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New York Schluss: Schnäppchenjäger sorgen für Nasdaq-Erholung

29.06.2026 - 22:28:39 | dpa.de

Nach dem jüngsten Rückschlag an der überwiegend mit Technologieaktien bestückten US-Börse Nasdaq haben Schnäppchenjäger am Montag wieder für deutliche Kurszuwächse gesorgt.

Zudem verhalf die von Fusions- und Übernahmefantasien geprägte Stimmung in der Telekombranche Standardwerten zu Gewinnen.

Geopolitisch bleibt der Nahost-Konflikt im Blick, auch wenn das Interesse der Anleger zunehmend schwindet. Nach einer erneuten militärischen Eskalation am Persischen Golf hat der Iran einen weiteren Verhandlungstermin mit den Vereinigten Staaten im Unklaren gelassen. US-Präsident Donald Trump schrieb dagegen auf seiner Plattform Truth Social, dass sich Vertreter der USA und des Iran an diesem Dienstag in Katar treffen werden, ohne aber Angaben zum Ziel der Gespräche zu machen.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 ging mit einem Aufschlag von 0,59 Prozent auf 52.182,74 Zähler aus dem Tag. Damit kletterte der bekannteste Wall-Street-Index wieder in Richtung seines jüngsten Rekordhochs, das er am vergangenen Donnerstag bei etwas über 52.655 Punkten erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gewann 1,18 Prozent auf 7.440,43 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 stieg nach zeitweise abbröckelnden Erholungsgewinnen und einem kurzen Ausflug in die Verlustzone letztlich um 2,25 Prozent auf 29.774,75 Zähler.

Unter den Branchen zog vor allem der Sektor "Telecommunication Services" Aufmerksamkeit auf sich. Comcast US20030N1019 sorgte mit Aufspaltungsplänen für Fusions- und Übernahmefantasie. Der Konzern will sein Mediengeschäft von seinem Kabelfernseh- und Internetgeschäft trennen und dafür NBC Universal und Sky in ein neues börsennotiertes Unternehmen ausgliedern, um den Unternehmenswert zu steigern. Die Comcast-Aktie, die noch vor einer Woche auf ein 13-Jahres-Tief gefallen war, stieg zeitweise um 17 Prozent. Mit plus 4,4 Prozent beendete sie den Tag. Die Aktien von Charter Communications US16117M1071 und Liberty Broadband US5303071071 legten um jeweils etwas mehr als 9 Prozent zu.

Iridium Communications US46269C1027 gewannen 25,4 Prozent auf 54,59 US-Dollar. SpaceXUS84615Q1031-Rivale Rocket Lab US7731221062 gab eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des Satellitenspezialisten für 54 Dollar je Aktie in bar und Aktien bekannt. Davon profitierte auch das Papier des Iridium-Konkurrenten ViaSat US92552V1008, das um knapp 24 Prozent stieg. Rocket Lab US7731221062 gewannen knapp 16 Prozent.

Verizon US92343V1044 büßten dagegen 5,2 Prozent ein. Der Telekomriese erwartet für das zweite Quartal einen Verlust zwischen 700 und 800 Millionen Dollar, nachdem er mit der britischen BT Group GB0030913577 eine Vereinbarung zur Gründung eines 50/50-Gemeinschaftsunternehmens für ihre internationalen Geschäftsbereiche getroffen hat. Verizon stuft die in das Joint Venture eingebrachten Geschäftsbereiche als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" ein, was zu dem geschätzten Verlust führt.

Dass Verizon an diesem Tag außerdem aus dem Dow ausschied und der A-Aktie von Alphabet US02079K3059 Platz machte, drückte ebenfalls auf die Stimmung. Dagegen nahm Alphabet mit plus 4,8 Prozent den ersten Platz im 30 Werte umfassenden Dow ein. Amazon US0231351067 gewannen 3,2 Prozent. Nach Angaben von Adobe Analytics erreichten die Konsumentenausgaben bei allen Einzelhändlern in den USA während der "Prime Day"-Tage von Amazon Ende Juni ein Volumen von 26,4 Milliarden Dollar und lagen damit etwas über einer früheren Schätzung.

Die Aktie des Industrieunternehmens Honeywell International US4385161066 büßte als Dow-Schlusslicht 6,4 Prozent ein. Die an diesem Tag erstmals gehandelte Aktie der Luftfahrtsparte Honeywell Aerospace US43849R1059 schloss nach anfänglich teils deutlichen Gewinnen 0,4 Prozent schwächer. Am 15. Juni war die Abspaltung offiziell genehmigt worden. Während das Honeywell-International-Papier nun unter dem Namen Honeywell Technologies firmiert und weiter im Dow bleibt, wurde es im S&P 100 US78380F1021 an diesem Tag durch Honeywell Aerospace ersetzt./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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