Netanjahus Rivale Eisenkot: Zweistaatenlösung wÀre Fehler
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 09:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Vision eines unabhÀngigen palÀstinensischen Staates, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert, sei ein "bitterer Fehler", sagte Ex-MilitÀrchef Gadi Eisenkot der Zeitung "Israel Hajom".
Eisenkots Partei Jaschar (hebrĂ€isch fĂŒr "geradeaus"), die in der politischen Mitte angesiedelt ist, könnte nach Meinungsumfragen Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei bei der Wahl am 27. Oktober als stĂ€rkste Fraktion im Parlament ablösen. Mit einer absoluten Mehrheit kann demnach allerdings weder Netanjahus Lager noch das seiner Gegner rechnen.
Eisenkot war dafĂŒr kritisiert worden, dass er sich bisher in der Frage einer Zweistaatenlösung nicht eindeutig geĂ€uĂert hatte. Nun sagte er der Zeitung: "Wer nach dem (Hamas-Ăberfall am) 7. Oktober noch ĂŒber eine Zweistaatenlösung nachdenkt, ist schlicht verrĂŒckt". Er habe auĂerdem darauf hingewiesen, dass seine Schwester in einer Siedlung im besetzten Westjordanland lebe.
Kritik an Ben-Gvir und Smotrich
Gleichzeitig kritisierte Eisenkot das Vorgehen der rechtsextremen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich im Westjordanland. Dies und Siedlergewalt gegen PalĂ€stinenser fĂŒhrten dazu, "dass Israel international an LegitimitĂ€t verliert", und gefĂ€hrde die gesamte Siedlungsbewegung, sagte der 66-JĂ€hrige.
Eisenkot sprach sich auch gegen das derzeit vorangetriebene Siedlungsvorhaben im sogenannten E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim aus. Ein solches Vorgehen schade Israel international, sagte er. Die von der Regierung Netanjahu vorangetriebene Bebauung wird international scharf kritisiert, da sie das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen sĂŒdlichen Teil zerschneiden könnte. Dadurch wĂŒrde die Schaffung eines zusammenhĂ€ngenden palĂ€stinensischen Territoriums und damit die Verwirklichung einer kĂŒnftigen Zweistaatenlösung erheblich erschwert oder gar unmöglich gemacht.
Israels Sicherheitsbedenken
Die israelische Regierung lehnt einen souverĂ€nen palĂ€stinensischen Staat vor allem aus SicherheitsgrĂŒnden ab. Sie befĂŒrchtet, dass ein solcher Staat - Ă€hnlich wie der von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierte Gazastreifen im Jahr 2023 - zu einer Basis fĂŒr Angriffe auf Israel werden könnte. Netanjahu besteht deshalb darauf, dass Israel auch im Fall einer politischen Lösung die Sicherheitskontrolle westlich des Jordan-Flusses behĂ€lt. Rechtsextreme Regierungsmitglieder streben eine Annexion des Gebiets durch Israel an.
