Natura & Co, BRNTCOACNOR5

Natura &Co Holding (ADR)-Aktie (BRNTCOACNOR5): Analystentag und strategische Neuausrichtung im Fokus

15.05.2026 - 11:21:16 | ad-hoc-news.de

Natura &Co Holding arbeitet nach dem Verkauf von The Body Shop an einer fokussierteren Strategie. Ein aktueller Analystentag und neue Mittelfristziele rĂŒcken die ProfitabilitĂ€t des brasilianischen Kosmetikkonzerns in den Mittelpunkt.

Natura & Co, BRNTCOACNOR5
Natura & Co, BRNTCOACNOR5

Die Natura &Co Holding (ADR)-Aktie steht seit dem RĂŒckzug aus dem The-Body-Shop-GeschĂ€ft fĂŒr ein deutlich verschlanktes, aber immer noch international aufgestelltes Kosmetikportfolio. JĂŒngste Managementaussagen und ein Analystentag haben neue Einblicke in die kĂŒnftige Strategie, Margenziele und die Kapitalallokation des Konzerns geliefert, wie unter anderem Berichte zum FrĂŒhjahr 2025 zeigen, etwa von Reuters Stand 20.03.2025. Im Zentrum steht die Frage, wie der brasilianisch geprĂ€gte Konzern mit Marken wie Natura, Avon und Aesop seine ProfitabilitĂ€t dauerhaft stabilisieren und zugleich sein ESG-Profil verteidigen kann.

Stand: 15.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Natura &Co Holding
  • Sektor/Branche: Kosmetik, Körperpflege, Direktvertrieb
  • Sitz/Land: SĂŁo Paulo, Brasilien
  • KernmĂ€rkte: Brasilien, ĂŒbriges Lateinamerika, Europa, ausgewĂ€hlte internationale MĂ€rkte
  • Wichtige Umsatztreiber: Hautpflege, ParfĂŒm, Make-up, Direktvertriebsnetz, digitale VertriebskanĂ€le
  • Heimatbörse/Handelsplatz: B3 SĂŁo Paulo (NTCO3), ADR in New York (NTCO)
  • HandelswĂ€hrung: Brasilianischer Real (BRL) an der B3, US-Dollar (USD) fĂŒr ADR

Natura &Co Holding (ADR): KerngeschÀftsmodell

Natura &Co Holding ist ein international tĂ€tiger Kosmetik- und Körperpflegekonzern mit Wurzeln in Brasilien. Das GeschĂ€ftsmodell basiert traditionell stark auf dem Direktvertrieb durch Beraterinnen und Berater in Lateinamerika, wurde in den vergangenen Jahren jedoch um E-Commerce, Social Selling und stationĂ€re MarkenlĂ€den ergĂ€nzt. Damit verbindet der Konzern klassische Strukturen mit modernen, digital gestĂŒtzten VerkaufskanĂ€len.

Historisch hat das Unternehmen sein Profil durch Übernahmen international ausgebaut. Neben der brasilianischen Kernmarke Natura zĂ€hlen die global positionierte Marke Avon und die Premium-Marke Aesop zu den wichtigsten SĂ€ulen. Nach dem Verkauf von The Body Shop im Jahr 2023 konzentriert sich der Konzern stĂ€rker auf margenstĂ€rkere Formate und auf MĂ€rkte, in denen er eine kritische GrĂ¶ĂŸe und klare Markenbekanntheit erreicht. Diese Fokussierung bildet seit 2024 den strategischen Rahmen, wie der Konzern bei seinen PrĂ€sentationen fĂŒr Investoren mehrfach betonte, unter anderem laut einem Bericht von Financial Times Stand 12.11.2024.

Die Produktpalette umfasst vor allem Hautpflege, ParfĂŒm, Haarpflege, Make-up sowie verwandte Körperpflegeprodukte. Ein zentrales Element des GeschĂ€ftsmodells ist der Anspruch, natĂŒrliche und nachhaltig beschaffte Inhaltsstoffe zu verwenden. Der Konzern hebt regelmĂ€ĂŸig hervor, dass er auf Rohstoffe aus der Amazonasregion setzt und Kooperationsprogramme mit lokalen Gemeinschaften betreibt. Diese ESG-orientierte Positionierung dient als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb mit globalen Kosmetikkonzernen, die stĂ€rker auf MassenmĂ€rkte und klassische Werbeformate setzen.

