Microsoft, Vertrauen

Microsoft wirbt um Vertrauen deutscher Kunden

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 14:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Vor dem Hintergrund der Debatte ĂŒber die digitale SouverĂ€nitĂ€t Europas und die AbhĂ€ngigkeit von den USA wirbt der amerikanische Softwareriese Microsoft US5949181045 um Vertrauen.

Konzernchef Satya Nadella trat in einer Kölner Messehalle vor rund 5.000 Zuhörerinnen und Zuhörern und stellte mit Kollegen ein etwas verÀndertes Produktportfolio vor, in dem der Aspekt der DatensouverÀnitÀt gestÀrkt wird. "Du kannst bestimmen, was wohin geht und wie du es dynamisch Àndern kannst", sagte der Manager.

Es geht etwa darum, dass Kunden ihre Daten lokal abspeichern oder sehen können, wo genau die Daten in der Cloud abgespeichert sind. Solche Möglichkeiten ĂŒber die Microsoft-Cloud Azure gibt es schon, die Kontrolle ĂŒber die Daten wird nun aber flexibler gestaltet und erweitert. So können Daten leicht aus der Cloud auf einen lokalen Server gezogen werden und sogar komplett vom Internet getrennt werden.

Ein weiteres Beispiel ist die Funktion "Azure Confidential Clean Rooms", mit der eine Firma sensible Daten mit einem Partner analysieren kann, ohne sie preisgeben zu mĂŒssen. Das liegt daran, dass die Daten verschlĂŒsselt sind, wodurch die Gefahr des Datenmissbrauchs entschĂ€rft werden soll. "Selbst bei der Nutzung ist alles verschlĂŒsselt", sagt Microsoft-Chef Nadella.

Die Software-Programme von Microsoft wie etwa die Textverarbeitung Word sind nicht nur unter Privatleuten weit verbreitet, sondern auch unter Behörden und Firmen. Dabei setzt Microsoft immer stĂ€rker auf die KĂŒnstliche-Intelligenz-Anwendung Copilot, die Kunden eine effizientere Recherche und Datennutzung ermöglichen soll.

Unter den Kunden sind Autobauer und Pharmafirmen

Zu den Microsoft-Kunden gehört der Volkswagen DE0007664039-Konzern, der kĂŒrzlich Copilot-Lizenzen fĂŒr 330.000 BeschĂ€ftigte bestellt hat. Weitere Kunden sind der Agrarchemiekonzern Bayer DE000BAY0017, die Airline Lufthansa DE0008232125 und der HausgerĂ€tehersteller Miele.

Bei der Marketing-Veranstaltung in Köln wurden zudem Beispiele fĂŒr den Mehrwert von KI-Anwendungen vorgestellt. So nutzt das DĂŒsseldorfer Unternehmen TK Elevator einen KI-Assistenten von Microsoft, damit seine Techniker bei Wartungs- und Servicearbeiten besser vorbereitet sind und das Ergebnis ihrer Arbeit prĂ€zise ausgewertet wird.

Durch die KI sei die Anzahl von "Callbacks" um 40 Prozent gesunken. Damit ist gemeint, dass ein Techniker einen Aufzug erneut aufsuchen muss, weil er das Problem bei seinem ersten Einsatz nicht lösen konnte. TK Elevator hat weltweit 25.000 Techniker, die sich um 1,4 Millionen AufzĂŒge und Rolltreppen kĂŒmmern.

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim nutzt etwa digitale Zwillinge von Patienten, um deren Krankheitsverlauf zu simulieren und dadurch schneller Medikamente entwickeln zu können.

Kritische Worte aus der Politik

In Deutschlands Politik sorgt die starke Marktposition von Microsoft fĂŒr gemischte GefĂŒhle. "Wir brauchen Microsoft fĂŒr die Digitalisierung Deutschlands mit KI-Anwendungen, aber hoffentlich nur fĂŒr eine gewisse Zeit", sagt der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes SchĂ€tzl, der dpa. "Letztlich sind wir abhĂ€ngig von dem US-Konzern, aus dieser AbhĂ€ngigkeit mĂŒssen wir raus."

In das Unternehmen Microsoft habe er zwar "ein Grundvertrauen", aber es handele sich nun mal um einen US-Konzern, der ĂŒber den US-Cloud-Act dem Willen der US-Regierung unterworfen sei. Alle Beteuerungen von Microsoft Deutschland, dass man europĂ€ische Daten schĂŒtzen und sich an EU-Vorgaben halten werde, seien wenig wert. "Am Ende ist es eine Deutschlandtochter, die abhĂ€ngig ist von ihrem amerikanischen Mutterkonzern."

Zudem weist der Sozialdemokrat darauf hin, dass Microsoft durch seine Marktmacht recht hohe Preise verlangen könne. "Auch finanziell wĂ€re es gut fĂŒr uns, wenn es mehr Wettbewerb gĂ€be bei Softwarelösungen fĂŒr den Alltag der BĂŒrger, Behörden und Firmen."

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