Norsk Hydro Aktie: Gewinn verdoppelt sich
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Aluminiumpreise, starke Prämien und ein wieder anlaufender Recyclingbereich haben Norsk Hydro im zweiten Quartal 2026 einen kräftigen Ergebnissprung verschafft. Der Nettogewinn kletterte von 2,45 Milliarden auf 5,97 Milliarden norwegische Kronen — mehr als eine Verdopplung binnen eines Jahres. Für den norwegischen Aluminiumkonzern ist das ein deutliches Signal, dass sich die operative Stärke trotz volatiler Rohstoffmärkte auszahlt.
Das bereinigte EBITDA stieg um 15 Prozent auf 8,92 Milliarden Kronen, der Umsatz legte um 6 Prozent auf 56,49 Milliarden Kronen zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 1,70 auf 2,21 Kronen. Der freie Cashflow lag bei 4 Milliarden Kronen — solide, wenn auch durch Investitionen und Steuerzahlungen gedämpft.
Aluminiummetall als Wachstumstreiber
Das Segment Aluminium Metall lieferte den größten Beitrag zum Ergebnis: Das bereinigte EBITDA schoss von 2,42 Milliarden auf 6,42 Milliarden Kronen hoch, getrieben von höheren All-in-Metallpreisen und günstigeren Aluminiumoxid-Kosten. Die realisierten All-in-Metallpreise lagen 14 Prozent über dem Vorquartal, in Norwegen erreichten die Gießereien einen Rekord bei der Produktion.
Ganz anders sieht es bei Bauxit & Aluminiumoxid aus. Dort fiel das bereinigte EBITDA von 1,52 Milliarden auf 522 Millionen Kronen, weil niedrigere Aluminiumoxidpreise und eine stärkere brasilianische Währung gegenüber dem Dollar auf die Marge drückten. Auch das Energiesegment schwächelte: Geringere Wasserkraftproduktion und ungünstige Preisdifferenzen zwischen den nordischen Preiszonen ließen das Ergebnis von 1,07 Milliarden auf 499 Millionen Kronen sinken. Der Recyclingbereich lieferte dagegen erneut über 900 Millionen Kronen Beitrag zum Ergebnis, vor allem getragen von starker Nachfrage in Nordamerika.
Slovalco-Neustart und Machtsicherung
Strategisch bedeutsamer als die Quartalszahlen dürfte der Neustart des slowakischen Slovalco-Smelters sein, den Vorstandschef Eivind Kallevik am 1. Juli angekündigt hat. Nach einer Einigung mit der slowakischen Regierung über langfristige Rahmenbedingungen, einschließlich eines CO2-Kostenausgleichs im Rahmen des EU-Emissionshandels, sollen ab der zweiten Jahreshälfte 75.000 Tonnen Kapazität zurückkehren — von insgesamt 175.000 Tonnen, die am Standort möglich sind. Kallevik wertet den Schritt als Beleg dafür, dass wettbewerbsfähige Energiepreise und verlässliche Regulierung Investitionen in die europäische Industrie wieder ermöglichen.
Parallel dazu treibt Hydro die eigene Energieversorgung voran: Mit einem neuen Zehnjahresvertrag mit Eviny hat der Konzern nun 85 Prozent seines norwegischen Strombedarfs für die 2030er-Jahre gesichert. Auf der Kundenseite kamen im Quartal eine Fünfjahresvereinbarung mit Nexans über 85.000 Tonnen kohlenstoffarmen Walzdraht sowie die fortgesetzte Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz zu emissionsarmem Aluminium hinzu.
Die Nettoverschuldung stieg im Quartal von 12,9 auf 16,3 Milliarden Kronen, vor allem wegen der im Mai ausgezahlten Dividende und laufender Investitionen. Für das Gesamtjahr 2026 hält Hydro an einem Investitionsbudget von rund 13,5 Milliarden Kronen fest, davon etwa 9 Milliarden für den laufenden Betrieb und 4,5 Milliarden für Wachstumsprojekte. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern im Aluminiumsegment saisonal niedrigere Fixkosten bei weiterhin starker Preisabsicherung — gut 62 Prozent der Produktion sind bereits zu rund 3.361 Dollar pro Tonne verkauft.
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