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National Instruments-Aktie (US63361B1026): Wie es nach der Übernahme durch Emerson weitergeht

21.05.2026 - 22:53:03 | ad-hoc-news.de

Die frühere National Instruments ist nach der Übernahme durch Emerson offiziell von der Börse verschwunden. Was bedeutet das Delisting für Anleger, und welche Rolle spielt das Test- und Messtechnikgeschäft heute im Konzernverbund?

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Die National Instruments-Aktie gehörte jahrzehntelang zu den etablierten Werten im Bereich Test- und Messtechnik, bevor das Unternehmen 2023 vom US-Industriekonzern Emerson übernommen und anschließend von der Börse genommen wurde. Die Transaktion im Umfang von rund 8,2 Milliarden US-Dollar wurde im Oktober 2023 abgeschlossen, wie Emerson in einer Mitteilung am 11.10.2023 bestätigte, nachdem Aktionäre und Behörden grünes Licht gegeben hatten, berichtete Reuters Stand 11.10.2023. Inzwischen wird die frühere National Instruments unter dem Markennamen NI als Geschäftseinheit innerhalb von Emerson fortgeführt.

Für frühere Aktionäre der National Instruments-Aktie war die Übernahme ein klarer Einschnitt: Das Unternehmen wurde nach Vollzug der Transaktion an der Nasdaq delistet, und die Anteilseigner erhielten eine Barabfindung von 60 US-Dollar je Aktie, wie aus der Übernahmevereinbarung hervorgeht, auf die sich Emerson und National Instruments im April 2023 geeinigt hatten, meldete Emerson Stand 12.04.2023. Für Anleger in Deutschland ist die Aktie damit nicht mehr regulär handelbar, das zugrunde liegende Test- und Messtechnikgeschäft bleibt aber ein relevanter Bestandteil des globalen Industrie- und Technologiesektors.

Stand: 21.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: National Instruments (heute NI, Teil von Emerson)
  • Sektor/Branche: Test- und Messtechnik, industrielle Automatisierung, Elektronik- und Halbleitertests
  • Sitz/Land: Austin, USA
  • Kernmärkte: Nordamerika, Europa, Asien mit Fokus auf Elektronik-, Halbleiter-, Automobil- und Luftfahrtindustrie
  • Wichtige Umsatztreiber: Testsysteme für Halbleiter und Elektronik, Messhardware, Softwareplattformen wie LabView, Lösungen für 5G- und Wireless-Tests
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Delisted von Nasdaq, heute als Teil von Emerson im S&P 500 vertreten
  • Handelswährung: Historisch US-Dollar, heute über Emerson-Aktie in US-Dollar

National Instruments: Kerngeschäftsmodell

National Instruments baute über Jahrzehnte ein spezialisiertes Geschäftsmodell rund um modulare Mess- und Testsysteme auf. Das Unternehmen entwickelte sowohl Hardware als auch Software, mit denen Kunden komplexe elektronische Systeme testen, messen und automatisieren konnten. Kernstück war eine Plattformstrategie, bei der modulare Messkarten und -module in standardisierte Chassis integriert und über eine zentral gepflegte Softwareumgebung gesteuert wurden. Diese Kombination aus Hard- und Software zielte darauf, Entwicklungs- und Testzeiten in forschungs- und entwicklungsintensiven Branchen zu verkürzen.

Eine zentrale Rolle im Portfolio spielte die Entwicklungssoftware LabView, mit der Ingenieure Messabläufe grafisch programmieren und automatisieren konnten. Durch diese graphische Programmierumgebung wollte National Instruments die Einstiegshürde für komplexe Messaufgaben senken. Parallel dazu bot das Unternehmen Messhardware wie PXI- und CompactRio-Plattformen an, die sich flexibel konfigurieren ließen. Kunden konnten damit digitale und analoge Signale erfassen, Hochfrequenzmessungen durchführen oder Leistungselektronik testen, ohne für jeden Anwendungsfall eine komplett neue Anlage zu entwickeln.

Das Geschäftsmodell basierte auch auf langfristigen Kundenbeziehungen. National Instruments setzte stark auf ein indirektes Vertriebsnetz und auf Anwendungen, bei denen die Testumgebung im Laufe der Zeit erweitert wird. Wiederkehrende Umsätze entstanden durch Softwarelizenzen, Wartungsverträge und die sukzessive Erweiterung bestehender Teststände. Insbesondere in Industrien mit langen Produktlebenszyklen, etwa Luft- und Raumfahrt oder Energie, erwiesen sich die Systeme als langlebige Infrastruktur, auf die Kunden über Jahre aufbauen konnten.

Mit zunehmender Bedeutung von Halbleitern, 5G-Kommunikation und Elektrifizierung von Fahrzeugen verschob sich der Fokus immer stärker in Richtung anspruchsvoller Halbleiter- und Wireless-Tests. National Instruments investierte gezielt in Hochfrequenz- und Mixed-Signal-Testlösungen sowie in Automatisierung. Das Unternehmen positionierte sich damit als Anbieter, der nicht nur Einzelgeräte, sondern komplette Testsysteme liefern konnte. Diese Orientierung auf Systemlösungen machte die National Instruments-Aktie für viele Anleger im Technologiesektor lange Zeit interessant, bevor sie im Zuge der Übernahme in den Emerson-Konzern überging.

