New York Schluss: Nach deutlichen Freitagsgewinnen stabil
29.07.2024 - 22:31:26 | dpa.deVor allem an der Technologiebörse Nasdaq ist die Stimmung nach den Worten von JĂŒrgen Molnar von Robomarkets angeschlagen. "Jede Art von EnttĂ€uschung könnte zu einem weiteren Ausverkauf bei den Big-Techs fĂŒhren könnte, warnte der Kapitalmarktstratege. Am Montag allerdings ĂŒberwogen eher die positiven Nachrichten.
Der Dow Jones Industrial US2605661048, dem am Freitag die RĂŒckkehr ĂŒber die Marke von 40.000 Punkten gelungen war, verbuchte zum Wochenauftakt ein Minus von 0,12 Prozent auf 40.539,93 ZĂ€hler. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 schloss 0,08 Prozent höher bei 5.463,54 Punkten.
Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 gewann 0,19 Prozent auf 19.059,49 Punkte. Im Sog einer durchwachsenen Quartalsberichtssaison hatte er in der vergangenen Woche 2,6 Prozent eingebĂŒĂt. Mit Spannung wird daher auf die in dieser Woche anstehenden Zahlen von Apple US0378331005, Amazon US0231351067 und Microsoft US5949181045 gewartet.
Auslöser der Gewinne am letzten Handelstag der vergangenen Woche war der jĂŒngste, gedĂ€mpfte Preisanstieg in den Vereinigten Staaten gewesen. Die Inflationsdaten hatten erneut Hoffnungen geweckt, dass die US-Notenbank Fed bereits im September eine erste mögliche Zinssenkung vornehmen könnte sowie womöglich eine oder zwei weitere bis Jahresende. Daher warten Anleger auf entsprechende geldpolitische ĂuĂerungen anlĂ€sslich der Fed-Sitzung am Mittwoch.
Aktuell birgt vor allem die sich einmal mehr zuspitzende Situation im Nahen Osten eine Gefahr fĂŒr die Börsen weltweit. Ein Raketenangriff auf die israelisch besetzten Golanhöhen lĂ€sst die Kriegsgefahr zwischen dem Libanon und Israel wieder steigen. Nun frage man sich, wie der Libanon den angekĂŒndigten Gegenschlag Israels aufnehmen und darauf reagieren werde, so Molnar. "Noch gehen die Investoren davon aus, dass sich die Situation wieder beruhigt, aber eine Eskalation und ein FlĂ€chenbrand im Nahen Osten bleiben ernstzunehmende Risiken fĂŒr die FinanzmĂ€rkte."
Unter den Einzelwerten stachen im Dow die Aktien von McDonald's US5801351017 mit einem Anstieg von 3,7 Prozent positiv heraus. Damit sind die Titel zurĂŒck auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten. Der Fastfood-Konzern erlitt im zweiten Quartal zwar angesichts knapper Verbraucherbudgets zum ersten Mal seit fast vier Jahren einen UmsatzrĂŒckgang, doch UBS-Analyst Dennis Geiger bleibt optimistisch. Er geht davon aus, dass der Fokus des Unternehmens auf Wertigkeit, neue MenĂŒs und die fortgesetzte Umsetzung strategischer PrioritĂ€ten kĂŒnftig zu einer verbesserten Entwicklung beitragen wird. Die Marke ist ihm zufolge so positioniert, dass sie in einem von Konsumdruck geprĂ€gten Umfeld besser abschneiden sollte.
Abbott Laboratories US0028241000 schlossen im S&P-100-Index 0,5 Prozent tiefer und verringerten damit ihre Verluste im Handelsverlauf deutlich. Vorausgegangen war ein Urteil im Zusammenhang mit Babynahrung im US-Bundesstaat Missouri. Abbott bestreitet den Vorwurf und will gegen das Urteil vorgehen. Die Unsicherheit belaste aktuell zwar die Aktie, doch die Fundamentaldaten seien stark, weshalb er in KursschwÀchen Kaufgelegenheiten sehe, schrieb UBS-Analyst Danielle Antalffy.
Tesla US88160R1014 gewannen 5,6 Prozent und profitierten dabei von einer Studie der Investmentbank Morgan Stanley. Diese hatte die Titel des Elektroautobauers zum bevorzugten Wert (Top Pick) im US-Autosektor erklÀrt und gleichzeitig Ford US3453708600 diesen Status entzogen. Diese Papiere verloren 1,6 Prozent. Kostensenkungen und Umstrukturierungen bei Tesla hÀtten das AbwÀrtsrisiko im GeschÀft mit Elektrofahrzeugen eingedÀmmt, schrieb Analyst Adam Jonas unter Verweis auf das am vergangenen Dienstagabend vorgelegte Zahlenwerk. Zudem verwies er darauf, dass der Autobauer "aggressiv zusÀtzliche Ressourcen, Technologie, Mitarbeiter und Kapital aus dem Automobilbereich umschichtet".
Spitzenreiter im Nasdaq 100 waren On Semiconductor US6821891057 mit plus 11,5 Prozent. Zeitweise erholten sich die Aktien des Chipherstellers nach den vorgelegten Quartalszahlen und einem Ausblick auf das laufende Quartal noch etwas deutlicher und waren damit zurĂŒck auf MĂ€rz-Niveau.
Der Euro EU0009652759 kostete zuletzt 1,0823 Dollar. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0817 (Freitag: 1,0860) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9244 (0,9208) Euro.
Am US-Anleihenmarkt legten die Kurse zu. Der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Staatsanleihen (T-Note-Future) stieg im spĂ€ten Handel um 0,15 Prozent auf 111,38 Punkte. Die Rendite fiel im Gegenzug auf 4,17 Prozent./ck/he
--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---
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