Im Direktvertrieb verfolgt Natura &Co ein mehrstufiges System, bei dem Beraterinnen und Berater Produkte direkt an Endkunden verkaufen und hĂ€ufig selbst als Markenbotschafter auftreten. Dieses System ist im brasilianischen Markt weit verbreitet und hat dem Konzern ĂŒber Jahrzehnte eine hohe Marktdurchdringung beschert. Gleichzeitig ist es konjunkturabhĂ€ngig und sensibel gegenĂŒber Änderungen im Konsumverhalten, was sich in wirtschaftlich schwĂ€cheren Phasen auch in den Umsatzzahlen niederschlĂ€gt. In großen StĂ€dten setzt der Konzern ergĂ€nzend auf Flagship-Stores und Partnerschaften mit EinzelhĂ€ndlern.

Die Integration von Dona Natura, Avon und Aesop in eine effizientere Konzernstruktur bildet seit 2023 einen weiteren Schwerpunkt. Ziel ist es, Synergien in Beschaffung, Logistik, IT und Marketing zu realisieren. Laut Unternehmensangaben aus InvestorenprĂ€sentationen fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2023, veröffentlicht im MĂ€rz 2024, wurden bereits Kosten- und Effizienzprogramme umgesetzt, deren Effekte in den folgenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen sollen, wie aus PrĂ€sentationsunterlagen auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht, etwa laut Natura &Co IR Stand 25.03.2024.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Natura &Co Holding (ADR)

Die Umsatzbasis von Natura &Co wird vor allem durch die Markenportfolios in den Segmenten Hautpflege, ParfĂŒm und Make-up bestimmt. In Brasilien und anderen lateinamerikanischen MĂ€rkten gilt die Marke Natura als etablierte GrĂ¶ĂŸe im mittleren bis gehobenen Preissegment, wĂ€hrend Avon insbesondere im etwas gĂŒnstigeren Segment eine große Kundschaft anspricht. Diese Kombination ermöglicht eine breite Abdeckung unterschiedlicher Einkommensschichten und Zielgruppen.

Premiumprodukte gewinnen innerhalb des Konzerns zunehmend an Bedeutung. Die Marke Aesop, die 2023 mehrheitlich an einen internationalen KonsumgĂŒterkonzern verkauft wurde, hatte zuvor eine wichtige Rolle als margenstarker Wachstumstreiber gespielt. Seit dem Verkauf konzentriert sich Natura &Co stĂ€rker auf organische Margenverbesserung bei den verbliebenen Marken. Laut Unternehmensangaben im Rahmen des GeschĂ€ftsberichts 2023, der im MĂ€rz 2024 veröffentlicht wurde, standen dabei die Verbesserung des Produktmixes hin zu höherwertigen Linien und die Straffung weniger profitabler Sortimente im Vordergrund, wie Finanzmedien zusammenfassten, etwa Valor EconĂŽmico Stand 28.03.2024.

Im Direktvertrieb bleibt die Zahl sowie die ProduktivitĂ€t der Beraterinnen und Berater ein zentraler Hebel. Das Unternehmen setzt auf Trainingsprogramme, digitale Tools fĂŒr Bestellungen und Kundendaten sowie auf Social-Media-Kampagnen, um die Bindung zur Marke zu stĂ€rken. DarĂŒber hinaus werden neue VerkaufskanĂ€le getestet, etwa Partnerschaften mit Plattformen und Online-MarktplĂ€tzen. Diese Diversifizierung soll zyklische Schwankungen im klassischen Katalogvertrieb abfedern.

