Nokia, Aktie

Nokia Aktie: 8,73 Prozent Minus auf Wochensicht

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 07:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Aktie von Nokia fällt trotz neuer KI-Deals mit Google und AWS. Analysten sind sich uneins über die zukünftige Entwicklung.

Nokia Aktie: Analysten uneins trotz KI-Partnerschaften
Abstrakte Darstellung der Telekommunikationsbranche mit gedämpfter Stimmung und langen Schatten, die einen Rückgang andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fünf Analysten, fünf verschiedene Meinungen. Bei Nokia klaffen die Einschätzungen der großen Banken derzeit so weit auseinander wie selten zuvor. Die Aktie selbst gibt seit Wochen nach — und das trotz frischer KI-Partnerschaften und mehrerer Kurszielanhebungen.

Am Dienstag schloss das Papier bei 10,35 Euro. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von 8,73 Prozent, auf Monatssicht sogar 17,86 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von fast 86 Prozent zu Buche — der Rückgang der vergangenen Wochen hat den Jahresgewinn also nur angekratzt, nicht zerstört.

Fünf Banken, fünf Meinungen

Die Bank of America sieht in Nokia weiterhin einen Kauf. Analyst Oliver Wong hob das Kursziel Anfang Juli auf 15,60 Euro an. Kurz zuvor hatte Danske Bank die Aktie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und ein Kursziel von 14 Euro ausgegeben. Die Begründung: Nokia löse sich zunehmend von der reinen Abhängigkeit von Telekom-Betreibern und profitiere stärker von der KI-Nachfrage. Das Wachstum soll sich laut Danske Bank ab dem zweiten Quartal beschleunigen, angetrieben von der Sparte IP Networks.

Ganz anders die Landesbank Baden-Württemberg. Sie stufte die Aktie am selben Tag auf "Sell" herab. Jefferies wiederum bleibt bullish und hob das Kursziel von 10,70 auf 13,80 Euro an — mit Verweis auf die wachsende Zusammenarbeit zwischen Nokia und Hyperscalern im gesamten Optik-Portfolio sowie neue Switch-Aufträge im IP-Networks-Geschäft.

Barclays bildet das Schlusslicht der Optimisten. Die Bank erhöhte ihr Kursziel Ende Juni nur minimal von 8 auf 8,50 Euro und beließ die Einstufung bei "Underweight". UBS positioniert sich dazwischen und hält an einem neutralen "Hold" fest.

Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain

Die Aktie notiert derzeit rund 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, das sie Anfang Juni erreicht hatte. Sowohl der 50-Tage-Durchschnitt bei 12,07 Euro als auch der 100-Tage-Durchschnitt bei 9,70 Euro liegen über dem aktuellen Kurs. Der 14-Tage-RSI von 37,9 deutet auf eine Annäherung an überverkauftes Terrain hin.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 72,49 Prozent zeigt: Der Handel ist turbulent geworden. Kein Wunder, dass Anleger bei so widersprüchlichen Analystensignalen nervös reagieren.

KI-Partnerschaften laufen weiter

Während die Analysten streiten, baut Nokia sein KI-Geschäft weiter aus. Zusammen mit Google Cloud hat der Konzern eine erweiterte Partnerschaft angekündigt. Google integriert seine Gemini-Modelle künftig in Nokias Netzwerksoftware, das sogenannte Nokia Assurance Center. Sechs spezialisierte KI-Agenten sollen Telekom-Betreibern helfen, Betriebskosten zu senken und Netzwerkprobleme schneller zu lösen. Die Plattform startet als SaaS-Modell im Google Cloud Marketplace — geplant für September 2026.

Parallel dazu arbeitet Nokia mit AWS zusammen. Die "Autonomous Networks Fabric" von Nokia soll künftig auf der AWS-Infrastruktur laufen und Betreibern Zugang zu fortgeschrittenen KI- und Cloud-Diensten geben. Das Ziel: Level-4-Autonomie in Netzwerken, verfügbar noch in diesem Jahr.

Nokia soll seinen Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 nach mehreren Marktberichten rund um den 23. Juli veröffentlichen. Ein offizielles Datum hat der Konzern über seine Investor-Relations-Kanäle bislang nicht bestätigt. Die tiefe Kluft zwischen Barclays' "Underweight" auf der einen und den Kaufempfehlungen von Bank of America und Danske Bank auf der anderen Seite zeigt: Der Markt wartet auf handfeste Beweise, dass sich die KI- und Cloud-Nachfrage tatsächlich in Umsatz und Marge niederschlägt. Bis dahin dürfte die Aktie angesichts der hohen Volatilität und der überverkauften Chartlage volatil bleiben.

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