Moldau, Verzögerungen

Moldau warnt vor Verzögerungen bei EU-Beitritt

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 12:47 Uhr | dpa.de

Moldaus Regierungschefin Maia Sandu hat erneut vor unnötigen Verzögerungen im EU-Beitrittsverfahren ihres Landes gewarnt.

"Wir erwarten keine AbkĂŒrzungen und Ausnahmen, sondern ein leistungsorientiertes Verfahren", sagte sie nach einem Treffen mit Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) in der moldawischen Hauptstadt Chisinau laut offizieller Übersetzung. Alle Partner in dem Verfahren mĂŒssten mit der gleichen Entschlossenheit vorangehen, die Zeit sei dabei aufgrund der geopolitischen VerhĂ€ltnisse entscheidender Bedeutung.

Seit Juni 2024 laufen die offiziellen Beitrittsverhandlungen zwischen der EuropĂ€ischen Union und der Regierung in Chisinau. Sandu hatte vor einem Jahr das Ziel ausgegeben, bis 2030 der EU beizutreten. Infolge des Ukraine-Krieges genießt die Republik Moldau weltweite Aufmerksamkeit. Das kleine Land erhofft sich von der EU-Mitgliedschaft mehr Schutz vor einem russischen Einmarsch. Deutschland sei einer der wichtigsten Partner Moldawiens, betonte Sandu. Sie bezeichnete ihren Zeitplan "ambitioniert, aber realistisch".

Söder wĂŒnscht sich "schnellstmöglich" eine Entscheidung

Söder hatte bereits vor der Reise betont, er unterstĂŒtze die BeitrittsplĂ€ne der Republik Moldau und mahnt auch in Chisinau zur Eile: Es mĂŒssten schnellstmöglich Entscheidungen getroffen werden. Zwar sei die Republik Moldau nicht das grĂ¶ĂŸte Land, aber geopolitisch ein sehr wichtiges Land, sagte er. "Wir glauben, dass Moldau einen Platz in der EU haben sollte." Die Moldawier wĂŒrden hart arbeiten, um das Verfahren zu bestehen. "Es entwickelt sich eine andere Gesellschaft, ein anderes Land, das bereit ist fĂŒr den Weg in die EuropĂ€ische Union."

Sandu warb darum, moldawische Unternehmen mehr in die deutschen Wertschöpfungsketten zu integrieren. Zudem sei das Land offen fĂŒr mehr Engagement bayerischer Unternehmen. Eine engere Kooperation mit mehr Wertschöpfung könne auch zum Aufbau der Ukraine beitragen. "Wir wollen ein sicheres und demokratisches Moldau aufbauen."

Söders Besuch in Chisinau war der erste eines bayerischen MinisterprĂ€sidenten in der Republik Moldau. Söder ist seit Donnerstag auf SĂŒd-Osteuropareise und war zunĂ€chst in Ungarn und Griechenland zu politischen GesprĂ€chen zu Gast.

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