Im Bereich E-Commerce verzeichnete der Konzern in den vergangenen Jahren laut eigenen Veröffentlichungen steigende Anteile am Gesamtumsatz, insbesondere in urbanen Zentren. Obwohl der genaue Umsatzanteil von OnlinekanĂ€len von Jahr zu Jahr schwankt und stark marktspezifisch ist, betonte das Management in PrĂ€sentationen zum GeschĂ€ftsjahr 2023 und im FrĂŒhjahr 2024, dass Investitionen in digitale Plattformen als strategische PrioritĂ€t gelten. Dies umfasst sowohl eigene Online-Shops als auch mobile Anwendungen und Tools, die Beraterinnen und Berater bei der Kundenansprache unterstĂŒtzen.

Ein weiterer wichtiger Treiber ist die Preisgestaltung in Relation zur Inflation in Brasilien und anderen KernmĂ€rkten. Kosmetikprodukte gehören zu den KonsumgĂŒtern, bei denen Preiserhöhungen innerhalb bestimmter Grenzen durchsetzbar sein können, solange MarkenstĂ€rke, ProduktqualitĂ€t und Innovationsrate stimmen. Gleichzeitig ist das Umfeld in Lateinamerika von Wechselkursschwankungen und zeitweise hoher Inflation geprĂ€gt. Natura &Co versucht, dies durch einen ausgewogenen Mix aus Preisanpassungen, Produktinnovationen und Kostenkontrolle zu managen.

ESG-Aspekte spielen als zusĂ€tzlicher Umsatz- und Markentreiber eine wachsende Rolle. Der Konzern hebt hervor, dass ein Teil der verwendeten pflanzlichen Inhaltsstoffe aus der Amazonasregion stammt und dass Programme zur UnterstĂŒtzung lokaler Gemeinschaften etabliert wurden. Diese Initiativen sollen nicht nur die Rohstoffbasis langfristig sichern, sondern auch die Markenwahrnehmung bei bewussten Konsumentinnen und Konsumenten stĂ€rken. In Europa und ausgewĂ€hlten asiatischen MĂ€rkten kann diese Positionierung einen Wettbewerbsvorteil gegenĂŒber Anbietern bieten, die stĂ€rker auf konventionelle petrochemische Inhaltsstoffe setzen.

FĂŒr Anlegerinnen und Anleger ist darĂŒber hinaus die geografische Risikostreuung relevant. Auch wenn Brasilien den Schwerpunkt bildet, ist das Unternehmen signifikant in weiteren lateinamerikanischen LĂ€ndern vertreten und verfĂŒgt ĂŒber PrĂ€senz in Europa. Dies kann sowohl Chancen bieten, wenn sich bestimmte MĂ€rkte dynamischer entwickeln, als auch zusĂ€tzliche Herausforderungen mit Blick auf WĂ€hrungen, Regulierung und logistische KomplexitĂ€t mit sich bringen.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die globale Kosmetikbranche wird von einigen großen internationalen Konzernen dominiert, die weltweit skalierbare Markenportfolios betreiben. Natura &Co bewegt sich in diesem Umfeld als Anbieter mit starker regionaler Basis in Lateinamerika und ausgewĂ€hlten internationalen Marken. Der Wettbewerb ist intensiv, sowohl im Massenmarkt als auch im Premiumsegment. Gleichzeitig wĂ€chst der weltweite Kosmetikmarkt seit Jahren moderat bis robust, angetrieben durch demografische Faktoren, steigende Einkommen in SchwellenlĂ€ndern und einen Trend zu höherwertigen Pflegeprodukten, wie Analysen verschiedener Marktforschungsunternehmen in den vergangenen Jahren zeigten, etwa von Statista Stand 10.10.2024.

Ein wichtiger Branchentrend ist der verstĂ€rkte Fokus auf Nachhaltigkeit, Transparenz der Lieferketten und ökologische Verantwortung. Viele Verbraucher achten stĂ€rker auf Inhaltsstoffe, Verpackungen und die sozialen Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen. Natura &Co hebt in seinen Berichten hervor, dass man bereits seit Jahren Umwelt- und Sozialkennzahlen in die Unternehmenssteuerung integriert. Dazu zĂ€hlen Ziele zur Reduktion von Emissionen, zur nachhaltigen Beschaffung von Rohstoffen sowie zur UnterstĂŒtzung von Communities in Herkunftsregionen. Diese ESG-Ausrichtung kann fĂŒr Investoren interessant sein, die Nachhaltigkeitskriterien in ihre Entscheidungen einbeziehen.

