Nio, Aktie

Nio Aktie: Goldman sieht Wende

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 03:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Goldman Sachs stuft Nio auf Kaufen hoch und sieht dank starker SUV-Verkäufe den Weg in die Gewinnzone.

Goldman Sachs wertet Nio hoch: Neues Kursziel von 7 Dollar
Eine einsame, kurvenreiche Straße im Morgengrauen, durchbrochen von optimistischem Licht, das eine Wende in der Elektrofahrzeugbranche symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Kursziel von 7 Dollar mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken. Für Nio-Aktionäre steckt darin allerdings ein Aufwärtspotenzial von 46 Prozent — und ein deutliches Signal, dass Goldman Sachs dem chinesischen Elektroautobauer nach Jahren der Skepsis plötzlich zutraut, in die Gewinnzone zu drehen.

Die US-Großbank hob ihre Einstufung am Montag von "Neutral" auf "Buy" an und erhöhte das Kursziel von 6,60 auf 7 Dollar. Die Nio-Aktie notierte zuletzt bei 4,78 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden Dollar entspricht. Analystin Tina Hou begründet den Schritt mit dem Turnaround durch die neuen SUV-Modelle ES8 und ES9, die im chinesischen Luxussegment für New-Energy-Fahrzeuge einen Marktanteil von 39 Prozent erobert haben.

Wachstum gegen den Branchentrend

Bemerkenswert ist der Kontrast zur Gesamtbranche. Während der heimische NEV-Markt in China im ersten Halbjahr 2026 um 14 Prozent einbrach, wuchs Nios Absatzvolumen im gleichen Zeitraum um 67 Prozent. Goldman rechnet für das Gesamtjahr mit einem Volumenplus von 43 Prozent, während der Branchenschnitt bei mageren ein Prozent Wachstum verharren dürfte. Die im Juni ausgelieferten 40.597 Fahrzeuge — ein Anstieg von 62,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr — untermauern dieses Bild, verteilt auf die Marken Nio, Onvo und Firefly.

Bei der Profitabilität zeichnet sich der eigentliche Bruch mit der Vergangenheit ab. Nach einem operativen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar im Jahr 2025 erwartet die Wall Street für 2026 ein operatives Ergebnis auf Break-even-Niveau. Für 2027 steht sogar ein operativer Gewinn von 443 Millionen Dollar im Raum — der erste in der Unternehmensgeschichte. Getragen werden soll diese Entwicklung von einem Umsatzsprung auf rund 24 Milliarden Dollar im Jahr 2027, ausgehend von 12,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025.

Trotz der frischen Kaufempfehlung bleibt die Aktie unter Druck: Seit Jahresbeginn hat sie sechs Prozent verloren, gegenüber ihrem Hoch vom April 2026 liegt sie sogar 32 Prozent zurück. Genau darin liegt für Goldman die Chance — im Vergleich zu anderen New-Energy-Herstellern im eigenen Coverage-Universum handelt Nio mit einem Bewertungsabschlag von 25 bis 29 Prozent auf das Kurs-Umsatz-Verhältnis für 2026 und 2027 sowie 17 Prozent auf das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis 2027.

Kein Wunder, dass Anleger auf das Upgrade reagierten — schließlich verbindet Goldman die Wachstumsstory erstmals mit einem konkreten Zeitplan zur Profitabilität. Ob sich die Prognose für 2027 tatsächlich erfüllt, hängt maßgeblich davon ab, ob Nio das Momentum der ES8- und ES9-Modelle über die kommenden Quartale in stabile Margen übersetzen kann.

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