Nord-Stream-VerdÀchtiger, Deutschland

Nord-Stream-VerdÀchtiger in Deutschland in U-Haft

28.11.2025 - 12:13:15 | dpa.de

Nach seiner Auslieferung aus Italien ist ein mutmaßlicher Drahtzieher der Nord-Stream-AnschlĂ€ge in Deutschland in Untersuchungshaft gekommen.

Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs eröffnete dem Ukrainer Serhij K. in Karlsruhe den Haftbefehl und setzte diesen in Vollzug, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestÀtigte. Wohin der VerdÀchtige nun gebracht wird, wollte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft nicht kommentieren.

Die AnschlĂ€ge auf das frĂŒhere deutsch-russische Prestigeprojekt hatten im Herbst 2022 weltweit Schlagzeilen gemacht. Mehrere Sprengungen in der NĂ€he der dĂ€nischen Ostseeinsel Bornholm beschĂ€digten die beiden Pipelines so sehr, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. Durch Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine noch nicht in Betrieb.

Rechtsstreit um die Auslieferung

FĂŒr die AnschlĂ€ge wurde bislang niemand zur Rechenschaft gezogen. Ende August konnte der mutmaßliche Drahtzieher an der Adria-KĂŒste im Urlaub mit seiner Familie gefasst werden. Über Monate wehrte Serhij K. sich gegen seine Auslieferung an Deutschland. Zwischenzeitlich war er im Hungerstreik, weil er sich schlecht behandelt fĂŒhlte. Vergangene Woche hatte das oberste Gericht in Italien dann grĂŒnes Licht fĂŒr die Auslieferung gegeben.

Am Donnerstag war der Ukrainer an die deutschen Behörden ĂŒbergeben und mit dem Hubschrauber nach Karlsruhe gebracht worden. Es wird vermutet, dass er spĂ€ter am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg vor Gericht kommt. Dazu mĂŒsste die Bundesanwaltschaft aber zunĂ€chst dort eine Anklage erheben und der zustĂ€ndige Staatsschutzsenat mĂŒsste diese zulassen. Wann es so weit sein könnte, ist unklar.

Polen lehnte Auslieferung eines anderen VerdÀchtigen ab

Die Bundesanwaltschaft wirft Serhij K. unter anderem das gemeinschaftliche HerbeifĂŒhren einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage vor. Er soll zu der Gruppe gehören, die im September 2022 SprengsĂ€tze an den Gaspipelines platzierte. Den obersten Strafverfolgern zufolge war er einer der Koordinatoren der Operation. Serhij K. bestreitet die VorwĂŒrfe.

Nach Überzeugung der Ermittler sollen zu dem Siebener-Team auch vier Taucher gehört haben. FĂŒr die AnschlĂ€ge soll die Truppe eine Segeljacht namens "Andromeda" angemietet haben, die sie von Rostock hinaus auf die Ostsee brachte. Ein mutmaßlich beteiligter Taucher saß zeitweise in Polen in U-Haft. Dort lehnte die Justiz eine Auslieferung an Deutschland jedoch ab. Inzwischen ist der Ukrainer wieder frei.

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