Im Bereich Direktvertrieb konkurriert Natura &Co mit global bekannten Unternehmen, die Ă€hnliche Strukturen nutzen. Der Sektor hat sich durch Digitalisierungsprozesse stark verĂ€ndert. Klassische Katalogmodelle werden zunehmend durch Online-Bestellungen, Social Selling ĂŒber Plattformen und digitale Events ersetzt. Das Tempo, mit dem Unternehmen diese Transformation bewĂ€ltigen, entscheidet vielfach ĂŒber Marktanteile und ProfitabilitĂ€t. Natura &Co investiert laut eigenen Angaben in digitale Tools fĂŒr Beraterinnen und Berater, um diesen Wandel aktiv zu gestalten.

Parallel dazu gewinnt E-Commerce im Beauty-Segment insgesamt an Gewicht. Online-Shops, MarktplĂ€tze und spezialisierte Plattformen gewinnen Kunden, die Wert auf Bequemlichkeit, Auswahl und Vergleichbarkeit legen. WĂ€hrend große internationale Konzerne massiv in Online-Marketing und PlattformprĂ€senz investieren, muss Natura &Co seine Mittel sorgfĂ€ltig auf MĂ€rkte und KanĂ€le verteilen, in denen der Return auf das eingesetzte Kapital ĂŒberzeugend erscheint. Diese Herausforderung wird in Branchenkommentaren hĂ€ufig diskutiert, die auf die begrenzten Ressourcen im Vergleich zu globalen MarktfĂŒhrern hinweisen, etwa in BeitrĂ€gen von Börsen-Zeitung Stand 22.01.2025.

Die Wettbewerbsposition des Konzerns in Lateinamerika ist durch starke Markenbekanntheit, ein dichtes Vertriebsnetz und kulturelle NĂ€he zum Heimatmarkt geprĂ€gt. In Europa fallen die Marktanteile im Vergleich zu globalen Schwergewichten geringer aus, dennoch kann sich die Marke in Nischen rund um natĂŒrliche Inhaltsstoffe, Nachhaltigkeit und Duftkompetenz positionieren. Wie erfolgreich diese Nischenstrategie ist, hĂ€ngt auch von der FĂ€higkeit ab, Innovationstempo und Marketingeffizienz an das Niveau der internationalen Konkurrenz anzupassen.

Warum Natura &Co Holding (ADR) fĂŒr deutsche Anleger relevant ist

FĂŒr deutsche Anlegerinnen und Anleger ist Natura &Co vor allem ĂŒber die an der New Yorker Börse handelbaren ADR zugĂ€nglich. DarĂŒber hinaus ermöglichen einige HandelsplĂ€tze in Europa, darunter deutsche Plattformen, den Handel in Form von Zertifikaten oder außerbörslichen Produkten, wie aus Informationen von Online-Brokern hervorgeht. Damit können deutsche Privatanleger an der Entwicklung eines lateinamerikanischen KonsumgĂŒterunternehmens teilhaben, ohne direkt in Aktien an der Börse in SĂŁo Paulo investieren zu mĂŒssen.

Die Relevanz ergibt sich unter anderem aus der Rolle Lateinamerikas als wachstumsorientierte ErgĂ€nzung zu etablierten MĂ€rkten wie Europa oder Nordamerika. In vielen LĂ€ndern der Region wĂ€chst die Mittelschicht, und ein struktureller Trend zu mehr Ausgaben fĂŒr Schönheit und Körperpflege ist zu beobachten. Kosmetik gilt zudem als Sektor, der in vielen Konjunkturphasen relativ stabile Nachfrage verzeichnet. FĂŒr Anleger aus Deutschland, die ihre Portfolios geografisch und sektorseitig diversifizieren möchten, kann ein Unternehmen wie Natura &Co eine ErgĂ€nzung zu europĂ€ischen und US-amerikanischen KonsumgĂŒterwerten darstellen.

