Sabotage am Stromnetz: Suche nach VerdÀchtigem dauert an
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 08:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Suche nach einem 48-JĂ€hrigen aus Gevelsberg, der mehrere Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz verĂŒbt haben soll, sei bislang erfolglos geblieben, teilte die Kölner Polizei mit. "Wir ermitteln in verschiedene Richtungen", sagte ein Sprecher.
Rund um das Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler bei Aachen war die Polizei seit Montagnachmittag mit zahlreichen KrÀften im Einsatz und hatte intensiv nach dem TatverdÀchtigen gefahndet und Spuren gesichert.
Nach einem Hinweis auf eine verdĂ€chtige Person im Umfeld des Kraftwerks waren dort Abschussvorrichtungen gefunden worden, mit denen vermutlich ein Kurzschluss an den nahe gelegenen Hochspannungsleitungen ausgelöst werden sollte. Um sie unschĂ€dlich zu machen, rĂŒckten zunĂ€chst EntschĂ€rfer aus dem Landeskriminalamt an, wie ein Polizeisprecher sagte. Dazu wurde zeitweise auch die Bundesautobahn 4 in der NĂ€he gesperrt. Auch ein Hubschrauber war am spĂ€ten Abend im Einsatz.
Behörden der betroffenen BundeslÀnder stehen in Kontakt
Im Zusammenhang mit der Serie von Sabotage-Aktionen gegen das Stromnetz in mehreren BundeslĂ€ndern fahnden die Behörden bereits seit Tagen erfolglos nach dem 48-JĂ€hrigen. Er soll an mehreren Orten in Brandenburg und NRW versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dĂŒnnen Draht ĂŒber die Hochspannungsleitungen zu schieĂen und so einen Kurzschluss auszulösen.
In Bergheim westlich von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks lahmgelegt worden, zu StromausfĂ€llen kam es aber nicht. Auch bei JĂ€nschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich. Zu Taten in Brandenburg und NRW gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden fĂŒr authentisch halten und dem gesuchten 48-JĂ€hrigen zuordnen.
ZusammenhĂ€nge von FĂ€llen bundesweit werden geprĂŒft
Inzwischen hat die Polizei eine 60-köpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt. Sie werte derzeit umfangreiche Unterlagen aus dem Besitz des Gesuchten "auf mögliche weitere Tatorte im gesamten Bundesgebiet aus", hieà es. Man steht in engem Kontakt auch zu Behörden in weiteren BundeslÀndern.
In den Bekennerbriefen hatte der mutmaĂliche TĂ€ter die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begrĂŒndet. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen", heiĂt es in den Briefen, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. In allen drei betroffenen BundeslĂ€ndern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
