Nestle, Aktie

Nestle Aktie: Jefferies dreht auf Kaufen

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 15:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jefferies hebt die Nestle-Aktie von Halten auf Kaufen an. Analysten sehen eine Trendwende bei Kaffee und Tiernahrung.

Jefferies stuft Nestle-Aktie hoch: Neues Kursziel von 99 Franken
Moderne Produktionsanlage für Lebensmittel und Getränke in hellem, professionellem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Analystenhaus revidiert seine Meinung zu Nestle – und liefert dabei eine ungewöhnlich offene Fehleranalyse gleich mit. Jefferies stuft die Aktie von "Hold" auf "Buy" hoch und hebt das Kursziel von 84 auf 99 Franken an. Der Grund: Die Altlasten aus dem Jahr 2022 verlieren offenbar an Gewicht.

Woher der Sinneswandel kommt

Analyst David Hayes attestiert dem Konzern, sich lange geweigert zu haben, ein grundlegendes Problem einzugestehen: Das Volumenwachstum der Jahre 2020 und 2021 sei durch die Pandemie künstlich aufgeblasen worden. Nestle habe darauf mit Überinvestitionen in Volumen und Produktmix reagiert – mit der Folge, dass Preiserhöhungen nicht ausreichend durchgesetzt wurden und das Marketingbudget für die eigenen Marken litt. Die Rechnung dafür zeigte sich in schwachen Ergebnissen 2024 und 2025.

Jetzt aber sieht Hayes eine Wende. Kaffee und Tiernahrung entwickeln sich seiner Einschätzung nach wieder besser: Bei Tiernahrung zieht die Nachfrage an, weil neue Kapazitäten für Katzenfutter ans Netz gehen und der pandemiebedingte Boom bei Hundeanschaffungen abklingt. Beim Kaffee habe Nestle im ersten Quartal die Erwartungen bei Volumen und Produktmix übertroffen.

Als weiteren Werthebel nennt Jefferies die gesenkte Margenambition für 2025 auf 16 Prozent – ein Schritt, der laut Analyse rund 2,2 Milliarden Franken an finanzieller Flexibilität freigesetzt habe. Hinzu kommt die verbliebene Beteiligung von 20 Prozent an L'Oréal, die sich Hayes zufolge sukzessive zu Geld machen ließe und als Finanzierungsquelle für weitere Zukäufe dienen könnte.

Kontrastprogramm bei Danone

Bezeichnend ist der Vergleich zum Wettbewerber: Während Nestle hochgestuft wird, senkt Jefferies das Rating für Danone auf "Underperform" und kappt das Kursziel von 80 auf 62 Euro. Grund sind Wachstumssorgen im chinesischen Ernährungsgeschäft und eine Schwächephase bei US-Milchprodukten. Beide Segmente machen zusammen rund 30 Prozent des Danone-Umsatzes aus, standen aber im ersten Quartal 2026 für mehr als die Hälfte des vergleichbaren Wachstums – ein Klumpenrisiko, das Jefferies nun kritisch bewertet.

Für Nestle selbst rückt an diesem Donnerstag ohnehin ein anderer Termin in den Vordergrund: Der Konzern legt seinen Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob die von Jefferies skizzierte Erholung bei Kaffee und Tiernahrung sich auch in den Zahlen niederschlägt.

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