Nokia Aktie: KI-Kunden verdreifachen Bestellungen
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 15:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nokia hat im zweiten Quartal geliefert, was der Markt seit Monaten von der KI-Infrastruktur-Story erwartet hatte: konkrete Zahlen statt bloĂer AnkĂŒndigungen. Der Auftragseingang von Cloud- und KI-Kunden hat sich binnen eines Quartals nahezu verdreifacht. Das reicht, um selbst zusĂ€tzliche Restrukturierungskosten in den Hintergrund zu rĂŒcken.
KI-GeschÀft treibt die Zahlen
Der bereinigte operative Gewinn kletterte im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro â deutlich mehr, als Analysten mit rund 382 Millionen Euro veranschlagt hatten. Der Umsatz stieg auf 4,8 Milliarden Euro, ein Plus von etwa acht bis neun Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal.
Der eigentliche Treiber sitzt im Segment Netzinfrastruktur, das organisch um zwölf Prozent zulegte. Optische Netzwerke wuchsen um 20 Prozent, IP-Netzwerke um 16 Prozent. Noch aussagekrĂ€ftiger ist der Blick auf die Kundschaft: UmsĂ€tze mit KI- und Cloud-Kunden verdoppelten sich nahezu, der Auftragseingang aus diesem Bereich erreichte 2,8 Milliarden Euro â nach rund einer Milliarde Euro im ersten Quartal. Konzernchef Justin Hotard hatte die Struktur des Unternehmens Ende vergangenen Jahres genau auf dieses GeschĂ€ft ausgerichtet, weg vom lange stagnierenden Mobilfunknetz-GeschĂ€ft.
Prognose angehoben, Dividende beschlossen
Nokia hob die Jahresprognose fĂŒr den bereinigten operativen Gewinn auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an. Parallel dazu kĂŒndigte der Konzern eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie an. GetrĂŒbt wird das Bild durch zusĂ€tzliche Restrukturierungskosten in Europa von 200 Millionen Euro, die im Zuge der weiteren Straffung anfallen.
JPMorgan bestĂ€tigte nach den Zahlen sein Overweight-Rating mit einem Kursziel von 18,00 Euro und verwies auf den deutlichen GewinnĂŒberschuss. SEB Equities hatte die Aktie bereits im Vorfeld der Zahlen auf Buy hochgestuft und dabei auf die Wachstumsdynamik im KI- und Cloud-GeschĂ€ft verwiesen.
Der KI-Boom bringt Nokia zwar neue AuftrĂ€ge, aber auch steigende Kosten fĂŒr Speicherchips und andere Komponenten. Konkurrent Ericsson hatte in der vergangenen Woche vor genau diesem Effekt gewarnt und Margendruck signalisiert. Die Nokia-Zahlen zeigen bislang das Gegenteil: Die Nachfrage wĂ€chst schneller, als die Kosten belasten. Die Aktie reagierte mit spĂŒrbaren Kursgewinnen, gab einen Teil davon im Handelsverlauf aber wieder ab â ein Hinweis darauf, dass der Markt die Tragweite der angehobenen Prognose noch einordnet.
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