Military Metals Aktie: 67.000 Tonnen Antimon auf dem Spiel
01.06.2026 - 12:18:09 | boerse-global.deNach einem Tag Zwangspause läuft der Handel mit Military Metals wieder. Die kanadische Investmentaufsicht CIRO hatte die Aktie am 28. Mai vom Handel ausgesetzt. Am 29. Mai um 8:00 Uhr ET startete der Handel an der Canadian Securities Exchange wieder, parallel dazu auch in Frankfurt unter dem Kürzel QN90. Der Grund für die Unterbrechung: Die slowakische Regierung hat dem Unternehmen die Explorationslizenz für sein Flaggschiff-Projekt Trojarova entzogen.
Military Metals wehrt sich. Das slowakische Umweltministerium habe die Lizenz „ohne angemessene Begründung" widerrufen, teilt das Unternehmen mit. Man werde „alle rechtlichen Möglichkeiten" ausschöfen, um die Entscheidung anzufechten. Ob das gelingt, ist offen. Für Anleger stellt sich jetzt eine andere Frage: Was bleibt, wenn Trojarova dauerhaft wegfällt?
Drei Kontinente, fünf Projekte
Military Metals hält neben Trojarova vier weitere Liegenschaften. In der Slowakei sind das die Projekte Tiennesgrund (Antimon) und Medvedi (Zinn), beide mit umfangreicher Entwicklungshistorie aus der Sowjetära. In Nordamerika kommen Last Chance in Nevada und West Gore in Nova Scotia hinzu.
Anfang 2026 kaufte das Unternehmen alle Royalty-Verpflichtungen auf seinen slowakischen Projekten gegen eine einmalige Barzahlung frei. Die Maßnahme sollte den strategischen Wert des Portfolios steigern. Jetzt wirkt sie wie eine Wette auf ein Land, dessen regulatorisches Umfeld sich als volatiler erweist als erhofft.
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Nevada und Nova Scotia als Plan B
Last Chance in Nevada befindet sich in der Frühphase. Das Explorationsprogramm 2025 identifizierte eine 800 Meter lange Zone mit anomalen Antimonwerten im Boden, nordwestlich und südöstlich der historischen Abbaugebiete in Nye County.
West Gore in Nova Scotia bringt industriegeschichtliches Gewicht mit. Zwischen 1882 und 1939 war die Liegenschaft Kanadas größter Antimonproduzent. Hochgradiges Konzentrat aus West Gore belieferte die Alliierten. Nach Stilllegung in den frühen 1900er-Jahren blieb das Gebiet weitgehend unerforscht. Military Metals hält 100 Prozent.
EU-Status macht den Entzug politisch brisant
Trojarova stand auf der Liste. Die slowakische Regierung hatte das Projekt in ihr nationales Programm zur Exploration kritischer Rohstoffe aufgenommen, das an die EU-Kommission übermittelt wurde. Military Metals wertet das als Anerkennung der strategischen Bedeutung für die europäische Rohstoffversorgung.
Die Slowakei diskutiert intern über Umweltpolitik und Genehmigungsverfahren. Military Metals betont, man werde den Dialog mit allen Beteiligten fortsetzen und gleichzeitig die rechtlichen Schritte vorantreiben. Garantien gibt es keine.
67.000 Tonnen Antimon auf dem Papier
Der Lizenzentzug traf das Unternehmen kurz nach einem Meilenstein. Im April 2026 meldete Military Metals die erste Ressourcenschätzung für Trojarova: 6,5 Millionen Tonnen mit 1,02 Prozent Antimon und 1,06 Gramm Gold pro Tonne. Das entspricht 67.000 Tonnen Antimon und 222.000 Unzen Gold in der Kategorie „Inferred Mineral Resource".
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Die Schätzung basiert auf 53 Diamantbohrungen über insgesamt 7.167 Meter sowie 55 unterirdischen Chip-Proben über 202 Meter. Sie folgt den CIM-Standards von 2014. Nach der Bohrkampagne 2025 galt Trojarova als größte nach modernen Regularien definierte Antimonressource der Europäischen Union.
Military Metals weist darauf hin, dass es keine Garantie für den Erfolg der Berufung oder die Wiedererteilung der Lizenz gibt. Weitere Explorationsergebnisse aus allen Projekten werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
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