Aktien Frankfurt Ausblick: Neue Angriffe des Iran trüben die Laune
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 08:18 Uhr | dpa.deEine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax DE000A0C4CA0 DE0008469008 für den deutschen Leitindex Dax einen Abschlag von 0,3 Prozent auf 25.393 Punkte.
Am Vortag sowie am Montag war der Dax jeweils bis über 25.550 Punkte geklettert, von dort aber wieder zurückgeprallt. Das Rekordhoch von 25.900 Punkten bleibt im Blick, rückt nun aber erst einmal wieder etwas weiter weg.
Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf Ziele im Iran haben Teherans Streitkräfte nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Alle Geschosse seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit, ohne Angabe des Ziels der Angriffe. Die Preise für Öl und Gas legten am Mittwoch wieder zu.
"Die Unruhe ist zurück im Markt", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners die erneute geopolitische Anspannung. Anleger sollten dieses Thema nicht vorschnell abhaken, der Konflikt könne die Weltwirtschaft und die Börsen noch lange beschäftigen.
In den Blick rückt am Abend die Sitzung der US-Notenbank Fed. Bei der zweiten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen Marktbeobachter überwiegend erneut nicht mit keine Änderung beim Leitzins, sodass dieser zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte. Die Diskussion über eine mögliche Leitzinserhöhung hat zuletzt aber wieder zugenommen. Der Iran-Krieg sorgt weiter für große Verunsicherung.
An den Aktienmärkten steht die Halbleiterbranche weiter unter Druck. In den USA und am Morgen in Asien ging es im Chipsektor erneut bergab. Halbleiterwerte am deutschen Markt können diesem Trend nicht entkommen. Papiere wie Infineon DE0006231004 oder Aixtron DE000A0WMPJ6 gaben entsprechend vorbörslich weiter nach. Bedenken, dass sich die immens hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) nicht rechnen könnten sowie Sorgen vor Konkurrenz aus China trüben die Stimmung ein. Vor der Fed-Zinssitzung an diesem Abend dürften Anleger im Chipsektor kein größeres Risiko eingehen wollen. Zudem verfehlte der südkoreanische Chipproduzent SK Hynix KR7000660001 trotz erneuter Rekordgewinne mit seinen Geschäftszahlen die Markterwartungen.
In der Berichtssaison geht es rund mit zahlreichen Bilanzvorlagen von Unternehmen aus dem Dax, MDax DE0008467416 und SDax DE0009653386. Anleger verarbeiten unter anderem die Zahlen des Energiekonzerns RWE DE0007037129, der nach einem überraschend gut verlaufenen Halbjahr positiver auf 2026 blickt. Auf Tradegate gewannen RWE vorbörslich 3 Prozent zum Xetra-Schluss.
Die Deutsche Bank DE0005140008 erzielte im zweiten Quartal dank ihrer Investmentbank überraschend einen Gewinn auf Rekordniveau. Anleger zeigten sich erfreut: Die Aktien gewannen 1,7 Prozent im vorbörslichen Tradegate-Handel.
BASF DE000BASF111 legten auf Tradegate leicht zu. Der Start eines neuen Aktenrückkaufprogramms dürfte die Titel des Chemiekonzerns stützen.
Kräftig nach oben um mehr als 5 Prozent auf Tradegate ging es für Nordex DE000A0D6554. Der Windkraftkonzern verdiente im abgelaufenen Quartal mehr als erwartet und bestätigte die Prognose.
Redcare NL0012044747 gewannen nach Quartalszahlen mehr als 4 Prozent. Das Analysehaus Jefferies lobte die ProfitabilItät der Internet-Apotheke.
