AKTIEN IM FOKUS 2: Nike-Kurs belastet von gekapptem Ausblick - Adidas profitiert
02.10.2024 - 13:08:08 | dpa.de(neu: Kurse und mehr Details)
NEW YORK/FRANKFURT (dpa-AFX) - Des einen Leid, des anderen Freud: Der US-Sportartikelhersteller Nike US6541061031 streicht nach einem schwachen SommergeschĂ€ft die Prognose, und die Aktien des deutschen Wettbewerbers Adidas DE000A1EWWW0 zĂ€hlen am Mittwoch zu den wenigen Gewinnern im Dax DE0008469008. Analysten hoben hervor, die Probleme von Nike seien hausgemacht und fĂŒr Adidas sogar positiv zu werten.
Die Papiere des deutschen Branchenprimus zogen zur Mittagszeit um 1,9 Prozent auf 237,10 Euro an, wĂ€hrend der deutsche Leitindex Dax leicht fiel. In der Spitze hatte das Adidas-Plus nach einem schwĂ€cheren Start mehr als drei Prozent betragen. Anders als Adidas gaben die Anteilsscheine des Wettbewerbers Puma DE0006969603 im MDax der mittelgroĂen Werte leicht nach.
Nike hatte am Vorabend einen deutlichen UmsatzrĂŒckgang fĂŒr das dritte Quartal gemeldet und kurz vor dem Start des neuen Konzernchefs Elliott Hill seine Jahresprognose gestrichen. Die Schlagzeilen klĂ€ngen negativ, hieĂ es von HĂ€ndlern. Im vorbörslichen US-Handel sackten die Aktien von Nike am Mittwoch um mehr als fĂŒnf Prozent ab.
Bei Nike bereite vor allem der Online-Handel Sorgen, bemerkte JĂŒrgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Handelshaus Robomarkets. Zur Strategie von Hills VorgĂ€nger John Donahoe gehörte es, stĂ€rker auf DirektverkĂ€ufe zu setzen. Die Kehrseite war jedoch, dass der von Nike aufgegebene Regalplatz in LĂ€den durch Produkte der Konkurrenz gefĂŒllt wurde. Dadurch wurden die Rivalen mehr von Verbrauchern wahrgenommen.
Auch Analysten Ă€uĂerten sich skeptisch. Der Experte Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC etwa kommentierte, die Trendwende in der Produktpipeline werde sich bei Nike lĂ€nger hinziehen als gedacht.
JPMorgan-Expertin Olivia Townsend schrieb, die Amerikaner hĂ€tten sich nur neu zum zweiten GeschĂ€ftsquartal geĂ€uĂert und lĂ€gen dabei unter den Erwartungen. Insgesamt zeigten die Kommentare des Nike-Managements, dass viele der Herausforderungen unternehmensspezifisch seien. Ihrer EinschĂ€tzung nach können daher nur begrenzt RĂŒckschlĂŒsse fĂŒr Adidas oder Puma gezogen werden.
Die Fachleute der Schweizer GroĂbank UBS erwĂ€hnten Adidas sogar positiv. FĂŒr diese schaffe es Chancen, wenn der gröĂte Konkurrent in einer Ăbergangsphase stecke. Nike-Aktien hingegen sollte man erst kaufen, wenn sich der Weg zurĂŒck zu robustem und nachhaltigem Wachstum bei Umsatz und Ergebnissen abzeichnet.
Der Fachmann Jörg Phillipp Frey vom Analysehaus Warburg Research kommentierte: "Angesichts der seit mehreren Quartalen anhaltenden SchwĂ€che von Nike im Vergleich zu Adidas und Puma dĂŒrfte mittlerweile klar sein, dass die Zahlen und Aussichten von Nike kein Hinweis auf eine wesentliche Verschlechterung des Gesamtmarktes sind."
Dies lĂ€sst sich auch an den Aktienkursen der beiden Unternehmen ablesen: Die Anteilsscheine von Nike haben sich in diesem Jahr bisher um fast ein FĂŒnftel verbilligt und damit deutlich schlechter als die Anteile von Adidas entwickelt, die seit Ende 2023 gut ein Viertel zulegen konnten. Auch auf Sicht von zehn Jahren hat Adidas am Kapitalmarkt mit Blick auf die Kursentwicklung deutlich die Nase vorn.
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