Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Verluste - Kriegsdiplomatie reicht nicht, Nebenwerte schwach

26.03.2026 - 12:06:41 | dpa.de

Nach der jĂŒngsten Stabilisierung ist es am Donnerstag am europĂ€ischen Aktienmarkt wieder abwĂ€rts gegangen.

Der Ölpreis der Nordseesorte Brent, der am Mittwochmorgen noch unter 100 Dollar gerutscht war, liegt mit aktuell gut 106 Dollar wieder deutlich ĂŒber dieser Marke. WĂ€hrend des Iran-Kriegs ist er der wichtigste Gradmesser fĂŒr die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

"Ohne greifbare Ergebnisse schenken die Börsianer der Diplomatie keinen Glauben", kommentierte Stephan Innes von SPI Asset Management. Die Energiekosten seien nicht mehr bloß eine Gefahr, sie kĂ€men in der Wirtschaft inzwischen immer stĂ€rker belastend an. Auch die Verbraucherstimmung leidet, wie aktuelle Prognosen der Konsumforschungsinstitute GfK und NIM zeigen.

Entsprechend legte der Dax DE0008469008 wieder den RĂŒckwĂ€rtsgang ein. Der deutsche Leitindex lag am Mittag mit 1,3 Prozent im Minus bei 22.661 Punkten. Er blieb damit aber in der Spanne vom Montag, als er im Tagesverlauf bei widersprĂŒchlicher Nachrichtenlage um spektakulĂ€re 1.300 Punkte schwankte. ZunĂ€chst hatte er mit 21.863 Punkten das bisherige Kriegstief erreicht, bevor er sich zeitweise sprunghaft auf 23.178 Punkte erholte.

Aktuell pendelt der Nahost-Krieg weiter zwischen Drohkulisse und Diplomatie. Die US-Regierung hat dem Iran mit noch hĂ€rteren Angriffen gedroht, sollte die FĂŒhrung des Landes nicht nachgeben.

"Wenn sie nicht begreifen, dass sie militĂ€risch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird PrĂ€sident Trump dafĂŒr sorgen, dass sie hĂ€rter getroffen werden als je zuvor", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Zwar gebe es weiterhin "produktive" GesprĂ€che auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen. Der Iran bestreitet weiterhin hartnĂ€ckig, dass es ĂŒberhaupt GesprĂ€che gibt.

Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten lag am Donnerstagmittag 1,9 Prozent im Minus bei 28.269 Punkten und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 bĂŒĂŸte 1,2 Prozent ein.

Angesichts der Konjunktursorgen gerieten vor allem die zuletzt stark erholten Rohstoffwerte wieder unter Druck. Der Stoxx Europe 600 EU0009658202 Basic Resources EU0009658624 war mit fast 19 Prozent Minus in den vier Wochen Iran-Krieg zwischenzeitlich besonders stark unter die RĂ€der gekommen, nachdem er kurz zuvor noch einen Rekord erreicht hatte.

Hinzu kam, dass Worthington Steel in den USA nach Börsenschluss mit GeschÀftszahlen enttÀuschte. Am deutschen Markt fielen nun Aurubis DE0006766504, Salzgitter und Thyssenkrupp DE0007500001 mit SchwÀche auf.

GrĂ¶ĂŸter Verlierer im Dax waren die zuletzt deutlich erholten Siemens Energy DE000ENER6Y0 mit bis zu 4,5 Prozent Abschlag. Deutz DE0006305006 verloren im MDax nach GeschĂ€ftszahlen zeitweise fast 9,5 Prozent. Börsianern schmeckte das ProfitabilitĂ€tsziel des Motorenbauers fĂŒr 2026 nicht. Ähnlich erging es Kontron AT0000A0E9W5 mit einem Abschlag von rund 15 Prozent. Der Spezialist fĂŒr Produkte rund um das sogenannte Internet-der-Dinge (IoT) enttĂ€uschte die Anleger mit seinem Gewinnziel fĂŒr 2026. Auch KSB DE0006292030 und Medios DE000A1MMCC8 verloren zweistellig.

Gewinner waren rar gesĂ€t. Besonders deutlich ging es fĂŒr Eckert & Ziegler DE0005659700 mit bis zu 6,5 Prozent empor. Der Experte fĂŒr Strahlentherapie versprach auch fĂŒr 2026 moderates Wachstum.

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