Neuer ukrainischer Angriff auf Online-HĂ€ndler Wildberries
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:55 Uhr | dpa.deDer Gouverneur der Region sĂŒdöstlich von Moskau, Pawel Malkow, bestĂ€tigte einen massiven Drohnenangriff. In Industriebetrieben seien BrĂ€nde durch abstĂŒrzende DrohnentrĂŒmmer ausgelöst worden, teilte er in sozialen Netzwerken mit. Er nannte die Unternehmen aber nicht. Es habe sechs Verletzte gegeben. Ăber dem Gebiet Rjasan seien 45 feindliche Drohnen abgewehrt worden, schrieb Malkow.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bestĂ€tigte die Angriffe. Auch eine Raffinerie in Perm sei angegriffen worden. Getroffen worden seien Ziele, die Russland fĂŒr die VerlĂ€ngerung seines Krieges nutze. Moskau mĂŒsse die Kosten seiner KriegsfĂŒhrung jeden Tag spĂŒren, erklĂ€rte er.
"Wir mĂŒssen den Aggressor schwĂ€chen und weiter Druck ausĂŒben, um diesen Krieg zu einem Ende zu bringen", sagte Selenskyj. Es seien auch Schnellboote der Schwarzmeerflotte auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim getroffen worden, teilte Selenskyj bei Telegram weiter mit. Die russischen Behörden auf der Krim berichteten von zwei getöteten Zivilisten und fĂŒnf Verletzten.
VersandhÀndler immer wieder Angriffsziel
Russlands gröĂter VersandhĂ€ndler Wildberries teilte mit, dass in Rjasan das Logistikzentrum zur Sicherheit evakuiert und der Handel eingestellt worden sei. TelegramkanĂ€le veröffentlichten Videos und Fotos, auf denen Feuer in einer riesigen Lagerhalle und Rauchwolken zu sehen sind. Die AuthentizitĂ€t der Aufnahmen war aber nicht sofort zu klĂ€ren.
Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des gröĂten russischen Versandhauses Wildberries. Die symboltrĂ€chtigen und weithin sichtbaren Angriffe verursachen groĂe SchĂ€den. Selenskyj wirft Wildberries vor, mit fĂŒr den Krieg wichtigen Komponenten zu handeln. Der Kreml weist das kategorisch zurĂŒck. Ein Ziel Kiews dĂŒrfte aber auch sein, Unruhe in der stĂ€dtischen russischen Mittelschicht zu schĂŒren, die hĂ€ufig Waren online bestellt - und so auch die Kriegsfolgen zu spĂŒren bekommt.
Angriffsserie auf russische Raffinerien
Schon seit Monaten lĂ€uft eine ukrainische Angriffsserie auf russische Raffinerien. Sie soll Treibstoff im gegnerischen Land verknappen und verhindern, dass Russland mit dem Export von Ăl und Ălprodukten Geld fĂŒr die FortfĂŒhrung des Kriegs verdient. Auch die Raffinerie von Rjasan, eine der gröĂten des Landes, wurde schon mehrmals angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass in der Nacht 295 feindliche Kampfdrohnen ĂŒber russischem Gebiet abgeschossen worden seien.
Die ukrainische Luftwaffe zĂ€hlte in der Nacht 80 angreifende russische Drohnen, von denen 65 abgefangen worden seien. An zehn Stellen im Land habe es EinschlĂ€ge gegeben. Die Ukraine wehrt sich seit fast viereinhalb Jahren gegen eine groĂangelegte russische Invasion.