Nach dem Zusammenschluss mit Emerson wird das frühere National-Instruments-Geschäft in die Automatisierungs- und Technologiesparten des Konzerns integriert. Emerson stellte im Zusammenhang mit der Transaktion heraus, dass NI insbesondere im Bereich Software-gestützter Testlösungen gut zum bestehenden Portfolio passt, das bereits Prozessautomatisierung und industrielle Steuerung abdeckt, wie eine Unternehmenspräsentation im Oktober 2023 zeigt, auf die sich Emerson Investor Relations Stand 20.10.2023 bezog. Damit verschiebt sich das Profil von NI von einem eigenständig börsennotierten Test- und Messtechnik-Spezialisten hin zu einem Baustein in einem diversifizierten Industriekonzern.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von National Instruments

Die wesentlichen Umsatztreiber von National Instruments lagen in den vergangenen Jahren im Geschäft mit Testsystemen für Halbleiter, Kommunikations- und Elektronikindustrie. Hierzu zählten automatisierte Testlösungen für Chips, Hochfrequenzmodule und komplexe elektronische Baugruppen. Die Nachfrage wurde durch die zunehmende Verbreitung von 5G, die Miniaturisierung von Komponenten und den Trend zu mehr Elektronik in Fahrzeugen angetrieben. Besonders im Halbleiterbereich sind verlässliche Testprozesse unverzichtbar, um Ausbeute und Qualität zu sichern, weshalb Kunden bereit sind, in leistungsfähige und flexible Testplattformen zu investieren.

Ein zweiter wichtiger Block waren modulare Mess- und Automatisierungssysteme für Forschungslabore, industrielle Prüfstände und universitäre Einrichtungen. National Instruments bot mit PXI- und CompactDAQ-Systemen Plattformen, die sich an unterschiedliche Messaufgaben anpassen ließen. In Entwicklungs- und Validierungsabteilungen, etwa in der Automobilindustrie oder in der Luft- und Raumfahrt, kamen diese Lösungen zum Einsatz, um Motoren, Antriebe, Batterien oder Steuergeräte unter realistischen Bedingungen zu testen. Die Skalierbarkeit der Systeme führte dazu, dass Kunden häufig mit kleineren Setups beginnen und diese über die Jahre ausbauen.

Auf der Softwareseite sorgten Lizenzmodelle und Serviceverträge für wiederkehrende Einnahmen. Neben LabView bot National Instruments weitere Softwarewerkzeuge zur Datenerfassung, -analyse und Visualisierung. Kunden konnten regelmäßige Updates und technischen Support im Rahmen von Wartungsverträgen beziehen. Durch diese Kombination aus Einmalumsätzen bei Hardware und laufenden Erlösen aus Software und Services ergab sich ein relativ stabiler Cashflow, der der früheren National Instruments-Aktie ein vergleichsweise berechenbares Geschäftsprofil verlieh.

Regionale Umsatztreiber verteilten sich vor dem Delisting auf Nordamerika, Europa und Asien. In Nordamerika profitierte das Unternehmen von einer starken Basis in der Halbleiter- und Elektronikindustrie, in Europa unter anderem von Automobil- und Luftfahrtkunden, während in Asien vor allem Hersteller von Elektronik und Kommunikationsausrüstung eine wichtige Rolle spielten. Der Zugang zu Kunden in China, Südkorea und Taiwan war insbesondere für das Halbleiter-Testgeschäft relevant, wenngleich regulatorische und handelspolitische Spannungen in den letzten Jahren zusätzliche Unsicherheiten mit sich brachten.

Seit dem Übergang in den Emerson-Konzern trägt das NI-Geschäft zu einem breiteren Umsatzmix bei, der neben Test- und Messtechnik auch Prozessautomatisierung, Ventiltechnik, Sensorik und Softwarelösungen umfasst. Emerson betonte im Rahmen seiner strategischen Ausrichtung für 2024 und 2025, dass das NI-Geschäft als Wachstumstreiber in technologieintensiven Endmärkten positioniert ist, etwa in den Bereichen Halbleiterfertigung, Elektrifizierung und intelligent vernetzte Industrien, wie aus Präsentationen zum Geschäftsjahr 2024 hervorgeht, auf die sich Emerson Präsentation Stand 13.11.2024 bezog. Damit bleibt die frühere National Instruments wirtschaftlich relevant, auch wenn die Aktie selbst nicht mehr eigenständig gehandelt wird.

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Fazit

Die National Instruments-Aktie existiert in ihrer ursprünglichen Form seit der Übernahme durch Emerson und dem anschließenden Delisting nicht mehr am Markt, das zugrunde liegende Test- und Messtechnikgeschäft bleibt jedoch ein wichtiger Bestandteil des globalen Technologiesektors. Durch die Integration in den Emerson-Konzern wird die frühere National Instruments heute im Kontext eines breit aufgestellten Industrie- und Automatisierungsportfolios gesteuert. Für deutsche Anleger hat sich der direkte Zugang zur Einzelaktie zwar erledigt, die Wachstumsfelder Halbleitertest, 5G und industrielle Mess- und Automatisierungstechnik bleiben aber als Themen von struktureller Bedeutung. Wie sich der Wertbeitrag des NI-Geschäfts langfristig im Emerson-Verbund entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie stark die Nachfrage aus Elektronik-, Halbleiter- und Automobilindustrie in den kommenden Jahren ausfällt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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