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Microsoft Aktie: 81 Millionen Angriffe in 14 Tagen

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 16:17 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft wehrt Millionen Login-Versuche ab, Schaden bleibt gering. Neue Partnerschaft mit Haleon und gelassene Anleger stützen den Kurs.

Microsoft Aktie: Cyberangriff abgewehrt und Haleon-Deal
Abstrakte Darstellung von Cybersicherheit mit dunklen digitalen Pfaden und leuchtenden Datenströmen, die Bedrohungen und Widerstandsfähigkeit symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Über 81 Millionen Login-Versuche in nur 14 Tagen. Trotzdem bleibt der Schaden bei Microsoft überschaubar. Genau diese Kombination sorgt gerade für Erleichterung an der Börse.

Sicherheitsforscher der Firma Huntress haben eine massive Passwort-Spray-Attacke auf Kunden von Microsoft 365 und Azure aufgedeckt. Der Softwarekonzern hat den Angriff offenbar weitgehend unter Kontrolle gebracht. Die Aktie notiert aktuell bei 337,85 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent gegenüber dem Donnerstagsschluss von 341,30 Euro.

Die Angreifer nutzten eine Lücke im Azure CLI

Zwischen dem 12. und 26. Juni 2026 bombardierten automatisierte Systeme die Azure-CLI-Authentifizierung mit Millionen Anmeldeversuchen. Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle im sogenannten Resource Owner Password Credentials Mechanismus aus. Fehlerhaft eingerichtete Conditional-Access-Richtlinien ließen sie die Authentifizierung umgehen, sobald ein passendes Login gefunden wurde.

Das Ausmaß des Angriffs war enorm. Der Schaden blieb dennoch begrenzt: Von den Huntress-Kunden wurden letztlich 78 Microsoft-Konten bei 64 Organisationen kompromittiert. Anfangs kaperten die Angreifer nur zwei bis vier Konten pro Tag. Am 22. Juni eskalierte die Attacke auf 30 kompromittierte Identitäten bei 23 Unternehmen.

Bemerkenswert: Viele betroffene Firmen hatten Multi-Faktor-Authentifizierung per Conditional-Access-Richtlinie eingerichtet. Die MFA deckte aber nicht alle Authentifizierungspfade ab. Genau diese Lücke nutzten die Angreifer aus.

Der Fall passt in ein größeres Muster. Huntress registriert branchenweit einen Anstieg von Credential-Spray-Versuchen um mehr als das 155-Fache innerhalb der vergangenen sechs Monate. Im Schnitt zählen die Sicherheitsforscher inzwischen rund 1.964 fehlgeschlagene Angriffe pro Kunde und Monat.

Anleger reagierten gelassen. Die Nachricht, dass der Angriff kaum Schaden anrichtete, gab der Microsoft-Aktie am Donnerstagnachmittag sogar Auftrieb.

Haleon-Deal sorgt für zusätzlichen Rückenwind

Parallel zur Cybersicherheits-Meldung kam eine zweite positive Nachricht: Der Konsumgüterkonzern Haleon baut seine Zusammenarbeit mit Microsoft aus. Die beiden Unternehmen vereinbarten eine fünfjährige Kooperation, um digitale Fähigkeiten, Datenanalyse und KI-Tools bei Haleon auszubauen.

Haleon setzt künftig auf Azure als zentrale Cloud-Plattform. Der Copilot-Assistent wird Teil der Unternehmens-KI-Infrastruktur. Diese Ankündigung hatte bereits in der ersten Wochenhälfte für Kursgewinne bei Microsoft gesorgt.

Die Aktie bleibt tief in der Korrekturzone

Der jüngste Kursanstieg ändert wenig am großen Bild. Microsoft notiert weiterhin 29,33 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro aus Ende Juli 2025. Zum 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, besteht dagegen nur noch ein Abstand von 10,01 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16,29 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 20,34 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 350,29 Euro und damit über dem aktuellen Kurs. Noch deutlicher zeigt der 200-Tage-Durchschnitt von 381,46 Euro, wie stark sich die Aktie von ihrem langfristigen Trend entfernt hat.

Der RSI von 49,3 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 40,65 Prozent verdeutlicht dagegen, wie unruhig das Jahr für Microsoft-Aktionäre bislang verlief.

Ein weitgehend eingedämmter Cyberangriff und eine neue Enterprise-Partnerschaft haben Microsoft-Investoren nach Monaten voller Sorgen um die KI-Ausgaben eine seltene Portion guter Nachrichten beschert. Ob daraus mehr wird als eine kurze Verschnaufpause, hängt an den kommenden Quartalszahlen und daran, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Azure und KI-Infrastruktur endlich in nachhaltigem Cashflow-Wachstum niederschlagen.

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