Nach Grönland-Deeskalation: EU nimmt Sonderzolldrohung gegen USA zurĂŒck
23.01.2026 - 15:41:23 | dpa.deWie ein Sprecher der EuropĂ€ischen Kommission in BrĂŒssel sagte, soll eine bereits im vergangenen Jahr vorbereitete Verordnung fĂŒr Abgaben auf Importe im Wert von 93 Milliarden Euro fĂŒr weitere sechs Monate auf Eis gelegt werden. Sie wĂ€re ansonsten am 7. Februar automatisch in Kraft getreten. Nach Angaben des Sprechers könnten die Sonderzölle allerdings jederzeit aktiviert werden - auch vor dem Ablauf der neuerlichen Aussetzung um sechs Monate.
Die EU hatte die Sonderzölle angedroht, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump seinerseits Strafzölle auf Waren aus DĂ€nemark und alliierten LĂ€ndern wie Deutschland angekĂŒndigt hatte, weil diese seine offensiv vorgetragenen BesitzansprĂŒche auf Grönland nicht akzeptieren wollen. Am Mittwochabend entschĂ€rfte Trump den Konflikt dann ĂŒberraschend und nahm seine StrafzollankĂŒndigung zurĂŒck.
EU-Sonderzölle hÀtten zahlreiche US-Exporte betroffen
Zur BegrĂŒndung verwies er darauf, dass wĂ€hrend eines Treffens mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte ein Rahmen fĂŒr eine zukĂŒnftige Vereinbarung ĂŒber Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Details sind weiterhin unklar - Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA allerdings ihre MilitĂ€rprĂ€senz auf Grönland ausweiten dĂŒrfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht ĂŒber bestimmte Investitionen auf der Arktisinsel bekommen.
Das Sonderzoll-Paket der EU war im vergangenen Jahr im Zuge des damaligen Handelskonflikts mit den USA erarbeitet worden. Es wĂŒrde den Export zahlreiche Industrie- und Agrarprodukten aus den Vereinigten Staaten in die EU teurer machen - so etwa den von Flugzeugen, MotorrĂ€dern, Rindfleisch, Whiskey oder ZitrusfrĂŒchten.
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