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Frankfurt Schluss: Dax startet Erleichterungsrally

22.01.2026 - 17:57:08 | dpa.de

Nach drei schwachen Tagen infolge des neuerlichen Zollschocks hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zur Erholung angesetzt.

Die Drohung durch neue US-Zölle gegen acht europäische Länder ist nach einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wieder vom Tisch. Zudem scheint auch frische Bewegung in die Friedensverhandlungen um die Ukraine zu kommen. Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen erneut über ein mögliches Kriegsende verhandeln.

Eine weitere positive Nachricht seien die Zweifel des Obersten US-Gerichts an der rechtmäßigen Entlassung der Fed-Direktorin Lisa Cook und die Betonung der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed, begründete Christine Romar, Europa-Chefin von CMC Markets, die wieder positive Stimmung für Aktien.

Der Dax DE0008469008, der am Vormittag bis knapp unter 25.000 Punkte gestiegen war, während er am Tag zuvor noch bis auf 24.350 Punkte abgesackt war, schloss 1,20 Prozent höher auf 24.856,47 Zählern. Damit hat der deutsche Leitindex seit dem Rekordhoch Mitte Januar bei 25.507 Punkten 2,5 Prozent abgegeben.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte beendete den Handel 2,40 Prozent höher auf 31.687,04 Punkten. Auch europaweit wurden Gewinne verzeichnet. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann 1,25 Prozent auf 5.956,17 Punkte. Außerhalb der Euroregion legten der Schweizer SMI CH0009980894 und der britische FTSE 100 GB0001383545 weniger deutlich zu. Jenseits des Atlantiks ging es für die US-Börsen nach oben.

Trump und Rutte einigten sich am Rande des Wirtschaftsforums in Davos auf einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion. Details zum geplanten Abkommen zwischen den USA und der Nato sind aber noch nicht bekannt.

"Viel wichtiger ist für die Börsianer ohnehin die Info, dass die angedrohten Zusatzzölle am 01. Februar nicht in Kraft treten werden", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Ob das Grönland-Thema damit aber dauerhaft zur Zufriedenheit aller gelöst werden könne, bleibe offen. Marktanalyst Daniel Kostecki von CMC Markets ist skeptisch mit Blick auf die Facetten militärische Sicherheit und mögliche künftige Rohstoff-Projekte. "Europa könnte am Ende mit nichts weiter als vagen Sicherheitszusagen dastehen, die ohnehin mit den nationalen Interessen der USA übereinstimmen", befürchtet er.

Während vor allem Autoaktien wie VW DE0007664039, BMW DE0005190003 und Mercedes DE0007100000 mit deutlichen Gewinnen auf die Neuigkeiten reagierten, gaben Rüstungsaktien wie Rheinmetall DE0007030009 am Dax-Ende sowie Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 im MDax spürbar nach. Innerhalb der Autobranche überzeugte der Autobauer VW obendrein mit seiner Kassenlage im Konzernbereich Automobile. Die Aktien gewannen an der Dax-Spitze 6,5 Prozent. Mercedes stiegen um 1,8 Prozent und BMW um 1,4 Prozent. Porsche AG DE000PAG9113 gewannen im MDax 2,5 Prozent.

Positiv reagierten Anleger zudem auf das milliardenschwere Übernahmeangebot der Deutschen Börse DE0005810055 für den Fondsvertriebsspezialisten Allfunds GB00BNTJ3546. Das Papier des Marktbetreibers aus Eschborn gewann 2,3 Prozent. Besonders gut kamen die avisierten Kostensynergien an. Auf Zustimmung stieß auch, dass sich die Deutsche Börse mit diesem Schritt breiter aufstellt und ein Stück weiter unabhängiger vom zyklischen Handelsgeschäft wird.

Carl Zeiss Meditec DE0005313704 sackten dagegen mit minus 16,7 Prozent auf ein Zehnjahrestief. Nachdem die ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres 2025/26 bis Ende Dezember dem Medizintechnik-Unternehmen zufolge schwach verlaufen sind, dürften die Jahresziele wohl nicht erreicht werden.

Ionos DE000A3E00M1 schlossen nach einer Hochstufung durch Oddo BHF 4,3 Prozent höher. Die Papiere der Mutter United Internet DE0005089031 profitierten kräftig mit und stiegen um 8,0 Prozent. Der Umbruch des Internets, unter anderem durch agentische KI, sei eine Chance für den Webhoster, begründete Analyst Stephane Beyazian sein neues Anlageurteil "Outperform"./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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