SchĂ€den werden geprĂŒft - Versorgung gesichert
11.12.2025 - 12:17:39 | dpa.deDer Austritt von Hunderttausenden Liter Rohöl in der Uckermark im Nordosten des Landes bringt nach Angaben von Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) keine Gefahr fĂŒr die Versorgung von Berlin und Brandenburg mit Kraftstoffen und Heizöl. "Auf die Versorgungssicherheit hat es keine Auswirkungen", sagte Woidke.
Brandenburgs Umweltministerin Hanka MittelstĂ€dt (SPD) geht davon aus, dass zwischen 250.000 und 350.000 Liter ausgelaufen sein könnten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die rund 200 Kilometer lange Leitung vom Hafen Rostock nach Schwedt ist eine zentrale Versorgungsader fĂŒr die Raffinerie. Laut PCK wurde das UnglĂŒck am Mittwochnachmittag durch vorbereitende Arbeiten fĂŒr einen Sicherheitstest verursacht. Eine absichtliche Fremdeinwirkung könne ausgeschlossen werden. Das Leck wurde erst nach mehreren Stunden geschlossen.
Proben sollen Folgen fĂŒr Grundwasser zeigen
Die Ministerin sagte, nach dem Abpumpen und Abtragen von Erdreich sollten Proben entnommen werden. Es gehe um ein "Monitoring, ob tatsĂ€chlich Grundwasser betroffen ist, ob tatsĂ€chlich auch OberflĂ€chengewĂ€sser betroffen sind oder auch Boden tiefer betroffen ist". Aktuell sei die Pipeline abgesperrt, sagte MittelstĂ€dt. Die Ălreserve der Raffinerie sei jedoch voll.
MittelstĂ€dt und Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) machen sich heute ein Bild von der Lage. Woidke bedankte sich bei allen EinsatzkrĂ€ften fĂŒr deren umsichtige Arbeit, um die Auswirkungen des Vorfalls auf die Umwelt zu minimieren.
Zwei Menschen wurden mit Ăl ĂŒbergossen
Bei dem UnglĂŒck hĂ€tten zwei von drei PCK-Mitarbeitern Ăl abbekommen, sagte die Amtsdirektorin von Gramzow in der Uckermark, Vera Leu, der dpa. Beide seien rettungsdienstlich versorgt worden, gesundheitlichen SchĂ€den seien nicht festgestellt worden. "Wir haben Gott sei Dank keinen Personenschaden", sagte Leu. Am Abend hĂ€tten fĂŒnf Pumpwagen begonnen, das Ăl aufzunehmen. "Das wird heute auch noch weiter erfolgen."
Die Einsatzstelle in Zehnebeck bei Gramzow wurde noch in der Nacht an die Raffinerie PCK ĂŒbergeben, sagte Alexander Trenn, Gefahrstoffexperte vom Landesfeuerwehrverband Brandenburg. "Gestern wurde noch abgepumpt und so viel wie möglich Ăl in die ganzen Saugwagen gepumpt", sagte er. Als die Feuerwehren wegfuhren, seien zumindest die ĂlpfĂŒtzen weg gewesen.
Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine entschied die damalige Bundesregierung, auf russisches Pipeline-Ăl zu verzichten, das die PCK jahrzehntelang erhielt. PCK versorgt weite Teile des Nordostens und Berlin mit Sprit, Heizöl und Kerosin. Sie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft. Der Bund stellte die Rosneft-Töchter unter Treuhandverwaltung und hat damit die Kontrolle.
Durch die Pipeline flieĂt Ăl aus verschiedenen Quellen. UnabhĂ€ngig davon kommt Ăl aus Kasachstan. Ob und wann die Pipeline nach Schwedt mit Hilfe des Bundes ausgebaut werden kann, ist unklar. Bisher fehlt das EinverstĂ€ndnis der EU, von einer HĂ€ngepartie war oft die Rede. Die Bundesregierung will die ErtĂŒchtigung der Pipeline nach bisherigem Stand mit 400 Millionen Euro fördern. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke fordert, dass der Bund die Anteile von Rosneft an PCK ĂŒbernimmt.
Ăl schoss aus Leck heraus auf Acker
Das Ăl war laut Feuerwehr an einer Pumpstation aus einem kleinen Leck mit einem Druck von circa 20 Bar viele Meter hoch herausgeschossen und auf einem Acker gelandet. Der Abteilungsleiter der Feuerwehr Schwedt, Alexander Trenn, sagte, das Ăl sei stundenlang ausgetreten. Etwa 100 Feuerwehrleute und 25 Mitarbeiter der PCK seien vor Ort gewesen.
Weil Ăl leichter als Wasser ist, schwamm das Rohöl nach dem Unfall auf der OberflĂ€che des sehr nassen Ackerbodens und sickerte nicht tief in den Erdboden ein. Eine Verunreinigung des Grundwassers sei nach Informationen vom Abend deswegen unwahrscheinlich. Spezielle Saugwagen der Feuerwehr waren im Einsatz, um das Rohöl aufzunehmen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
