National Instruments-Aktie (US63361B1026): Nach Emerson-Übernahme ist die Börsennotiz Geschichte – was bleibt für Anleger?
23.05.2026 - 07:03:37 | ad-hoc-news.deNational Instruments war über Jahrzehnte ein wichtiger Spezialist für Test- und Messsysteme in der Elektronik- und Industrieautomatisierung. Nach dem Vollzug der Übernahme durch Emerson ist die Aktie jedoch nicht mehr eigenständig an der Börse gelistet, wie Branchenberichte im Jahr 2023 erläuterten, etwa auf der Website von IT-Boltwise mit einem Überblick zu den Folgen des Delistings IT-Boltwise Stand 18.09.2023. Für viele Anleger stellt sich damit die Frage, welche Bedeutung das frühere Geschäftsmodell von National Instruments weiterhin im globalen Test- und Messmarkt hat.
Stand: 23.05.2026
Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.
Auf einen Blick
- Name: National Instruments Corporation
- Sektor/Branche: Messtechnik, Test- und Automatisierungstechnik
- Sitz/Land: Austin, Vereinigte Staaten
- Kernmärkte: Elektronikfertigung, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Industrieautomatisierung
- Wichtige Umsatztreiber: Modulare Messhardware, Testsysteme, Software für Messdatenerfassung und -auswertung
- Heimatbörse/Handelsplatz: Früher Nasdaq (Symbol NATI), nach Übernahme nicht mehr eigenständig gelistet
- Handelswährung: Früher US-Dollar
National Instruments: Kerngeschäftsmodell
National Instruments entwickelte und vertrieb über viele Jahre modulare Test- und Messsysteme, die vor allem in Laboren und Produktionsumgebungen eingesetzt wurden. Im Zentrum stand ein Baukastenansatz, bei dem Anwender Hardwaremodule mit leistungsfähiger Software kombinieren konnten, um Mess-, Steuer- und Automatisierungsaufgaben flexibel abzubilden, wie aus älteren Unternehmensunterlagen hervorgeht, die im Investor-Relations-Bereich dokumentiert waren NI Investor Relations Stand 15.06.2023.
Ein wesentlicher Baustein des Geschäftsmodells war dabei die Softwareplattform LabVIEW, die Ingenieuren weltweit als grafische Entwicklungsumgebung für Mess- und Automatisierungsanwendungen diente. Diese Software wurde durch modulare Messkarten, PXI-basierte Systeme und weitere Hardwarekomponenten ergänzt. Das Zusammenspiel aus Software und Hardware machte National Instruments zu einem Standardanbieter im Bereich der automatisierten Prüftechnik, insbesondere in der Elektronikfertigung und Forschung.
Im Unterschied zu klassischen Messtechnikherstellern setzte National Instruments stark auf eine programmierbare Plattformstrategie. Kunden konnten auf Basis der Softwareumgebung eigene Mess- und Testlösungen entwerfen, anstatt nur vorkonfigurierte Geräte zu verwenden. Dieses Plattformmodell brachte hohe Bindungseffekte, weil Know-how, Bibliotheken und Messabläufe über Jahre gepflegt und erweitert wurden. Gleichzeitig eröffnete es dem Unternehmen wiederkehrende Umsätze durch Softwarelizenzen und Wartungsverträge.
National Instruments adressierte mit seinem Geschäftsmodell ein breites Branchenspektrum. Neben der klassischen Elektronikindustrie gehörten auch Automobilhersteller, Zulieferer, Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie Forschungseinrichtungen zu den Kunden. Die Lösungen reichten von einfachen Desktop-Messsystemen bis hin zu komplexen Testständen für Steuergeräte, Triebwerkskomponenten oder Kommunikationssysteme. In öffentlichen Unterlagen wurde die starke Präsenz in regulierten und technologieintensiven Branchen betont, was die Bedeutung von Zuverlässigkeit und langfristigen Kundenbeziehungen verdeutlicht NI Newsroom Stand 20.04.2023.
Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von National Instruments
Die wichtigsten Umsatztreiber von National Instruments lagen traditionell im Verkauf modularer Messhardware und dazugehöriger Softwarelizenzen. Die Hardwarekomponenten basierten häufig auf offenen Standards wie PXI, was Kunden eine hohe Flexibilität bei der Systemkonfiguration bot. Diese modulare Struktur erlaubte es, Test- und Messsysteme schrittweise zu erweitern, wodurch zusätzliche Karten und Module ein wichtiger Wachstumstreiber für wiederkehrende Hardwareumsätze waren.
Auf der Softwareseite standen Lizenzen für Entwicklungsumgebungen und Treiberpakete im Fokus. Kunden investierten nicht nur in LabVIEW, sondern auch in ergänzende Software-Tools für Datenerfassung, Signalanalyse und automatische Auswertung. Updates, Support und Schulungsangebote rundeten das Portfolio ab. In früheren Geschäftsberichten wurde herausgestellt, dass Software und Services einen stetig wachsenden Anteil am Gesamtumsatz hatten, weil Unternehmen verstärkt auf integrierte Testplattformen und langfristige Wartungsverträge setzten.
Ein weiterer Treiber war die zunehmende Komplexität in der Elektronik und in eingebetteten Systemen. Moderne Fahrzeuge, Kommunikationsgeräte und Industrieanlagen benötigen umfangreiche Tests, um Zuverlässigkeit und Normkonformität sicherzustellen. National Instruments positionierte sich hier mit Lösungen für Hardware-in-the-Loop-Tests, Echtzeit-Simulationen und automatisierte End-of-Line-Prüfstände. Gerade im Automotive-Bereich spielte das Unternehmen bei der Validierung von Steuergeräten, Infotainmentsystemen und Fahrerassistenzkomponenten eine wichtige Rolle.
In der Luft- und Raumfahrt sowie in der Verteidigung bot National Instruments Testsysteme für Avionik, Radar, Funkkommunikation und andere sicherheitskritische Systeme an. Diese Projekte waren häufig langfristig und kundenspezifisch, was zu stabilen, aber zyklischen Umsätzen führen konnte. Die Kombination aus Standardmodulen und anpassbarer Software erleichterte dabei die Umsetzung komplexer Prüfumgebungen, ohne für jede Anwendung eine komplett individuelle Hardware entwickeln zu müssen.
Hintergrund und Fachliteratur
National Instruments ist im Geschäftskundenbereich aktiv. Wer sich tiefer mit dem Sektor Messtechnik und Testautomatisierung befassen möchte, findet auf Amazon Fachbücher und weiterführende Literatur zum Thema.
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Fazit
National Instruments war lange eine feste Größe im Markt für Test- und Messtechnik und hat mit seinem Plattformansatz aus Software und modularer Hardware Maßstäbe gesetzt. Nach der Übernahme durch Emerson ist die frühere National-Instruments-Aktie nicht mehr eigenständig notiert, das zugrunde liegende Geschäft spielt jedoch weiterhin eine wichtige Rolle im globalen Industrie- und Elektroniksektor. Für deutsche Anleger bleibt das ehemalige Geschäftsmodell interessant, weil es an zentralen Trends wie Elektrifizierung, komplexeren Elektroniksystemen und Automatisierung anknüpft. Gleichzeitig zeigt die Übernahme, wie attraktiv spezialisierte Test- und Messlösungen für große Industriegruppen sein können, auch wenn die direkte Beteiligung über die frühere Einzelaktie heute nicht mehr möglich ist.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.
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