Ministerium, Gasmangellage

Ministerium beruhigt: Gasmangellage nicht zu erwarten

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 17:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Bundeswirtschaftsministerium versucht Sorgen um etwaige EngpÀsse bei der Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu zerstreuen.

"Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten", heißt es in einem Papier des Hauses. Einen staatlichen Eingriff schließt man aber fĂŒr die Zukunft nicht aus.

Ministerium: Kommt nicht nur auf Speicher an

Man nehme es ernst, dass die deutschen Gasspeicher deutlich weniger gefĂŒllt seien als in den vergangenen Jahren, so das Ministerium. "Gleichzeitig lĂ€sst sich die Versorgungssicherheit nicht allein an einem SpeicherfĂŒllstand ablesen." Gas komme insbesondere ĂŒber Pipelines aus Norwegen, Importterminals fĂŒr FlĂŒssiggas (LNG) und von europĂ€ischen NachbarlĂ€ndern.

"Gleichzeitig gilt: Niedrigere SpeicherstĂ€nde reduzieren den Puffer fĂŒr außergewöhnliche Situationen." Das sei vor allem dann relevant, wenn mehrere Belastungen gleichzeitig auftrĂ€ten: "etwa eine lĂ€ngere KĂ€ltephase zusammen mit dem Ausfall wichtiger Importinfrastruktur oder zusĂ€tzlichen Störungen auf dem internationalen LNG-Markt."

Die Gaspreise sind hoch

SpeicherstĂ€nde von 60 bis 70 Prozent zu Winterbeginn wĂŒrden nach EinschĂ€tzung des Ministeriums zusammen mit Importmöglichkeiten ausreichen, um eine durchschnittliche Winternachfrage zu decken. Derzeit sind die deutschen Gasspeicher zu rund 50 Prozent gefĂŒllt.

Die Gaspreise sind in diesem Sommer wegen des Iran-Kriegs mit der Blockade der Straße von Hormus ungewöhnlich hoch, weshalb HĂ€ndler weniger Gas fĂŒr den Verkauf im Winter einkaufen. "Eine angespannte Marktlage mit hohen Preisen ist noch keine Versorgungskrise", betont das Ministerium aber.

Bundesregierung bereitet sich vor

Das Haus von Ministerin Katherina Reiche (CDU) sieht vor allem die Privatwirtschaft in der Pflicht. "Die Wintervorsorge liegt grundsĂ€tzlich bei den Gasunternehmen und HĂ€ndlern." Ein staatlicher Eingriff berge Risiken. "Staatliche GaskĂ€ufe können zusĂ€tzliche Nachfrage schaffen, Preise erhöhen und private Einspeicherung verdrĂ€ngen. Zudem besteht das Risiko, dass Marktteilnehmer kĂŒnftig darauf vertrauen, dass der Staat bei niedrigen SpeicherstĂ€nden ohnehin einspringt."

Dennoch bereite die Bundesregierung "die notwendigen Handlungsoptionen so vor, dass sie bei einer Verschlechterung der Lage schnell und gezielt eingesetzt werden können", so das Ministerium. Dabei wĂŒrde beobachtet, wie sich SpeicherfĂŒllstĂ€nde, Importe, LNG-VerfĂŒgbarkeit, Infrastruktur, Nachfrage und die Situation in den europĂ€ischen NachbarlĂ€ndern entwickelten.

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