Microsoft, Schüler-Überwachung

Microsoft 365: Österreich verbietet Schüler-Überwachung

Veröffentlicht: 10.10.2025 um 17:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Österreichische Datenschutzbehörde verurteilt Microsoft wegen rechtswidriger Überwachung von Schülern. Heimlich installierte Tracking-Cookies und mangelnde Transparenz verstoßen gegen EU-Recht.

Microsoft 365: Österreich verbietet Schüler-Überwachung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Microsoft 365: Österreich verbietet Schüler-Überwachung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die österreichische Datenschutzbehörde hat Microsoft einen schweren Schlag versetzt: Das Unternehmen überwacht Schüler rechtswidrig und verschleiert seine Datensammlung. Was bedeutet das für deutsche Schulen?

Die Entscheidung aus Wien dürfte auch hierzulande für Unruhe sorgen. Denn Microsoft 365 Education läuft auf Millionen von Computern in europäischen Klassenzimmern – und sammelt dabei offenbar deutlich mehr Daten als bisher bekannt.

Tracking-Cookies heimlich installiert

Der Vorwurf wiegt schwer: Microsoft installierte ohne Einverständnis Tracking-Cookies auf Schülergeräten. Weder die betroffene Schule noch das österreichische Bildungsministerium wussten davon – bis die Datenschutzorganisation NOYB Beschwerde einlegte.

Die Behörde ordnete nun die sofortige Löschung aller über diese Cookies gesammelten persönlichen Daten an. Ein klares Signal: Die heimliche Überwachung von Minderjährigen verstößt massiv gegen europäisches Recht.

Besonders problematisch: Als ein Schüler Auskunft über seine gespeicherten Daten forderte, verwies Microsoft ihn an seine Schule zurück. Die Schule konnte jedoch nur minimale Informationen liefern – sie hatte keinen Zugriff auf Microsofts Datenberge.

Verantwortung abgeschoben

„Microsoft versucht, fast alle Verantwortlichkeiten für Microsoft 365 Education auf Schulen oder nationale Institutionen abzuwälzen“, kritisiert Felix Mikolasch von NOYB. Die österreichische Behörde machte deutlich: Das funktioniert nicht.

Schulen stehen praktisch machtlos da. Sie sollen DSGVO-konform handeln, haben aber weder die technische Expertise noch die Verhandlungsmacht, um Microsofts Datenpraktiken zu durchleuchten oder zu ändern.

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Die Datenschützer fordern nun volle Transparenz. Microsoft muss erklären, was es unter „Geschäftszwecken“ versteht und ob Schülerdaten an Tochterunternehmen wie LinkedIn oder OpenAI weitergegeben wurden.

Deutsche Schulen unter Druck?

Deutschland könnte als nächstes folgen. Bereits jetzt stufen deutsche Datenschutzbehörden Microsoft 365 als nicht schulkonform ein. Die österreichische Entscheidung liefert zusätzliche Munition für schärfere Maßnahmen.

Für Microsoft steht viel auf dem Spiel. Will das Unternehmen seinen dominanten Platz im europäischen Bildungsmarkt behalten, muss es seine Produkte grundlegend überarbeiten. Die Zeit der intransparenten Datensammlung in Klassenzimmern dürfte vorbei sein.

Die kommenden Monate zeigen, ob Microsoft einlenkt – oder weitere Regulierungswellen über sich ergehen lassen muss.

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