Hinzu kommt, dass Nachhaltigkeitskriterien fĂŒr viele deutsche Investoren an Bedeutung gewinnen. Regulierte Produkte wie Fonds oder ETFs berĂŒcksichtigen zunehmend ESG-Indikatoren. Ein Konzern wie Natura &Co, der seine GeschĂ€ftsstrategie ausdrĂŒcklich mit sozialen und ökologischen Zielen verknĂŒpft, wird in entsprechenden Analysen hĂ€ufig als Beispiel fĂŒr eine integrierte Nachhaltigkeitsausrichtung genannt. Die tatsĂ€chliche Bewertung im Rahmen spezifischer ESG-Ratings hĂ€ngt jedoch von den Kriterien der jeweiligen Ratinganbieter und von der Umsetzung der Ziele im TagesgeschĂ€ft ab.

Deutsche Anleger sollten sich bewusst sein, dass ein Engagement in Natura &Co neben den Chancen auch typische Risiken von SchwellenlĂ€nderinvestitionen umfasst, etwa WĂ€hrungsvolatilitĂ€t, politische Entwicklungen und unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen. Die ADR-Notierung in New York erleichtert zwar Zugang und Handelbarkeit, Ă€ndert aber nichts an der Tatsache, dass ein Großteil der operativen AktivitĂ€ten und Cashflows in Brasilien und anderen lateinamerikanischen MĂ€rkten generiert wird.

Welcher Anlegertyp könnte Natura &Co Holding (ADR) in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Natura &Co könnte fĂŒr Anleger interessant sein, die gezielt Engagements im KonsumgĂŒter- und Kosmetiksektor außerhalb der traditionellen MĂ€rkte Europa und USA suchen. Wer strukturell an ein langfristiges Wachstum in Lateinamerika glaubt und Unternehmen mit sozial-ökologischer Positionierung bevorzugt, findet in Natura &Co ein Beispiel fĂŒr einen Akteur mit explizitem ESG-Profil. Solche Anleger nehmen typischerweise Schwankungen der Kurse in Kauf und blicken eher auf lĂ€ngere ZeitrĂ€ume.

Anleger, die sehr stark auf kurzfristige StabilitÀt und niedrige VolatilitÀt angewiesen sind, sollten dagegen die besonderen Umfeldbedingungen beachten. Naturaf &Co ist unter anderem Wechselkursrisiken, Zinsschwankungen und Verbraucherstimmung in Brasilien und weiteren lateinamerikanischen MÀrkten ausgesetzt. Hinzu kommt, dass strukturelle Transformationen, etwa die Modernisierung des Direktvertriebs und der Ausbau digitaler KanÀle, zwar mittel- bis langfristig Ertragspotenzial bieten, kurzfristig aber Investitionen und Ergebnisbelastungen bedeuten können.

Auch die Tatsache, dass frĂŒhere Akquisitionen wie The Body Shop und Aesop die Portfolioausrichtung mehrfach verĂ€ndert haben, ist fĂŒr unterschiedliche Anlegertypen relevant. WĂ€hrend einige Investoren die Bereitschaft zu strategischen Portfolioanpassungen begrĂŒĂŸen, bevorzugen andere GeschĂ€ftsmodelle mit sehr konstanter Struktur. Insgesamt richtet sich der Wert daher eher an informierte Anleger mit Bereitschaft, sich mit Struktur, MĂ€rkten und Strategie des Konzerns detaillierter zu befassen.

Risiken und offene Fragen

Zu den zentralen Risiken fĂŒr Natura &Co zĂ€hlt die konjunkturelle und politische Entwicklung in Brasilien und weiteren lateinamerikanischen KernmĂ€rkten. Rezessionen, hohe Inflation oder regulatorische Änderungen können Kaufkraft und Konsumklima beeinflussen. Dies wirkt sich insbesondere auf Segmente aus, in denen Kunden preissensibel reagieren. Der Konzern steht damit vor der Herausforderung, Preisniveau, Promotions und Produktmix laufend auf das Umfeld anzupassen.

