vorerst bestehen.

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