Microsoft, Euro-Office

Microsoft verteuert KI, Euro-Office startet trotz Rechtsstreit

15.04.2026 - 08:34:20 | boerse-global.de

Microsoft schließt KI-Funktionen für Großkunden hinter eine Premium-Paywall. Gleichzeitig kämpft die neue europäische Alternative Euro-Office mit Lizenzvorwürfen, während die LibreOffice-Gemeinschaft zerstritten ist.

Microsoft verteuert KI, Euro-Office startet trotz Rechtsstreit - Foto: über boerse-global.de

Microsoft schränkt den KI-Zugang für Großkunden ein, während das neue Euro-Office bereits in einen Lizenzstreit verwickelt ist.

Microsoft verlangt Aufpreis für KI in Office

Ab sofort müssen große Unternehmen tief in die Tasche greifen, um die KI-Funktionen von Microsoft Copilot in ihren Standard-Office-Apps zu nutzen. Eine Lizenzänderung, die heute in Kraft trat, entzieht Nutzern in Organisationen mit über 2.000 Arbeitsplätzen den direkten Zugang zum KI-Assistenten in Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Bislang war diese „Basic“-Funktionalität inklusive.

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Um die KI wieder in den Workflow zu integrieren, ist nun ein „Premium“-Abonnement für 30 US-dollar pro Nutzer und Monat erforderlich. Für kleinere Firmen bleibt der Zugang zwar erhalten, doch Microsoft behält sich vor, die Leistung bei hoher Auslastung zu drosseln. Ein klarer Schritt, um die lukrativen KI-Features von den klassischen Produktivitätstools zu trennen. Nur in Outlook und in den separaten Copilot-Apps bleibt der Zugang uneingeschränkt.

Euro-Office startet mit Lizenzkonflikt

Als Reaktion auf die Preispolitik der US-Giganten und das Bedürfnis nach digitaler Souveränität hat ein europäisches Konsortium um Nextcloud und IONOS Ende März eine Alternative vorgestellt: Euro-Office. Die Suite verspricht volle Microsoft-Kompatibilität bei strenger Einhaltung europäischer Datenschutzstandards, eine direkte Antwort auf den US CLOUD Act.

Doch der Start ist überschattet. Das Projekt basiert auf einem Fork der OnlyOffice-Software. Deren Entwickler, Ascensio System, wirft Euro-Office bereits Verstöße gegen die Open-Source-Lizenz AGPLv3 vor, weil Logos und Markenklauseln entfernt wurden. Die Euro-Office-Entwickler verteidigen den Fork als notwendig für eine transparente Gemeinschaftsstruktur. Trotz des Rechtsstreits interessieren sich bereits öffentliche Einrichtungen in Deutschland, Frankreich und Schweden für die Lösung, die noch in diesem Jahr stabil erscheinen soll.

LibreOffice-Gemeinschaft zerbricht an internem Streit

Während neue Projekte starten, droht ein etablierter Open-Source-Pionier auseinanderzubrechen. Die Partnerschaft zwischen The Document Foundation (TDF) und dem Unternehmen Collabora ist Anfang April eskaliert. Die TDF suspendierte die Mitgliedschaft aller Collabora-Mitarbeiter. Grund sind neue Statuten, die eine Mitgliedschaft für Personen in rechtlichen Auseinandersetzungen mit der Stiftung ausschließen.

Der Konflikt entzündete sich an der Entwicklung von „LibreOffice Online“. Während die Stiftung ihr Community-Projekt wiederbelebte, hatte Collabora längst eine erfolgreiche kommerzielle Version auf den Markt gebracht. Collabora kritisiert die Ausgrenzung dutzender erfahrener Entwickler als Angriff auf die meritokratischen Prinzipien des Projekts. Marktbeobachter fürchten, dass dieser interne Grabenkampf die technische Entwicklung von LibreOffice ausbremst und Nutzer zu konkurrierenden Projekten wie OnlyOffice oder Euro-Office treibt.

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Zoho setzt auf Stabilität und günstige Preise

Inmitten der Turbulenzen bei westlichen Anbietern positioniert sich der indische Software-Riese Zoho als ruhender Pol. Das Unternehmen dementierte diese Woche Gerüchte über Entlassungen und betonte, sein Talent-Pool sei intakt. Über 30 Prozent der aktuellen Praktikanten würden in Festanstellungen übernommen oder stünden kurz davor.

Diese Strategie des organischen Wachums und der internen Ausbildung ermöglicht es Zoho, seine Bürosuite kostengünstiger anzubieten als die US-Konkurrenz – ein entscheidender Vorteil für kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig baut Zoho seine Rechenzentren weltweit aus, um lokalen Datensouveränitäts-Anforderungen gerecht zu werden.

Fragmentierter Markt mit ungewisser Zukunft

Die Entwicklungen zeichnen das Bild eines gespaltenen Marktes: Auf der einen Seite stehen teure, KI-getriebene Plattformen wie Microsoft, auf der anderen eine fragmentierte, aber entschlossene Open-Source-Landschaft. Microsofts Preispolitik zwingt Großkunden zur Neuberechnung ihrer Softwarekosten.

Der Erfolg von Euro-Office hängt maßgeblich von der Lösung des Lizenzstreits ab. Gelingt dies, könnte es der erste ernsthafte europäische Herausforderer für Google und Microsoft im öffentlichen Sektor werden. Der Konflikt innerhalb der LibreOffice-Gemeinschaft hingegen könnte das Projekt ausbremsen. Die Frage für das restliche Jahr 2026 lautet: Können europäische Souveränität und günstige Stabilität gegen die überlegenen, aber teuren KI-Features der Marktführer bestehen?

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