Ein weiteres Risiko betrifft die Transformation des GeschĂ€ftsmodells. Der Übergang von stark katalogbasiertem Direktvertrieb zu hybriden Modellen mit digitalen Komponenten erfordert Investitionen in Technologie, Schulung und Marketing. Ob und in welchem Tempo diese Investitionen in Form höherer UmsĂ€tze und Margen zurĂŒckfließen, ist Gegenstand von Diskussionen unter Marktbeobachtern. Die Erfahrungen anderer Direktvertriebsunternehmen zeigen, dass digitale Projekte nicht automatisch zum Erfolg fĂŒhren, wenn sie nicht eng mit den BedĂŒrfnissen der Vertriebspartner verzahnt sind.

Offen bleibt auch, in welchem Maß die Fokussierung nach dem Verkauf von The Body Shop und Aesop langfristig zu einer stabileren Ertragslage fĂŒhrt. Einerseits reduziert sich die KomplexitĂ€t des Portfolios, andererseits stehen dem Konzern bestimmte Umsatz- und ErgebnisbeitrĂ€ge nicht mehr zur VerfĂŒgung. Wie gut diese durch organisches Wachstum, Margensteigerungen und mögliche kleinere Akquisitionen kompensiert werden können, wird sich erst ĂŒber mehrere Jahre hinweg erweisen.

Schließlich spielt die WĂ€hrungsentwicklung eine zentrale Rolle. Ein schwacher brasilianischer Real gegenĂŒber dem US-Dollar kann zwar exportorientierten AktivitĂ€ten helfen, verringert jedoch bei ĂŒbersetzten Kennzahlen den Beitrag zum in internationalen Berichten ausgewiesenen Ergebnis. FĂŒr ADR-Anleger in US-Dollar und indirekt auch fĂŒr Anleger in Euro ergibt sich dadurch eine zusĂ€tzliche Ebene der VolatilitĂ€t, die ĂŒber das tatsĂ€chliche operative Abschneiden hinausgeht.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Zu den wichtigsten wiederkehrenden Katalysatoren fĂŒr die Aktie zĂ€hlen die Quartals- und Jahreszahlen, die der Konzern ĂŒblicherweise im Laufe des Jahres veröffentlicht. Die genauen Termine werden von der Investor-Relations-Abteilung des Unternehmens kommuniziert und hĂ€ufig von Finanzportalen in TerminĂŒbersichten gefĂŒhrt, etwa bei finanzen.net Stand 10.05.2026. FĂŒr Anleger spielt neben den absoluten Zahlen insbesondere die Entwicklung der Margen, der Cashflows und des Schuldenprofils eine Rolle.

Neben den Berichtsterminen können Investorentage, Kapitalmarktkonferenzen und grĂ¶ĂŸere strategische AnkĂŒndigungen als Katalysatoren wirken. Wenn das Management beispielsweise neue Mittelfristziele zu Umsatzwachstum, ProfitabilitĂ€t oder Kapitalallokation vorstellt, reagiert der Markt in der Regel besonders sensibel. Auch Berichte ĂŒber mögliche Portfolioanpassungen, Partnerschaften oder VerĂ€nderungen im Management können Einfluss auf die Wahrnehmung der Aktie haben. Zudem wirken externe Faktoren wie geldpolitische Entscheidungen in Brasilien oder globale Konjunkturdaten indirekt auf die Risikobewertung ein.

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Fazit

Natura &Co Holding (ADR) befindet sich nach mehreren Portfoliobereinigungen in einer Phase der strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen konzentriert sich stĂ€rker auf wenige, dafĂŒr klar positionierte Marken und will durch Effizienzprogramme, digitale Transformation und eine Fokussierung auf KernmĂ€rkte die ProfitabilitĂ€t stabilisieren. FĂŒr Anlegerinnen und Anleger bietet der Konzern damit ein Engagement im wachsenden, aber zugleich kompetitiven Kosmetikmarkt Lateinamerikas, verbunden mit einem betonten ESG-Profil. Dem stehen Risiken durch Konjunktur- und WĂ€hrungsschwankungen sowie die Herausforderungen der laufenden GeschĂ€ftsmodelltransformation gegenĂŒber, die bei der Einordnung der Aktie berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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